Gemeinde erweitert E-Tankstellen-Netz und setzt auf selbstgemachten Ökostrom
VORCHDORF. Mit dem Projekt #vorchdorf 2027 hat sich die Marktgemeinde Vorchdorf selbst eine Energiesparoffensive verordnet. In einem ersten Projektschritt wird nun die E-Ladeinfrastruktur im Ort kräftig ausgebaut.

Im Vorjahr wurde das Ziel per Gemeinderatsbeschluss fixiert: Die Gemeinde Vorchdorf will bis Ende dieser Legislaturperiode – also bis 2027 – selbst so viel erneuerbare Energie produzieren, dass der eigene Strombedarf gedeckt werden kann. Damit verbunden ist auch eine Energiesparoffensive. In einem ersten Projektschritt wird nun die die E-Ladeinfrastruktur in der Gemeinde massiv erweitert. Zu den beiden bestehenden Standorten (Schwarzelmüller-Parkplatz und Kitzmantelfabrik) kommen mit Sportplatz, Schulzentrum und Kindergarten Fischböckau drei weitere hinzu. Insgesamt werden zwölf neue Ladepunkte (11/22kW) und eine Schnell-Ladestation mit 100 kW errichtet.
Selbstgemachter Strom ersetzt Benzin und Diesel
Zweifel, ob durch dieses Projekt wirklich Energie gespart wird und nicht im Gegenteil der Verbrauch steigt, zerstreut Christian Hummelbrunner. „Es geht nicht nur um das Einsparen von Strom, sondern um das Einsparen von Energie insgesamt“, erklärt der Energieberater und Manager der Klima- und Energiemodellregion Traunstein (KEM). „Wir werden mit den E-Ladestationen keinen zusätzlichen Verkehr erzeugen sondern bestehende Fahrten mit Benzin und Diesel-PKW durch Fahrten mit E-Fahrzeuge ersetzen. Durch den bedeutenden Wirkungsgrad-Vorteil von E-Fahrzeugen ersparen wir durch jede an den E-Ladestationen verkaufte Kilowattstunde gleich vier Kilowattstunden an fossiler Energie aus Diesel oder Benzin“, erläutert der Experte.
Zudem werden vier der fünf Stationen direkt durch eigene Photovoltaik-Anlagen versorgt, lediglich beim Schwarzelmüller-Parkplatz ist dies nicht möglich. Tagsüber tankt man damit vor Ort „gemachten“ Strom – entweder über die angeschlossene PV-Anlage oder über den Verbund der Energiegemeinschaft Laudachtal. Außerhalb der Sonnenstunden ist es trotzdem erneuerbarer Strom, denn die Gemeinde bezieht nur Ökostrom von ihrem Lieferanten, so Hummelbrunner.


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