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GMUNDEN. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde mit großer Mehrheit die Erstellung des neuen Bebauungsplans „Stadtquartier Schiffslände“ und die Anpassung der Flächenwidmungsplanänderung beschlossen. Die Neos wandten sich in einer Aussendung gegen das damit verbundene Projekt Seeviertel. Gmundens Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP) und Baustadtrat Rüdiger Fritz (FPÖ) betonten hingegen dessen Bedeutung für die Entwicklung der Stadt.

Bürgermeister Stefan Krapf und Baustadtrat Rüdiger Fritz mit aktuellen Plänen zum Seeviertel (Foto: Tóth)

Neos-Stadtrat Philipp Wiatschka - seine Partei stimmte im Gemeinderat gegen den Bebauungsplan - vermisste in einer Aussendung „nachhaltige Entwicklung“ und „weitblickendes Denken“: Das Projekt bringe in erster Linie Luxuswohnungen und neue Geschäftsflächen, denen in der Innenstadt viele Leerstände entgegen stehen. Es wäre „auf diesem Areal möglich gewesen, die dringend nötigen Gästebetten zu schaffen und gleichzeitig einen ressourcenschonenden Umgang mit unserem wertvollen Grund und Boden zu schaffen“, so Wiatschka. Zudem sei das Areal auch von archäologischer Bedeutung, die Verkehrs- und Lärmbelastung für die Gmundner durch das Bauprojekt sei noch nicht abschätzbar.

„Nicht nur Luxuswohnungen“

Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP) und Baustadtrat Rüdiger Fritz (FPÖ) traten der Kritik mit einem Pressegespräch entgegen. „Es wird ein neuer, ganzjährig belebter Stadtteil, nicht nur Luxuswohnungen. Der Anteil der Nebenwohnsitze wird maximal 25 Prozent betragen“, betonte Stefan Krapf.

Er verwies zudem auf das von Projektträger Soravia aktuell veröffentlichte Ergebnis von 27 netzwerkanalytischen Tiefengesprächen mit Gmundner Meinungsbildern (unter anderem Anrainer, Gewerbetreibende, Vertreter von Institutionen). Diese erwarten neben den benötigten Hotelbetten auch einen „ganzjährig belebten Stadtteil“ und eine wechselseitige Belebung der Stadtteile. „Eine Innenstadt braucht - so wie ein Einkaufszentrum - Frequenzbringer. Die Leute werden auch die Innenstadt besuchen“, betonte Rüdiger Fritz. Bürgermeister Krapf betonte, dass auch die Inhaber der bereits bestehenden Beherbergungsbetriebe dem Projekt positiv gegenüber stünden.

Seeviertel städtebaulich attraktiv werden

Es sei „ein Glück“ dass das ursprünglich geplante Projekt „Lacus Felix“ - ein 32 Meter hoher Hotelturm auf dem Seebahnhofareal nicht umgesetzt wurde, betonte Rüdiger Fritz. Die nunmehrigen Pläne beinhalten Gastronomie, Geschäftsräumlichkeiten und andere auch öffentlich nutzbare Bereiche. Das geplante Spa soll auch Gmundner Gästen offen stehen. Soravia plane einen ressourcenschonenden Bau, begrünte Dachflächen und die Wärmenutzung des Seewassers. Die Parkplätze sollen unterirdisch angelegt werden.

Baurechtsvergabe soll Hotelbetrieb absichern

Abschließend verwies Bürgermeister Stefan Krapf nochmals auf die von Soravia durchgeführte Befragung. Diese habe auch gezeigt, dass es Ängste gebe, das Hotel würde früher oder später in Wohnungen für Zweitwohnsitze umgewandelt. „Damit genau das nicht passiert, haben wir jedoch im Bereich des Hotels nicht das Grundstück verkauft sondern nur ein Baurecht eingeräumt. Das gibt uns hier Sicherheit“, so Krapf.

Seezugang bleibt erhalten

Als weitere wichtige Aspekte nannten die Befragten einen für alle zugänglichen Seezugang und verbleibende Grün- und Freiflächen. „Der Seezugang wird bleiben“, versichern Krapf und Fritz. Die Badeflächen inklusive Beachvolleyballfeld sind von den Plänen nicht berührt. Veränderungen gibt es allerdings auf der Schiffslände: Der öffentliche Weg wird hier hinter dem Hotel vorbei geführt werden, das Areal, auf dem derzeit das Kriegerdenkmal situiert ist wird zum Hotel-Badeplatz. Das Denkmal soll - einem bereits zehn Jahre alten Gemeinderatsbeschluss folgend - auf den Friedhof übersiedeln.

Architekturwettbewerb läuft

Angesprochen wurden von den Befragten auch die Gefahr einer unsensiblen Bodenversiegelung sowie einer sich nicht in das Gesamtbild fügenden Architektur und einer erhöhten Lärmbelästigung während der Bauphase. Dazu erklärte Baustadtrat Rüdiger Fritz, dass - innerhalb des „Korsetts“ des nun beschlossenen Baubauungsplans - derzeit ein Architekturbewerb laufe, um eine attraktive Gestaltung sicher zu stellen. Das Siegerprojekt soll nach einer Jurysitzung im Mai öffentlich präsentiert werden.

„Wichtiges Projekt für Gmunden“

Abschließend verwies Bürgermeister Stefan Krapf noch einmal auf den großen Bedarf an Hotelbetten in Gmunden. Die Nachfrage komme nicht nur von Urlaubsgästen, auch Kongresse könnten aufgrund der mangelnden Betten nicht durchgeführt werden, auch große Unternehmen bräuchten regelmäßig Zimmer für Geschäftsreisende, und auch die Bedeutung der Kultur nehme - unter anderem dank der Festwochen - immer stärker zu, so Krapf.


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