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BAD ISCHL. Zu dem Wirbel um die Parktarife in Bad Ischl gesellt sich nun ein altbekanntes Thema hinzu: Das einst geplante Parkdeck auf dem Areal der Kaiserinsel. Tips hat nachgefragt, wie es um das Vorhaben bestellt ist.

Die Firma Zebau möchte ein Parkdeck in Bad Ischl bauen. (Foto: tl6781/Adobe)
Die Firma Zebau möchte ein Parkdeck in Bad Ischl bauen. (Foto: tl6781/Adobe)

„Wir wollen ja alle nicht, dass wir mehr Autos und Verkehr in der Stadt haben. Aber wir wollen für unsere Kunden aus den umliegenden Orten, dass sie schnell einen Parkplatz finden und bei uns einkaufen“, stellt Josef Zeppetzauer, Inhaber der Firma Zebau Bad Ischl, klar.

Beschluss bereits 2021 gefasst

Nachdem bereits 2021 ein Grundsatzbeschluss für die Errichtung eines Parkdecks auf der Kaiserinsel in Bad Ischl gefasst wurde, stellte Zeppetzauer im Herbst 2022 im Bauausschuss ein von ihm geplantes Projekt vor. Dabei ging es um ein Parkdeck mit bis zu vier Ebenen, das insgesamt 416 PKW-Stellplätze bieten solle. Inbegriffen sind dabei freilich auch E-Ladestationen und Stellplätze für Motorräder sowie Fahrräder. Zudem seien 200 Photovoltaik (PV)-Module auf dem Dach des Parkdecks vorgesehen. Die Kosten schätzte Zeppetzauer auf etwa 10 Millionen Euro.

Bekenntnis der Stadt gefordert

Seit der Projektpräsentation ist nun mehr als ein Jahr vergangen und zu hören ist von dem Bauvorhaben nichts mehr. Im Zuge der Debatte um die Erhöhung der Parktarife für die beschrankten Parkplätze in der Stadt hat nun auch dieses Thema wieder an Fahrt aufgenommen. In Stellungnahmen zu den vom Wirtschaftsbund mit Unterstützung der Liste Zukunft Ischl gesammelten 4.000 Unterschriften (Tips berichtete) gegen die Parkgebührenerhöhung, forderten beide Seiten ein „klares Bekenntnis der Stadtgemeinde“ zum geplanten Parkdeck.

Parkdeck vom letzten Stadtrat gestrichen

Die Bürgerliste ortet einen „Wahlkampfgag“ der SP, nachdem seit dem Grundsatzbeschluss trotz Vorarbeiten des Baustadtrates und der Wirtschaft „immer wieder gebremst“ werde, so Vizebürgermeister Hannes Mathes (ISCHL). Der zuständige Baustadtrat Franz Putz (ISCHL) zeigt sich merkbar verärgert, wenn er sagt, dass „trotz sauberer Vorbereitung und eindeutiger Beschlüsse in den Ausschüssen das Projekt kurzerhand von der Tagesordnung des Stadtrates am 16.3.2023 genommen wurde“. Dadurch sei eine Behandlung im Gemeinderat nicht möglich gewesen.

Gemeinde kann Parkdeck nicht finanzieren

Auf Tips-Nachfrage meint Bürgermeisterin Ines Schiller (SP), dass es „prinzipiell“ ein Bekenntnis dazu gebe. Derzeit laufe eine Überprüfung durch das Bundesdenkmalamt, da der gesamte Parkplatz „mehr oder weniger“ unter Denkmalschutz stehe. Warum das Thema vom Stadtrat genommen wurde, beantwortet sie nicht. Schiller betont aber, dass die Stadtgemeinde es sich nicht leisten könne, ein Parkdeck zu finanzieren. Sie weist die Kritik zurück, denn Herr Zeppetzauer habe das Projekt zwar präsentiert, es sei seither aber „nichts mehr gekommen“.

Kaiserinsel ist rote Zone

Die Kaiserinsel als Standort bezeichnet Zeppetzauer als den „idealen Platz“. Die Ortschefin gibt dabei zu bedenken, dass das Areal als rote Zone bezüglich Hochwasser deklariert ist. Darin sieht Zeppetzauer aber kein Problem, denn „auch der Auböckplatz ist rote Zone“ und bebaut. „Dafür gibt es Fachleute“, die ausrechnen, was möglich ist.

Gemeinsame Lösung wichtig

Sollten alle baurechtlichen Parameter abgeklärt sein, habe Schiller „kein Problem damit“, ihre „Unterschrift zu setzen“. Sie sei aber gespannt, ob sich ein Betreiber dafür finde, „da es hohe Preise braucht um rentabel zu sein“. Dazu meint Zeppetzauer, dass in diesem Punkt gemeinsam mit der Stadtgemeinde und den Ischler Unternehmern eine Lösung gefunden werden müsse, um das Parkdeck bezahlbar für die Einwohner und Gäste zu betreiben. Ob die Firma Zebau das Parkhaus auch selbst betreiben wird, ist noch nicht sicher. „Ausschließen möchte ich aber nichts“, stellt er abschließend klar.

Weiter als bis zur nächsten Wahl denken

Mathes schießt hingegen noch einmal gegen seine Mitbewerber: „Wer in der Stadtführung bis jetzt noch nicht gemerkt hat, dass unsere Stadt ohne Autos nicht lebensfähig ist, der verschließt die Augen vor den Problemen der Ischlerinnen und Ischler – oder noch schlimmer: er arbeitet vorsätzlich gegen die eigene Bevölkerung“. Dem widerspricht Stadtrat Martin Schott (GRÜNE) klar, indem er sagt: „Wir versuchen weiter zu denken als bis zur nächsten Wahl“, denn „die Klimakrise und alle Folgen bereiten uns sonst Probleme, die weit über eine kurze Parkplatzsuche hinausgehen“.


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