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GMUNDEN. Nachhaltigkeit und Energieeffizienz sind aktuell in aller Munde. Bereits viel umgesetzt hat man in der Salzkammergut Druckerei, wo man künftig mit einem Bruchteil der bisher benötigten Energie auskommen will.

Mathias Schrabacher und Daniel Fürstberger vor der neuen Druckmaschine (Foto: Fürstberger)
  1 / 2   Mathias Schrabacher und Daniel Fürstberger vor der neuen Druckmaschine (Foto: Fürstberger)

In der Salzkammergut Druckerei hat man Erfahrung mit langen Zeiträumen: Die heutige Pressverein Salzkammergut GmbH geht bis auf das Jahr 1900 zurück, wie Geschäftsführer Mathias Schrabacher erzählt. Im Vorjahr standen Investitionen in die Heizung an. Gemeinsam mit der Salzkammergut Media GmbH mit Eigentümer und Geschäftsführer Daniel Fürstberger – sie betreibt die Druckerei – entschloss man sich zu einer umfassenden Sanierung.

Kernstück war die Umstellung von Öl und Gas auf Erdwärme Tiefenbohrung. „Bei uns steht eine der größten Tiefenbohrungswärmepumpen, die es in Österreich gibt“, erzählt Schrabacher. Rund 1.300 Laufmeter Tiefenbohrung, verteilt auf 16 Löcher, wurden im Herbst angelegt. Allein diese Investition wird rund 130 Tonnen CO2 pro Jahr sparen, rechnet Schrabacher.

Ergänzt wurde das Projekt durch eine umfassende thermische Sanierung mit Vollwärmeschutz und Fenstertausch – was die Heizlast von über 200 auf zuletzt 122 kW spürbar reduzierte.

Fast genau gleichzeitig wurde die Druckereihalle samt neuer Druckanlage dazugebaut und im Zuge dessen die gesamte kontrollierte Lüftungsanlage erneuert und an den gestiegenen Bedarf angepasst. Insgesamt investierte die Pressverein Salzkammergut GmbH rund zwei Millionen Euro.

Druckmaschinen heizen und kühlen mit

Parallel setzte auch die Salzkammergut Media GmbH Investitionen in eine nachhaltige Zukunft: 2,5 Millionen Euro gingen in Maschinentechnologie, davon allein 1,8 Millionen Euro in eine neue Druckmaschine und 700.000 Euro in eine Buchbinderanlage. Aber auch moderne Serverlösungen, neue Büros und verbesserte Möglichkeiten fürs Home-Office sind Teil des Projekts: „Mit dieser Modernisierung stellen wir die Druckerei für die Zukunft auf – das geht von der Nachhaltigkeit im Energiebereich bis hin zur Mitarbeiterzufriedenheit“, erklärt Salzkammergut Media-Geschäftsführer Daniel Fürstberger.

Alles Hand in Hand

Bei den parallelen Investitionen stimmten sich Pressverein Salzkammergut GmbH und Salzkammergut Media GmbH eng miteinander ab: So wird die Erdwärme auch zur Kühlung der Zuluft im Produktionsbereich eingesetzt – das soll die ehemals elektrische Klimaanlage ersetzen. Die Wärme von den Maschinen wird zurückgewonnen und als Heizenergie eingesetzt.

Der Strom für die Wärmepumpe soll ebenfalls bald selbst hergestellt werden: Die Dachflächen erhalten Photovoltaikanlagen (100 kWp, erwartete Leistung: 91.000 kWh/Jahr). „Durch die Einsparmaßnahmen gehe ich von einem reduzierten Energiebedarf aus, die Energie, die wir brauchen, wollen wir nachhaltig produzieren“, betont Mathias Schrabacher.

Neben Nachhaltigkeit setzt man auch auf Regionalität: Sowohl bei der Planung als auch bei der Ausführung wurden regionale Unternehmen beauftragt.

„Wollten eine langfristige Lösung“

Wie sich die gesetzten Maßnahmen genau auswirken, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen: „Nächsten Winter werden wir eine genaue Bilanz haben, heuer haben wir erst ein halbes Bild.“ Wann sich die Investition „rechnet“, sei aber ohnehin nicht im Zentrum der Überlegungen gestanden: „Eine Ersatzinvestition für die kaputte Ölheizung aus den 1980er Jahren wäre ohnehin angestanden, wir wollten eine langfristige Lösung“, erklärt Schrabacher. Diese wurde gefunden: „Das Tiefenbohrungsfeld hat eine Lebensdauer von 80 Jahren.“


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