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OHLSDORF/LINZ. Zwölf Top-Betriebe mit den „OÖ Handwerkspreisen 2022“ in vier neuen Kategorien ausgezeichnet. Unter den Preisträgern sind mit SIHGA und der Bootswerft Frauscher gleich zwei Ohlsdorfer Unternehmen.

  1 / 2   1. Platz Kat. Innovation & Digitalisierung für SIHGA (v. l.): Gerhard Spitzbart, Robert Eckmair, Doris Hummer, Stefan Pirker, Michael Pecherstorfer, Markus Achleitner, Dietmar Mascher, Martin Ru?big (Foto: Cityfoto)

„Toll, dass wir endlich wieder gemeinsam die Leistungen des Gewerbe und Handwerks feiern können“, eröffnete WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer die große „OÖ Gewerbe- und Handwerksgala“ im Messezentrum Wels, die mit der Verleihung der „OÖ Handwerkspreise 2022“ startete. In den vier neuen Kategorien „Nachhaltigkeit & Ökologisierung“, „Innovation & Digitalisierung“, „Kooperation & Teamwork“ und „Tradition & Moderne“, die zugleich auch ein Abbild der Herausforderungen der Zukunft sind, wurden zwölf Top-Betriebe vor den Vorhang geholt.

Zwei Preise gehen nach Ohlsdorf

SIHGA erreichte in der Kategorie „Innovation & Digitalisierung“ den ersten Preis für ihr Projekt Digitales Feuchtemonitoring am Bau. In der Kategorie „Kooperation & Teamwork“ ging der zweite Preis an die Frauscher Bootswerft für ihr Lehrlingsprojekt 610 San Remo.

Die Sieger wurden aus mehr als 100 Einreichungen von einer Fachjury - Spartenpräsidiumsmitglied Gerhard Spitzbart (Vorsitz), Fachjurorin Elke Lumetsberger, Martin Frühwirth (RLB OÖ), Thomas Obermann (Abt. Wirtschaft und Forschung des Landes), Fachjuror Richard Hable - bewertet. Der Handwerkspreis, eine Initiative von Raiffeisenlandesbank OÖ und WKOÖ, wird vom Wirtschaftsressort des Landes OÖ unterstützt und seit 1990 vergeben, seit 2011 in vier Kategorien. Preisgelder von 20.000 Euro werden vergeben — je 10.000 Euro steuern die RLB OÖ und das oö. Wirtschaftsressort bei. Der 1. Platz erhält 2.500, der 2. Platz 1.500 und der 3. Platz 1.000 Euro.

Zum SIGHA-Projekt Digitales Feuchtemonitoring

„Der Holzbau gewinnt erfreulicherweise immer mehr an Zuspruch, doch Wasser ist hier immer ein großes Problem“, so SIHGA-Geschäftsführer Marc Simmer MBA. Das Ohlsdorfer Unternehmen entwickelte gemeinsam mit der Tagtron GmbH aus Vöcklabruck ein System zum Monitoren und sofortigen Erkennen von Feuchte und schafft damit die Möglichkeit, sofortige erforderliche Gegenmaßnahmen zu ergreifen, um kostenintensive Sanierungen zu vermeiden. Das System besteht aus Zellulose mit einer Graphitschicht und ermöglicht die Messung des Widerstands und der Impedanz (Wechselstromwiderstand). „Blinde Flecken“, die sich aufgrund bauphysikalischer Themen im Holzbau ergeben, sind somit nicht mehr „blind“, sondern 100-prozentig transparent gegenüber Feuchtigkeit. Dies macht den Holzbau wesentlich sicherer und hilft, noch mehr Nachhaltigkeit in die Baubranche zu bekommen. Konkrete Anwendung fand das Feuchtemonitoring bereits bei der ersten, in Kooperation mit der ASFINAG errichteten, Verkehrsbrücke aus Holz und in der neuen „Team 7-Welt aus Holz“. Diese werden nun hinsichtlich Feuchte überwacht.

Zum Frauscher-Lehrlingsprojekt

Das Familienunternehmen mit Sitz in Ohlsdorf bildet junge Menschen zu Bootbauern und Elektrotechnikern (Anlagen- und Betriebstechnik) aus. Von der Idee seiner Lehrlinge, ihr Können unter Beweis zu stellen und selbst ein Boot zu bauen, war Geschäftsführer Michael Frauscher sofort begeistert. Bei der Umsetzung des Projekts wurde auf die Stärken und Schwächen der Lehrlinge Rücksicht genommen, sie konnten voneinander lernen und je nach Ausbildungsstand auch Führungsaufgaben übernehmen. So lernten sie alles über Teamwork, Verantwortung und die Emotionen, die das Fahrzeug auf dem Wasser auslöst. Das Ergebnis, die 610 San Remo, das kleinste Modell unter den Frauscher-Elektrobooten, ist vielseitig und aus hochwertigen Materialien gefertigt: Beschläge aus rostfreiem V4A Edelstahl, das Armaturenbrett aus Echtkarbon, Cockpit, Badeplattform und Vorschiff aus Teakholz. Belohnt wurden die Mühen mit einer gemeinsamen Ausfahrt auf dem Traunsee im selbstgebauten Elektroboot.


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