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OHLSDORF. (Update) „59.000 Tonnen Altreifen sollen zugeschüttet werden“ – diese Schlagzeile bekommt derzeit sehr viel Aufmerksamkeit. Bürger in Ohlsdorf sind besorgt und die Gemeinde ist klar gegen den Verbleib der Reifen in der Deponie.

Kritik und Sorge um Altreifen in Ohlsdorf (Symbolfoto) (Foto: stock.adobe.com/Karl-Heinz H)
Kritik und Sorge um Altreifen in Ohlsdorf (Symbolfoto) (Foto: stock.adobe.com/Karl-Heinz H)

Ursprünglich wäre geplant gewesen, dass die Reifendeponie in Ohlsdorf geräumt wird. Nun ist nur noch von einer „dauerhaften Sicherung“ die Rede und ein Bescheid der Direktion für Umwelt und Wasserwirtschaft des Landes Oberösterreich erlaubt, die rund 59.000 Tonnen Altreifen mit einer bis zu vier Meter dicken Erdschicht abzudecken.

Beantragt wurde die Änderung der Sanierungsarbeiten von der Betreiberfirma „Energetische Reifenversorgungs GmbH“ (ERG).

Starke Kritik

Neben starker Kritik aus der Landespolitik, vor allem von den Grünen und der SPÖ, lehnt auch die Gemeinde Ohlsdorf die geplante Sicherung und somit den Verbleib der Reifen in der Deponie ab. Gründe dafür sind die Brandgefahr und mögliche Risiken für das Grundwasser.

Zwar soll durch die vier Meter dicke Erdschicht das Risiko eines Schwelbrandes möglichst gering gehalten werden, die Vergangenheit zeigt jedoch Altlasten. Bereits 2000 und 2016 kam es auf dem Gelände zu Großbränden.

FPÖ-Nationalratsabgeordneter Michael Fürtbauer ist Gemeinderat in Ohlsdorf und fordert die Offenlegung aller relevanten Akten und Bescheide. Laut ihm hätten „Land und Gemeindeführung nur zugesehen, anstatt die Umsetzung des Bescheids durchzusetzen“.

Sorge in Ohlsdorf

„Tagtäglich erreichen mich Anrufe und E-Mails von besorgten Bürgern, vor allem aus Ohlsdorf, aber auch darüber hinaus“, schildert Bürgermeisterin Inés Mirlacher (SPÖ). Diese Bürger müsse sie in erster Linie aufklären, woher der Bescheid kam und inwieweit die Gemeinde involviert war.

„Wir hatten nur das Recht, eine Stellungnahme abzugeben, diese lautete mittels Beschluss aller Fraktionen, dass die Gemeinde Ohlsdorf gegen den Verbleib der Reifen in der Deponie ist“, erklärt die Ortschefin weiter.

„Wir müssen auf unseren Planeten schauen“

Weiters bedauere Mirlacher, dass Ohlsdorf schon wieder negativ in den Schlagzeilen gelandet sei und finde es wichtig, dass Kinder eine lebenswerte Zukunft vor sich haben. „In meiner Jugend war der Umweltgedanke leider noch nicht so ausgereift und genau deshalb kommen nun viele Verfehlungen ans Tageslicht und genau deshalb müssen wir auf unseren Planeten schauen.“

Weitere Schritte

In einer eigens einberufenen Vorstandssitzung einigte sich der Ohlsdorfer Gemeindevorstand einstimmig darauf, den Rechtsweg zu beschreiten und einen Einspruch gegen den Bescheid des Landes Oberösterreich einzureichen. Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) begrüßt die Entscheidung der Gemeinde Ohlsdorf, den Rechtsweg zu beschreiten: „Es ist dringend geboten, die Aufhebung des Räumungsbescheids rechtlich überprüfen zu lassen.“


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