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BEZIRK GMUNDEN. Auf ein durchschnittliches Erntejahr blicken die Landwirte in der Region heuer zurück. Manche hat jedoch das Hagelunwetter Ende Juni schwer getroffen. Für das für 2022 erwartete „Maikäferjahr“ wurden bereits Vorkehrungen getroffen.

Das Hagelunwetter vom 22. Juni führte auch in manchen landwirtschaftlichen Betrieben zu schweren Schäden. (Foto: Wolfgang Spitzbart .)

Zum Abschluss der Erntezeit zieht die Landwirtschaftskammer Bilanz: ein trockenes Frühjahr, ein nasskalter Mai mit Spätfrost, eine Serie von Hagel-unwettern Ende Juni, Anfang Juli und eine regenreiche Getreideernte bis weit in den August stellten Oberösterreichs Ackerbauern heuer hart auf die Probe. Vor allem in Teilen von Pinsdorf, Ohlsdorf, Laakirchen und Kirchham kam es durch Hagelschauer Ende Juni bei einigen Landwirtschaftsbetrieben zu einem Totalausfall bei der Ernte, erinnert Wirtschaftsberater Markus Huemer von der Bezirksbauernkammer Gmunden/Vöcklabruck.

Der zuletzt sonnenreiche Altweibersommer im September hingegen war wichtig für die Abreife der Herbstkulturen wie Mais, Soja, Zuckerrübe und Ölkürbis, wo heuer in Summe durchschnittliche Erträge erwartet werden.

Im Grünland- und Feldfutterbereich konnten nach mehreren Trockenjahren bereits im Vorjahr und vor allem heuer die Futtervorräte ausreichend aufgebaut werden. Das ist besonders wichtig, weil nächstes Jahr ein „Hauptfraßjahr“ des Maikäferengerlings droht. Dieser ist vor allem als Grünlandschädling gefürchtet – zuletzt sorgte er 2018 und 2019 für Probleme.

Bei den Maikäfern droht ein Hauptfraßjahr

Entsprechend intensiv sei man in den letzten Wochen bereits in der Beratung und vorbeugenden Bekämpfung der Maikäferlarven aktiv, betont Markus Huemer. „Wir setzen hier auf mechanische Bearbeitung des Bodens und so genannte Pflanzenhilfsstoffe, die auch in der biologischen Landwirtschaft erlaubt sind“, so der Experte. Dabei wird der Boden zunächst mit der Kreiselegge bearbeitet und anschließend mit Pilzsporen „beimpft“. Diese seien „ungiftig für Mensch, Tier und Bodenlebewesen“, so Markus Huemer. Der Engerlingsbefall wird dadurch jedoch verringert – und die notwendige Futterbasis im Grünland gesichert.

Steigende Kosten

Oberösterreichs Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Karl Grabmayr macht noch auf eine weitere Problematik aufmerksam: Neben Wetterkapriolen und Schädlingen werde die Landwirtschaft derzeit auch durch stark steigende Kosten – von Düngemitteln bis zu Baustoffen – gefordert. Diese seien jedoch nur zu einem geringen Anteil für die in den nächsten Monaten erwarteten Preissteigerungen bei verarbeiteten Lebensmitteln verantwortlich: „In einer Semmel steckt hoch qualitatives heimisches Getreide im Wert von nur einem Cent. Der gestiegene Weizenpreis verteuert eine Semmel gerade mal um einen Viertel Cent. Der Landwirt bekommt damit den geringsten Anteil an teurer werdenden Lebensmitteln.“


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