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OÖ. Die Einkommensschere zwischen Frauen und Männern liegt in Österreich laut Statistik Austria aktuell bei 12,4 Prozent. Konkret heißt das, Frauen haben im Jahr 2024 bis heute, 14. Februar, gratis gearbeitet. Neben mehr Lohntransparenz fordert die Landes-Politik vor allem den Ausbau der Kinderbetreuung und die Care-Arbeit mehr zu berücksichtigen.

45 Tage arbeiteten Frauen in Österreich im Jahr 2024 aufgrund des Gender Pay Gaps kostenlos. (Foto: nito/Adobe Stock)

„Es ist eine Schande für Österreich, dass Frauen in unserem Land immer noch deutlich weniger verdienen als Männer“ sagt Landtagsabgeordneter Mario Haas (SP). Nach der Einkommensberechnung der Statistik Austria aus dem Jahr 2022 liegt die geschlechterspezifische Einkommensschere – der Gender Pay Gap – unter vollbeschäftigten Frauen und Männern bei 12,4 Prozent. Konkret sind das 45 Tage, an denen Frauen gratis arbeiten. Von der Care-Arbeit wie Kinderbetreuung oder auch der Pflege Angehöriger spricht man dabei noch gar nicht. Im Bundesländervergleich liegt Oberösterreich mit 65 Gratis-Arbeitstagen für Frauen sogar am vorletzten Platz, nur Vorarlberg liegt noch dahinter. Mit nur zwölf Gratis-Tagen verdienen Frauen in Wien im Geschlechtervergleich am besten.

Mehr Druck durch Veröffentlichen der Gehälter

Einen Grund dafür sehen die SPOÖ und die Grünen OÖ in der Lohntransparenz, die immer noch zu wenig vorhanden sei. Reinhard Ammer (Grüne) hat dazu eine klare Meinung: „Dass Frauen und Männer für die gleiche Tätigkeit noch immer unterschiedlich entlohnt werden, ist inakzeptabel“, stellt er klar. Um dem entgegenzuwirken, brauche es einen Vergleich der Löhne, und dafür müssen Unternehmen die Gehälter offenlegen. „Denn dann wächst der Druck“, meint Ammerer und sieht das Land OÖ am Zug: „Die öffentliche Hand kann das in ihrem Einflussbereich jederzeit machen und wäre somit ein wichtiges Vorbild“. Haas schließt sich der Forderung nach mehr Lohntransparenz an und fordert zudem den Ausbau der Kinderbetreuung. Auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (VP) schließt sich der Meinung an: „Frauen leisten im Beruf dasselbe wie Männer und müssen dafür auch dieselbe Entlohnung erhalten. Die Einkommensschere muss weiter geschlossen werden, um Einkommensgerechtigkeit zu schaffen“.

Teilzeit-Falle wegen mangelnder Kinderbetreuung

Mit dieser Forderung können auch die oö. Freiheitlichen etwas anfangen, denn die sieht vor allem die Teilzeit-Falle als Grund für den Gender Pay Gap und die steigende Pensionsarmut für Frauen. „Viele Frauen haben auf Grund mangelnder Kinderbetreuung gar keine Wahl und müssen so lange in der Teilzeitarmutsfalle bleiben, bis die Kinder so selbstständig sind, bis ein Aufstocken der Arbeitszeit dann überhaupt möglich ist“, sagt die Frauen- und Familiensprecherin der Rosa Ecker. Aus ihrer Sicht gäbe es für die massive Einkommensschere in Österreich mehrere Gründe: Etwa, dass Frauen vorrangig in Niedriglohnberufen arbeiten und durch die Entscheidung, Kinder zu bekommen, meist in die Teilzeit-Falle rutschen. Das sieht auch Felix Eypeltauer, Bildungssprecher der Neos OÖ, so: „Im Wirtschaftsbundesland OÖ muss jede Frau, die das will, guten Gewissens arbeiten gehen können und ihre Kinder in einer hochwertigen Bildungseinrichtung wissen. Für die Gleichstellung, Bildungschancen aller Kinder und den Wirtschaftsstandort gibt es kein wichtigeres Handlungsfeld als den Ausbau hochwertiger Kinderbildung im ganzen Land“. Deshalb müsse der flächendeckende Ausbau hochwertiger Kinderbetreuung „oberste Priorität“ haben.

Gender Pay Gap wird zu Gender Pensions Gap

Das Problem mit der unbezahlten Care-Arbeit, die vorrangig an Frauen hängenbleibe, kritisieren auch die Freiheitlichen. „Care-Arbeit wird nach wie vor nicht entsprechend entlohnt und pensionsrechtlich berücksichtigt. In Folge ergibt sich dann der Gender Pensions Gap, also die massive Pensionslücke“, so die klare Meinung von Ecker und der zweiten FP-Landtagspräsidentin Sabine Binder. Damit würden „Frauen trotz Fleiß und Bemühungen in Armut, vor allem aber in die Abhängigkeit vom Partner und von staatlichen Almosen gedrängt.“ Haberlander sieht dies ebenso und fordert deshalb, dass „gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit selbstverständlich sein muss und ebenso die finanzielle Absicherung von Frauen, besonders auch in der Pension. Es wird daher höchste Zeit für das verpflichtende Pensionssplitting“.

Ein erster Ansatz sei laut Ecker, „endlich die Löhne und Gehälter in den Niedriglohnberufen anzuheben. Wir bleiben dabei: Wer Betreuungs- und Pflegearbeit leistet, muss dann auch einen entsprechenden Pensionsanspruch daraus erhalten. Mutter-Sein darf nicht länger zu einer finanziellen Bestrafung durch die Hintertür führen“.


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