Digitale Angebote sind für Jugendliche selbstverständlich
BAD ISCHL. Bei einem Workshop mit Schülern aus Bad Ischl wurde wieder einmal deutlich: Es besteht großer Handlungsbedarf beim Ausbau digitaler Infrastruktur in Regionen wie dem Salzkammergut.

„Europa und speziell Österreich hinken in Sachen Digitalisierung weit hinterher. Dabei sind die Vorteile klar erkennbar und erfolgreiche Entwicklungen außerhalb der großen Städte möglich, was gerade für Österreich enorme Chancen bietet. Digitalisierung ist keine Technologie, sondern eine Einstellung im Kopf“, zeigte Gerold Weisz vom Startup-Center der FH OÖ den derzeitigen Stand der Entwicklungen und Nutzungsmöglichkeiten in der Region auf.
Ausbildung in Städten, arbeiten am Land
In Workshops erarbeiteten die Schüler mit Gerold Weisz, Consuela und Andreas Randacher vom Ingenieurbüro RAIL, Mario Lichtenegger von Smart Electric Systems, Chris Gütl von Captured Moments und Europaabgeordneten Hannes Heide (SP) die Themen Mobilität, Handwerk & Berufe der Zukunft, sowie die Veränderungen durch Digitalisierung auf Kultur und das Leben am Land. Die Ergebnisse aus den Workshops sind eindeutig: Die Schüler wollen zwar zur Weiterbildung und zum Studieren in urbane Zentren, äußern aber den Wunsch, wieder in ihre Heimatregion zurückkehren zu können. Dafür brauche es freilich bessere Infrastruktur in jeder Hinsicht, vom Internet über Mobilitätslösungen bis hin zu guter Kinderbetreuung oder leistbarem Wohnen.
Soziale und kulturelle Angebote müssen stimmen
Durch Digitalisierung werden zwar viele Arbeitsplätze verschwinden oder sich verändern, aber viele neue, qualifizierte Jobs entstehen, sind sich die Jugendlichen einig. Dazu stellten die Moderatoren fest: „Bildung ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen digitalen Leben am Land“. Heide betont: „Digitalisierung bietet gerade für so lebenswerte Regionen wie das Salzkammergut enormes Potential. Die Beispiele heimischer Unternehmen machen deutlich: Hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen auch abseits der großen Städte, wenn Grundbedingungen wie eine gute Internetverbindung, aber auch soziale und kulturelle Angebote vorhanden sind. Die Europäische Union hat dies erkannt und Förderprogramme für Digitalisierung in ländlichen Regionen geschaffen. Die Mittel werden nicht in Brüssel, sondern durch die Förderstellen im Bund und Land Oberösterreich vergeben“.


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