Landtag schafft finanzielle Grundlage für Kasberg-Übernahme
GRÜNAU IM ALMTAL. Der Oö. Landtag hat heute die finanzielle Grundlage für die Übernahme und weitere Entwicklung des Kasbergs geschaffen. Auch aus Sicht der Fördergenossenschaft „lebenswertes Almtal“ stehe die Übernahme vor dem positiven Abschluss.

Beim Kasberg wurde ein Finanzierungsrahmen von bis zu zehn Millionen Euro für Übernahme, Betrieb, notwendige Ersatzinvestitionen und die Planung einer zukunftsfähigen Beschneiung genehmigt. Weitere bis zu sieben Millionen Euro sind für Personal-, Rückbau- und Rekultivierungsverpflichtungen vorgesehen. Die Mittel fließen nach tatsächlichem und nachgewiesenem Bedarf.
„Der Kasberg gehört zum Almtal und ist für viele Familien, Schulen und Vereine ein wichtiges und beliebtes regionales Skigebiet. Deshalb handeln wir und schaffen eine Perspektive: Wir sichern den laufenden Betrieb und arbeiten gleichzeitig an einer langfristigen Lösung. Erfreulich, dass nun auch von der Fördergenossenschaft positive Signale kommen“, so Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP).
Positive Sicht auf Abschluss
Nachdem letzte Woche Zweifel laut geworden sind, stehe die geplante Übernahme der Almtal Bergbahnen durch die TTG (Traunsee Touristik GmbH Nfg. & Co KG – eine 100% Tocher der OÖ Seilbahnholding) steht aus Sicht der Fördergenossenschaft lebenswertes Almtal vor dem positiven Abschluss.
Die mit der Angelegenheit befassten Vorstände der Genossenschaft, Karl Drack und Michael Stadler können nach Abschluss der Verhandlungen und den Beschlüssen der Landespolitik nunmehr dem Übernahme-Vertrag zustimmen: „Nachdem das Land Oberösterreich durch den heutigen Landtags-Beschluss die finanzielle Absicherung der Übernahme festgeschrieben und in einem ersten Schritt einen Gesamtfinanzierungsrahmen in Höhe von zehn Millionen Euro für den Zeitraum der Finanzjahre 2026 bis 2028 beschlossen hat, können wir nun als Miteigentümer dem Kaufvertrag zustimmen.“
Beschneiungskonzept sei „ein Wermutstropfen“
Nun wird insbesondere ein zukunftsfähiges Beschneiungskonzept erarbeitet und die Grundlage für die weiteren Investitionsentscheidungen geschaffen. Bis dahin werden die Betriebsabgänge innerhalb des beschlossenen Finanzierungsrahmens abgedeckt. „Beim Kasberg gehen wir Schritt für Schritt vor: Jetzt schaffen wir Sicherheit für den laufenden Betrieb, parallel erarbeiten wir die langfristige Perspektive mit einer zukunftsfähigen Beschneiung. Auf dieser Grundlage werden die nächsten Investitionsentscheidungen getroffen“, erklärt Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP).
Die Vorstände der Fördergenossenschaft „lebenswertes Almtal“ möchten auch denBlick in die Zukunft richten: „Ein Wermutstropfen bleibt für uns, dass im Finanzrahmenzwar auch die Erarbeitung und Planung eines zukunftsfähigen Beschneiungskonzeptesenthalten ist, jedoch keine Garantie für den tatsächlichen Bau einer modernenVollbeschneiung und auch keine nachhaltige Lösung für die Gruppenumlaufbahn. DieVergangenheit hat uns gezeigt, dass aufgrund fehlender Planungssicherheit die touristischeEntwicklung im Almtal gehemmt ist. Oberstes Ziel der Politik wird daher die Schaffung vonPlanungssicherheit sein, um Investoren ins Almtal zu bringen.“
Grüne sehen „keine gesicherte Rettung“
„Wer schätzt ihn nicht, den Kasberg. Wichtig für das Almtal und unzählige Familien. Aber das heute ist nicht seine gesicherte Rettung. Es ist eine teure Rutschpartie bis knapp über den Wahltag. Die Finanzierung gilt für zwei Jahre, die richtig teuren Investitionen kommen erst dann. Es gibt kein langfristiges Konzept, keine Offenlegung der externen Prüfung. Es gibt viele ungeklärte Fragen. Damit wird ein fast genau 10-jähriges Herumkreisen um den Kasberg de facto fortgesetzt. Dafür gibt es keine Zustimmung der Grünen“, stellt der Grüne Klubobmann Landesabgeordneter Severin Mayr klar. „Wir wollen langfristige Sicherheit, kein teures Abschieben der Verantwortung.“
Haas (SPÖ) fordert klaren Zeitplan
„Die Übernahme in die Holding über die Traunsee Touristik GmbH ist für mich nur der erste Schritt. Wenn Landesrat Achleitner jetzt nicht liefert, geht sich ein Baustart für Lift und Beschneiungsanlagen vor der Landtagswahl nicht mehr aus. Ich erwarte mir daher rasch einen klaren Zeitplan, wie ein tragfähiges Betriebskonzept in Umsetzung kommt und volle Transparenz gegenüber Region und Landtag. Nur so kann das Skigebiet mit neuem Schwung in die Saison 2027/28 starten“, mahnt SPÖ-Landtagsabgeordneter Mario Haas
Laut Neos „nicht verantwortungsvoll“
„Das Land hatte zehn Jahre Zeit, ein Betriebskonzept und eine nachhaltige Zukunft für den Kasberg zustande zu bringen. Nichts davon liegt heute vor. Stattdessen übernimmt das Land ein wirtschaftlich angeschlagenes Skigebiet und veranschlagt Millionen an Steuergeld, ohne ein langfristiges Konzept vorlegen zu können“, kritisiert Neos-Landessprecher und Klubobmann Felix Eypeltauer.
„Damit ist nicht einmal geklärt, ob und unter welchen Bedingungen der Betrieb nach dem kommenden Winter weitergehen kann. Das ist weder gegenüber den Steuerzahlern noch gegenüber den Menschen im Almtal verantwortungsvoll.“








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