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"Eine Lehre ist gerade in Zeiten der Digitalisierung eine sehr gute Entscheidung"

Daniela Toth, 30.08.2018 09:03

GMUNDEN. Christoph Tanzer war vor Kurzem bei der AK-Jugendnetzwerktagung in Gmunden zu Gast. Der AK-Bildungsexperte weiß, was in Zeiten der Digitalisierung beim Berufseinstieg zu beachten ist.

AK-Bildungsexperte Christoph Tanzer
AK-Bildungsexperte Christoph Tanzer

„Eine Lehre zu machen ist gerade in Zeiten der Digitalisierung eine sehr gute Entscheidung“, ist Christoph Tanzer überzeugt. Zum einen bestätigen die aktuellen AMS-Daten und eine WIFO-Beschäftigungsprognose für OÖ, dass eine abgeschlossene Lehrausbildung die Wahrscheinlichkeit drohender Arbeitslosigkeit deutlich reduziert. Erwerbstätige mit Lehrabschluss haben ein viermal geringeres Risiko arbeitslos zu werden als jene mit maximal Pflichtschulabschluss.

Zum anderen belegt eine Studie aus Deutschland, dass dual ausgebildete Beschäftigte bestens für die Anforderungen der digitalisierten Arbeitswelt gewappnet sind, wie Tanzer erklärt.

Hohes „Arbeitsvermögen“ von Lehrabsolventen

Es gebe einen eindeutigen Trend weg von einfachen, automatisierbaren Routine-Tätigkeiten hin zu komplexeren Nicht-Routine-Tätigkeiten, der insbesondere auch die Ebene der Facharbeit betrifft. „Gerade Lehrabsolventen besitzen durch den Theorie-Praxis-Mix ihrer Ausbildung ein überdurchschnittlich hohes Arbeitsvermögen, um damit zurecht zu kommen“, wie Tanzer betont.

Berufe ändern sich

Allgemein gelte, dass in vielen Fällen der Beruf, den man heute erlernt oder ausübt, in zehn Jahren nicht mehr der gleiche sein werde, so der AK-Bildungsexperte. Computerbasierte Arbeitsprozesse, digitale Hilfsmittel und die Zusammenarbeit mit Robotern werden zunehmen – wie beim Kfz-Techniker, der aufgrund von Elektrifizierung und Digitalisierung der Fahrzeuge in gewissen Maße auch zum Elektrotechniker geworden ist. 

Chancen durch Digitalisierung

Kaum ein Berufsfeld könne der Digitalisierung gänzlich entkommen, resümiert Tanzer, die Rede von der vierten industriellen Revolution, die allen die Arbeit wegnimmt, sei jedoch vollkommen übertrieben. Zudem bringe die Digitalisierung neue Chancen: „Oder wer hätte vor einigen Jahren gedacht, dass man als Youtube-Star oder Influencerin richtig Kohle machen kann?“


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