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Weltnaturerbe Dürrenstein – ein erhaltenswertes und einzigartiges Naturjuwel

Leserartikel Rosemarie Schauer-Wolkenstein, 13.10.2017 12:24

GÖSTLING. Das Wildnisgebiet Dürrenstein wurde zum UNESCO-Weltnaturerbe erhoben - eine besondere Auszeichnung und ein Grund zum Feiern. Friedrich Salzer, Bürgermeister von Wolfpassing ist studierter Geologe und sprach mit Tips über die Führungen zur Geologie, die er im Randbereich des Wildnisgebietes macht.

Die Kinderschuhplattler aus Gaming bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt
  1 / 4   Die Kinderschuhplattler aus Gaming bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt

Trotz des regnerischen Wetters fanden sich über 400 Besucher in Göstling ein, um gemeinsam mit LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) und Witzekönig Harry Prünster auf die Auszeichnung mit dem, speziell für das Fest gebraute Weltnaturerbe-Bier, anzustoßen. Der Festsaal des Pfarrkulturhauses, wohin die Feier kurzfristig verlegt worden ist, war bis auf den letzten Platz gefüllt.

Am Festprogramm begeisterten insbesondere die Kinderschuhplattler aus Gaming, die mit zwei Tänzen hier ihren ersten Auftritt hatten.

Christoph Leditznig, der geschäftsführender Obmann des Wildnisgebietes Dürrenstein stellte das 3500 Hektar große Gebiet vor, das es als Lebensgrundlage für heute und morgen zu erhalten gelte. Besucher sind darum im Naturschutzgebiet bestimmten Regeln, wie dem Wegegebot, unterworfen. „Hier ist der Mensch Beobachter“, so Leditznig, „Prozesse im Wildnisgebiet laufen ohne Zutun des Menschen ab“.

Vielfalt als und in der Region

Der Göstlinger Bürgermeister Friedrich Fahrnberger (ÖVP) betonte die vielseitigen sportlichen und kulturellen Möglichkeiten in der Region. Im Gebiet gebe es einerseits das sensibles Naturschutzgebiet aber auch intensiv genutzte Tourismusregionen, wie das Hochkar als schneesicherstes Schigebiet in Niederösterreich oder das Mendlingtal, das 2014 Landessieger für Niederösterreich bei 9 Plätze - 9 Schätze wurde.

Bürgermeisterin Renate Gruber aus Gaming (SPÖ) wies auf die Vielfalt regionaler Produkte hin – von der Fischzucht über Milchprodukte bis zu zwei privaten Brauereien gebe es eine facettenreiche Auswahl regionaler Schmankerl, die „am Besten in der herrlichen, freien Natur schmecken“, so Gruber.

Bürgermeister Martin Ploderer (ÖVP) aus Lunz am See zeigte die vielen Möglichkeiten für Wanderer und Sportler und den großartigen Erholungswert auf, den die Region Sommer und Winter bietet.

Geologische Führungen

Auch der Bürgermeister von Wolfpassing, Friedrich Salzer (ÖVP) war gemeinsam mit seiner Gattin Birgit unter den Festgästen. Salzer macht im Randbereich des Wildnisgebietes Führungen zur Geologie.

Tips: Warum ist gerade dieses Gebiet besonders interessant?

Friedrich Salzer:Besonders im Randbereich des Wildnisgebietes ist die Geologie besonders abwechslungsreich. Bezüglich Gesteinsstruktur gibt es Kalkstein und Dolomit. Das Gestein ist hier in verschiedene Richtungen geschichtet. Ich habe immer einen Kompass dabei, damit man diese Richtungen bestimmen kann. Auch die Gesteinsart wird durch die Reaktion mit einer bestimmten Chemikalie bestimmt.

Tips: Wie läuft so eine Führung normalerweise ab?

Salzer: Im Steinbachtal beim Bögelwirt ist der Ausgangspunkt für die Führungen. Eine Führung dauert etwa vier Stunden – man kann sich das als eine gemütliche Wanderung vorstellen, die auch geeignet ist für Kinder und die Wege sind auch kinderwagentauglich. Auf halber Strecke machen wir gemütlich eine Mittagspause und dann gehen wir wieder weiter. Es sind auch immer wieder Kinder mitgegangen, auch mit Pfadfindergruppen habe ich schon Führungen gemacht.

Tips: Wie oft gibt es diese Führungen und muss man sich dafür anmelden?

Salzer:Die gibt es normalerweise zwei Mal im Jahr und - ja, man kann sich beim Tourismusverband Göstling anmelden, die Termine werden von der Tourismusinfo Göstling ausgeschrieben. Der erste Termin ist immer im Mai, so um den Muttertag herum, der zweite Termin ist im Sommer, meistens Ende Juli.  

Tips: Noch eine letzte Frage: Was haben Sie bis jetzt für einen Eindruck vom Fest?

Salzer:Das Fest ist fantastisch, ich finde es toll, dass das Wildnisgebiet den Status des Weltnaturerbes erlangt hat. Das ist wirklich einzigartig und vor allem eine Sache, die man nicht einfach herstellen kann. Durch Zufall und viel Glück ist dieses Gebiet unberührt geblieben und es ist ganz wichtig, dass das erhalten bleibt.

Friedrich Salzer ist studierter Geologe, Bürgermeister der Gemeinde Wolfpassing und arbeitet beim Amt der Niederösterreichischen Landessregierung in der Abteilung Hydrologie und Geoinformation als Hydrologe.


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