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LAAKIRCHEN. UPM Kymmene Austria und Laakirchen Papier AG sind zwei Unternehmen, die auf dem Weg zur Dekarbonisierung ihrer Prozesse weit fortgeschritten sind.

Thomas Welt, Ernst Spitzbart, Erich Frommwald (v.l.) (Foto: WKOÖ)
Thomas Welt, Ernst Spitzbart, Erich Frommwald (v.l.) (Foto: WKOÖ)

Große Teile der oberösterreichischen Industrie sind energieintensiv. Die Industrie ist daher herausgefordert, ihre Versorgung zu sichern. Nur mit einer krisenfesten Energieversorgung und kalkulierbaren Energiekosten kann die Wirtschaft einerseits unseren Wohlstand sichern und andererseits die ambitionierten Klimaschutzziele weiterverfolgen“, ist Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie der WKOÖ, überzeugt. Dabei setzt die Industrie auch selbst wichtige Schritte zur Reduktion des Energieeinsatzes und zur Dekarbonisierung ihrer Prozesse. Beispiele seien UPM-Kymmene Austria GmbH und Laakirchen Papier AG, so Frommwald.

„UPM trägt zur Stabilität der Stromversorgung bei“

UPM betreibt am Standort Steyrermühl mehrere Erzeugungseinheiten für Energie. Darunter auch ein feststoffgefeuerte Wirbelschichtkessel, der gemeinsam mit der Laakirchen Papier AG betrieben wird, zur Verwertung von nicht mehr recyclebaren Papierfasern aus der Altpapieraufbereitung und Bauresthölzern, die nicht mehr der stofflichen Verwertung zugeführt werden. Der Wirbelschichtkessel ermöglicht die Erzeugung von Strom und Wärme für die Papierproduktion. Die anfallende Asche (Cinerit) wird für die Bodenstabilisierung, etwa für Hochwasserschutzbauten eingesetzt, so Ernst Spitzbart, Geschäftsführer der UMP-Kymmene Austria GmbH.

Die Abwärme aus der Faserproduktion wird für Heizzwecke im

Produktionsprozess genutzt. „Das größte realisierte Energieeinsparungsprojekt war der Umbau einer Fasererzeugungsanlage. Das entspricht einer Energieeinsparung von knapp zehn MW. Darüber hinaus werden in Laakirchen Haushalte und Gewerbebetriebe mit Fernwärme versorgt“, so Spitzbart. Dazu kommen Anstrengungen zur Verminderung des Erdgasverbrauchs sowie - als einziges Industrieunternehmen - die Teilnahme an Netzreserve APG.

Innovative Anaerobie-Anlage bei Laakirchen Papier

Im Sommer 2019 errichtete die Laakirchen Papier AG in Kooperation mit Heinzel Energy am Standort des mehr als 100 Jahre alten Wasserkraftwerks das Wasserkraftwerk Danzermühl. „Nach einem zweieinhalbjährigen Ersatzneubau konnte das neue Wasserkraftwerk in Betrieb genommen werden und produziert seither jährlich rund 45 Gigawattstunden nachhaltigen Strom für die Papierfabrik. Dies entspricht einem Jahresstrombedarf von über 11.000 Haushalten“, Thomas Welt, CEO der Laakirchen Papier AG.

Dazu kommt Sonnenenergie: Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Werkstätten, Lager und auch der zwei Papiermaschinen produzieren nachhaltigen Ökostrom und sparen jährlich 800 Tonnen CO2 .

Die Kläranlage in Laakirchen zählt bereits heute zu den größten Österreichs und wird in Kürze noch einmal deutlich erweitert. Durch die im Jahr 2017 errichtete Anaerobie-Anlage wird Biogas erzeugt, das bei der Dampferzeugung Erdgas ersetzt. Dadurch werden etwa 5000 Tonnen fossiles CO2 jährlich eingespart. Bald fällt der Startschuss für den Bau einer zweiten, etwa doppelt so großen Anlage mit einer zusätzlichen Einsparung von ca. 13.000 Tonnen CO2 jährlich.

Als weiteren Baustein zur Energiesicherheit hat die Laakirchen Papier AG Platz im Speicher Haidach gesichert. Mittlerweile sind fast 100 Prozent des gemieteten Speichers mit Erdgas gefüllt.


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