Spatenstich zum ersten OÖ Kooperations-Nasslager

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V.l.: Obmann Waldverband OÖ Franz Kepplinger, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, Landwirtschaftskammer-Präsidentin Michaela Langer-Weninger undRudolf Freidhager, Vorstand der Österreichischen Bundesforste AG (Foto: Hinterberger, BWV)
Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 11.06.2021 12:40 Uhr

LAAKIRCHEN. Heute erfolgte in Laakirchen der Spatenstich für das erste Rundholz-Nasslager für die oberösterreichischen Waldeigentümer*innen. Der Waldverband OÖ bringt damit das durch Landesrat Max Hiegelsberger angestoßene Konzept erstmals zur Umsetzung. Das Nasslager bietet künftig eine zusätzliche Pufferfunktion für aufgearbeitetes Rundholz bei Schadereignissen und trägt somit wesentlich zur Erhaltung der Waldflächen und zu einer Entlastung des Holzmarktes bei.

Nach der geplanten Fertigstellung des Platzes Ende 2021 können 50.000 Festmeter Holz gelagert und die Qualität der Stämme durch eine Beregnung erhalten werden. Die Errichtungskosten, welche zum Teil öffentlich gefördert werden, belaufen sich auf 400.000 Euro.

Die Zunahme von wetterbedingten Schadereignissen im Zuge des Klimawandels schädigt die heimischen Waldbestände in immer kürzer werdenden Intervallen großflächig und intensiv. Diese Großschadereignisse und die darauf folgende Aufarbeitung des Schadholzes führen dazu, dass die jährlich nachhaltig machbare Holzerntemenge zum Teil um ein Vielfaches überschritten wird. In geschädigten Waldflächen kann sich auch der Fichtenborkenkäfer, begünstigt durch steigende Temperaturen, rascher ausbreiten. Auch dadurch erhöht sich die Menge des Schadholzes.

Der Holzabtransport aus dem Wald kann bei Großschadereignissen selten schnell genug erfolgen, es bilden sich Holzlager entlang der Forststraßen – Brutstätten für den Borkenkäfer. Dadurch steigt das Risiko für die verbleibenden gesunden Waldbestände zusätzlich. Eine lange Lagerzeit im Wald verringert die Qualität und den Wert des geschlägerten Rundholzes und führt in weiterer Folge zu existenzbedrohenden Wertverlusten für die Waldbesitzer*innen. Vor allem Kleinwaldbesitzer*innen sind aufgrund der hohen finanziellen Aufwände eigenständig nicht in der Lage, Zwischenlagerlösungen zu errichten.

Das gemeinschaftliche Zentrallager löst dieses Problem für die Waldeigentümer*innen. Somit kann eine verstärkte Holzabfuhr bei Schadereignissen erfolgen und ein neuerlicher Befall von vitalen Waldbeständen durch den Borkenkäfer verhindert werden. Die Einlagerung des Holzes erfolgt ohne chemische Schutzmittel und ohne Kunststofffolien. Durch die Bewässerung bleibt das Porensystem der eingelagerten Hölzer gefüllt, sodass kein Sauerstoff eindringen kann. Holzschädigenden Pilzen und Insekten wird damit die Lebensgrundlage entzogen.

Entstehungsgeschichte OÖ Kooperations-Nasslager

Im Jahr 2018 hat Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger die Projektgruppe „Kooperations-Nasslager“ ins Leben gerufen, welche unter anderem aus den maßgeblichen Vertretern der oberösterreichischen Forst- und Holzwirtschaft (OÖ Landesforstdienst, Forstabteilung der LK OÖ, Land&Forst Betriebe Oberösterreich, Waldverband OÖ) bestand. Die Thematik Nasslagerung für den Klein- und Großwald in Oberösterreich wurde analysiert und ein Konzept zur Verbesserung der aktuellen Situation unter der Leitung der Landwirtschaftskammer OÖ, Abteilung Forst und Bioenergie erstellt. Dieses Gesamtkonzept der oberösterreichischen Forstwirtschaft, welches privaten Klein- und Großwaldbesitzern zu Gute kommt, setzt der Waldverband Oberösterreich als Errichter- und Trägerorganisation nun um.

Temporäres Schadholzlager Laakirchen

Das Holzlager in Laakirchen entsteht auf einer rund zwei Hektar großen Waldfläche der Österreichischen Bundesforste AG, welche auch Ihr Know-how im Bereich der Nasslager-Errichtung und -Bewirtschaftung in dieses Projekt einbringen. Der Waldverband OÖ ist Pächter, Errichter und Betreiber und wird dieses Lager für die OÖ Waldbesitzer*innen für mögliche zukünftige Schadholzmengen vorhalten.

Landesobmann LKR Franz Kepplinger führt dazu an: „Mit den geschaffenen Lagermöglichkeiten haben wir für unsere Waldeigentümer*innen eine neue und entscheidende Vorsorgemaßnahme bzw. Absicherung geschaffen, welche uns bei der Bewältigung der nächsten Schadholzsituationen wesentliche Verbesserungen bringen wird.“

Die kalkulierten Errichtungskosten betragen rund 400.000 Euro. Für dieses Projekt wurde eine Förderung aus dem Programm für die Entwicklung des ländlichen Raums 2014-2020 (LE 14-20) beantragt. Im Speziellen die Sonderrichtlinie „LE-Projektförderung (SRL)“ sieht vorbeugende waldbauliche oder forsttechnische Maßnahmen zur Überwachung und Behandlung gegen Naturkatastrophen und die Massenvermehrung von Forstschädlingen, u.a. die Errichtung von Nasslagerplätzen vor.

Im Nasslager Laakirchen können nach Fertigstellung, welche mit Ende 2021 geplant ist, im Bedarfsfall (z.B.: bei Windwurf, Borkenkäferkalamität, Schneebruch) bis zu 50.000 Festmeter Rundholz eingelagert werden. Dies ist ein gewichtiger Beitrag zur Entspannung des Holzmarktes und zum Schutz der heimischen Wälder. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Erhaltung der eingelagerten Holzqualität, denn durch die Wasserlagerung kann die Frische des Holzes über einem Zeitraum von bis zu vier Jahren erhalten werden.

Dieses Projekt erstreckt sich über alle Besitzgruppen der Waldeigentümer*innen und verdeutlicht klar das gemeinsame Interesse, zukünftige Katastrophenereignisse besser zu bewältigen und dadurch die heimischen Wälder nachhaltig zu schützen und die Ertragskraft bestmöglich zu erhalten.

Statement Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger:

Die höheren Niederschläge und durchschnittlichen Temperaturen im Jahr 2020 haben in Oberösterreich gegenüber den Vorjahren zu einer deutlichen Verringerung der Borkenkäferschadholzmengen geführt. Das Ausmaß der einzelnen Befallsherde war spürbar kleiner. Auch das heurige Jahr zeigte sich bisher sehr freundlich in Bezug auf Borkenkäferkalamitäten. „Dennoch dürfen wir uns aufgrund dieser Entwicklungen nicht in einer falschen Sicherheit wiegen. Der Borkenkäfer und weitere Schadholz-Ereignisse werden uns auch in Zukunft stark beschäftigen. Es ist daher notwendig, zeitgerecht Vorsorge zu treffen, um im Ernstfall ausreichend Lagerkapazität zur Verfügung zu haben. Ich danke allen Beteiligten für ihr Engagement, damit dieses Projekt nun umgesetzt werden kann“, betont Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Statement Präsidentin LK OÖ Michaela Langer-Weninger:

Im vergangenen Jahr wurden im bäuerlichen Kleinwald 750.000 Festmeter Sägerundholz geerntet, welches das Ausgangsmaterial für Holz als Werk- und Baustoff bildet. Der nachwachsende Rohstoff Holz wird in Oberösterreich nachhaltig genutzt. Die Holzvorräte in den heimischen Wäldern nehmen tendenziell sogar zu. Somit ist das Holzaufkommen aus den heimischen Wäldern höher als der bestehende Rundholzbedarf. Kalamitäten wie wir sie zB im Borkenkäferjahr 2019 erlebt haben, können leider immer wieder auftreten und für Marktverwerfungen sorgen. Es ist daher umso wichtiger, rechtzeitig vorzusorgen, um sowohl mengen- als auch qualitätsmäßig stabilisierend einzugreifen. Dafür ist das Nasslager Laakirchen ein unschätzbarer Beitrag.

Statement Dr. Rudolf Freidhager, Vorstand ÖBF AG:

Bedingt durch den Klimawandel muss die Forstwirtschaft auch in Zukunft mit großen Kalamitäten durch Dürre, Windwurf und Borkenkäferbefall rechnen. Ein Nasslager in logistisch guter Lage ist in derartigen Krisensituationen ein wichtiger Puffer um überlastete Holzmärkte zu entlasten. Das Projekt in Laakirchen ist ein Paradebeispiel wie eine Zusammenarbeit über Eigentumsgrenzen hinaus funktionieren kann. Durch die Kooperation von Waldverband OÖ, der LK OÖ, dem Land OÖ und den Österreichischen Bundesforsten kann dieses Nasslager nunmehr errichtet werden. Die Österreichischen Bundesforste würden sich freuen, wenn dieses Oberösterreichische Beispiel in ganz Österreich Schule machen würde.

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