AK Gmunden lud zum Jugendnetzwerk-Dialog

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V.l.: Anita Buchegger-Traxler von der Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 Oberösterreich, Franz Spiesberger von der Bildungsdirektion OÖ, Barbara Bart vom Team Jugendnetzwerke der AKOÖ und Peter Plank vom AMS Foto: B. Steinberger/AKOÖ
Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 15.10.2020 09:30 Uhr

GMUNDEN. Nachdem der letzte Jugendnetzwerk-Dialog im Frühjahr aufgrund der Covid-19-Situation online stattfinden musste, lud die AK die Partner ihrer Jugendnetzwerke in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck erneut zum persönlichen Austausch. 

Ohne ein vorgegebenes Thema bot das Treffen den Teilnehmern von sozialen Organisationen, Institutionen, Schulen und Betrieben selbst die Möglichkeit, aus ihrer Sicht aktuell relevante und drängende Probleme sowie Fragen im Bereich Ausbildung und Beschäftigung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen einzubringen und zu diskutieren. 

Pandemiekrise schadet benachteiligten Jugendlichen doppelt

„Die Pandemiekrise trifft benachteiligte Jugendliche nicht nur im Alltag besonders hart, sondern macht es ihnen noch schwerer als zuvor, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Veranstaltungen wie diese, bei denen die Probleme dieser Jugendlichen am Übergang zwischen Schule und Arbeitswelt in den Fokus genommen werden, sind daher besonders wichtig“, sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Bedeutung von Vorbildern

Themen waren unter anderem die Auswirkungen der Corona-Krise auf die Motivation der Jugendlichen. Einige Teilnehmer berichteten, dass sich durch den Shutdown manche Blockaden bei Jugendlichen verstärkt hätten. Mangelnder Selbstwert, Ängste und psychische Instabilität sind oftmals Ursachen für fehlende Motivation. Großen Einfluss auf das Verhalten der Jugendlichen haben die Eltern und die Familien. Um einen Schritt weiter zu kommen sind für Jugendliche Vorbilder wichtig, an denen sie sich orientieren können,  und Vertrauenspersonen, die sie Schritt für Schritt begleiten.

 Ausbildungspflicht

Interessante Einblicke in die Umsetzung der Ausbildungspflicht bis 18 Jahre gab Anita Buchegger-Traxler von der Koordinierungsstelle AusBildung bis 18 OÖ. Ziel der Initiative ist, dass alle Jugendlichen unter 18 Jahren nach Absolvieren der individuellen Schulpflicht eine weiterführende Schule, eine Berufsausbildung oder sonstige Qualifizierungsmaßnahme abschließen.

Probleme im Homeschooling

Ein weiteres Thema war auch der vermehrte Schul- und Lehrabbruch in der Homeschooling-Phase während des Shutdowns. Vielen Jugendlichen fehlte die Struktur und der gewohnte Tagesablauf, einige waren auch mit den technischen Anforderungen überfordert oder verfügten nicht über ausreichend Datenvolumen für den Online-Unterricht.

Lehrabbrüche „bereiten Sorge“

Martin Kamrat, Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer Gmunden, betonte, dass die Vorsprachen der Jugendlichen betreffend Belehrungsbescheinigungen seit März 2020 im Vergleich zum Vorjahr stark zugenommen haben. Diese Bescheinigung ist bei einvernehmlicher Auflösung des Lehrverhältnisses nötig. „Viele Jugendliche brechen die Lehre ab, das bereitet mir große Sorge“, so der Bezirksstellenleiter.

„Jugendrettungspaket“ gefordert

Der Schulqualitätsmanager Franz Spiesberger von der Bildungsdirektion betonte den großen Nutzen der Jugendnetzwerk-Dialoge der AK: „Kein Jugendlicher soll uns verloren gehen – nicht in der Schule und auch nicht im Beruf. Dazu trägt dieses Jugendnetzwerk-Treffen bei, weil sehr viel Wissen untereinander ausgetauscht wird.“ 

Da einzelne engagierte Institutionen und Organisationen das Problem nicht lösen können, fordert die AK Oberösterreich ein großes Jugendrettungspaket: Niederschwellige Ausbildungs- und Beschäftigungsangebote wie Produktionsschulen müssen ausgebaut und ein zusätzlicher Einstiegsarbeitsmarkt für Schulabsolventen/-innen im öffentlichen und gemeinnützigen Sektor geschaffen werden.

 

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