„Auch die nächste Generation soll vernünftig arbeiten können“
ST. KONRAD. Mit Energiesparmaßnahmen und einer Kanalsanierung setzt St. Konrad Schritte in eine nachhaltige Zukunft, erzählt Bürgermeister Herbert Schönberger im Tips-Interview.

Tips:Viele Gemeinden kämpfen angesichts der Teuerungen mit ihren Budgets. Wie schaut es in St. Konrad aus?
Bürgermeister Herbert Schönberger: Die Zahlungen für Krankenanstalten und Sozialhilfe machen 50 Prozent des Budgets aus, weitere 25 Prozent sind die Personalkosten. Dazu kommen Darlehen, die viel teurer geworden sind, Versicherungen und die restlichen Pflichtabgaben. Damit ist das Budget so gut wie erschöpft. Wir sind eine dörfliche Gemeinde und wollen das auch bleiben. Daher können wir auch die Ertragsanteile nicht steigern. Wir müssen – wie auch in einem privaten Haushalt – schauen, wo wir sparen können. Darum haben wir gemeinsam mit Bürgermeister Fritz Steindl von Gschwandt eine Energiegemeinschaft gegründet – die konstituierende Sitzung findet in nächster Zeit statt. Die Gemeinden Scharnstein und Altmünster haben sich uns bereits angeschlossen.
Tips:St. Konrad will ja bis 2040 klimaneutral sein. Wie weit ist man hier?
Schönberger:Bei der Schrattenauquelle ist eine Wasserturbine zur Stromerzeugung in Planung. Damit wird das Trinkwasser doppelt genutzt. Außerdem sind wir bei den Photovoltaikanlagen weiter im Ausbau: Bereits errichtet ist eine Anlage beim Schuldach sowie neu beim Badebuffet. Das passt perfekt, weil hier an schönen Tagen besonders viel Strom verbraucht wird. Sofern gesetzlich möglich, wollen wir außerdem mit einer Bausteinaktion weitere PV-Anlagen auf dem Turnsaal-Dach installieren. Der gewonnene Strom geht dann wieder in die Energiegemeinschaft.
Tips:Sind trotz der knappen Mittel auch Investitionen geplant?
Schönberger:Wir wollen jetzt die Kanalsanierungen angehen, eine Maßnahme, durch die wir auch wieder einiges einsparen werden. Wir haben nämlich viele Fremdwässer im Kanal – das sind Oberflächenwasser wie zum Beispiel Regen, der über undichte Stellen ins System eindringt. Unser Abwasser wird in die Kläranlage in Vorchdorf geleitet, wo wir nach Kubikmeter zahlen müssen. Derzeit sind das rund 84.000 Kubikmeter pro Jahr. Mit der Sanierung können wir etwa die Hälfte einsparen. Der gesamte Kanal wurde bereits mit einer Kamera befahren und untersucht. Jetzt muss er Schritt für Schritt repariert werden. Der erste große Auftrag wurde bereits vergeben, das Projekt selbst wird sich aber über mehrere Jahre hinziehen.
Tips:Das heißt: St. Konrad geht schlank und nachhaltig in die Zukunft?
Schönberger: Wichtig ist, dass wir die Schulden abbauen. Wir sind hier im Bezirk etwa im Mittelfeld, aber wir müssen schauen, dass wir die nächste Generation nicht belasten und dass sie vernünftig arbeiten kann.


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