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BAD ISCHL. Laut der neuen Liste „Zukunft Ischl“ setzt die Stadtregierung in Bad Ischl beim Schulneubau weiterhin auf eine veraltete Energieversorgung. Der Ischler Vizebürgermeister Hannes Mathes will daher zu einem Umdenken anregen.

Schulbaustelle in Bad Ischl (Foto: privat)
  1 / 2   Schulbaustelle in Bad Ischl (Foto: privat)

Beim Schulzentrum am „Kreuzschwestern-Areal“ steht der Beginn der Bauarbeiten unmittelbar bevor. Dieses Großprojekt mit einem Investitions-Volumen von über 20 Millionen Euro soll zukünftig drei Schulen und eine große Mehrzweckhalle umfassen. Nach gut zwei Jahren Planung soll nach Aussagen der Stadtregierung nun die Umsetzung beginnen. Die Liste Zukunft Ischl stößt sich daran, denn noch immer soll geplant sein, dass die Energieversorgung mit Erdgas erfolgen soll.

Erdgas-Heizung nach wie vor geplant

Trotz kritischer Stimmen über den geplanten Einbau einer Erdgas-Heizung bei einer ersten „Schulzentrums“-Abstimmung beim Budgetgemeinderat im Dezember wurden bis jetzt laut Liste Zukunft Ischl keine Initiativen gesetzt, klimaschonende Alternativen zu dieser Uralt-Heiztechnologie zu entwickeln. „Wir bieten Grünen-Klimastadtrat Schott hiermit an, gemeinsam in den zuständigen Gremien konkrete Schritte zu setzen, um Erdgas für die Energieversorgung des Kreuzschwestern-Areals auszuschließen und durch klimaschonende Energieträger zu ersetzen“, will Zukunft Ischl – Bürgermeister-Stellvertreter Hannes Mathes jetzt rasch Taten gesetzt wissen.

Stadt muss mit gutem Beispiel vorangehen

Für die neue Ischler Liste ist es ein Gebot der Stunde, dass die Stadt bei diesem Großprojekt den Ausstieg aus der Energieversorgung mit Erdgas konsequent umsetzt. „Neben dem wirklich wichtigen Umweltschutz-Aspekt ist in Tagen wie diesen auch besonders wichtig, dass jeder potenzielle Großabnehmer die Abhängigkeit von russischem Erdgas reduzieren hilft“, bringt Vizebürgermeister Hannes Mathes auch die Thematik ins Spiel, dass der furchtbare Krieg im Osten Europas und seine Folgen nicht durch weitere Energie-Geschäfte mit Russland unterstützt werden soll. Für Mathes und sein Team ist besonders wichtig, dass die Stadt hier mit gutem Beispiel vorangehen muss „Wie können wir sonst guten Gewissens die Bevölkerung zur aktiven Mitarbeit an der Klimawende begeistern, wenn die öffentliche Hand so wenig Bereitschaft zu Änderungen zeigt“, fordert Mathes mehr Einsatz der Stadtführung.

Anträge im kommenden Stadtrat in Vorbereitung

Um hier auch noch vor Baubeginn „Nägel mit Köpfen“ zu machen, bereitet Zukunft Ischl zwei Anträge für die kommende Stadtratssitzung vor. Einen, der die Versorgung mit Erdgas und andere fossiler Energieträger im neuen Schulzentrum und bei anderen Neubauten auf gemeindeeigenen Grundstücken unterbindet und einen weiteren, der sicherstellt, dass in Ischl die Energiewende auch tatsächlich eingeläutet wird. „Dazu wollen wir die Erstellung eines Konzeptes zur Ausschreibung bringen, welches die Energieversorgung unserer Stadt durch nachwachsende und klimaschonende Energieträger konzipiert und umsetzbar macht“, erläutert Bürgermeister-Stellvertreter Hannes Mathes die Zielsetzung von Zukunft Ischl.

Biomasse vor der Haustüre

Speziell im Salzkammergut ist die Biomasse in ausreichendem Masse vorhanden und kann von den einheimischen Waldbauern und den Bundesforsten in fast in jeder beliebigen Menge bereitgestellt werden. Mathes ist sich sicher, dass diese Anträge die breite Unterstützung der zuständigen Gremien finden: „Wir alle sehen an den Reaktionen auf den furchtbaren Krieg in Osteuropa, dass wir bei der Energiewende nun endlich Geschwindigkeit aufnehmen müssen – wir müssen raus aus der Abhängigkeit von Öl und Erdgas und nun selbst etwas auf die Beine stellen“, setzt Mathes auf die Kraft der Ischler und des Salzkammergutes, diese Herausforderungen auch meistern zu können.


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