Als Grieskirchen zu einem "Woodstock im Miniformat" wurde
GRIESKIRCHEN. „The Ruby Tubes“, eine Band aus Grieskirchen, für die mit Songs der Rolling Stones eine ungeahnte, 17-jährige Bandgeschichte begann, die Musik aus einer bewegenden Zeit mit einer Extraportion Authentizität auf die Bühne bringt und die Grieskirchen zu einem Woodstock in Miniformat verwandelte, spielt am 3. Mai im Grieskirchner Bahnhofbuffet.

Bei einem Auftritt, beim legendär gewordenen „Bandrevival“ in Weibern, bei dem ältere beziehungsweise bereits in die Jahre gekommene Musiker der heimischen Rock- oder Bluesszene aus dem Bezirk Grieskirchen zusammentrafen, um sich für ein einmaliges Ereignis vor einem Publikum ein letztes Mal zu präsentieren, hat sich die Band „The Ruby Tubes“ zusammengefunden. Damals noch namenlos, coverten sie an diesem Abend Songs von Creedence Clearwater Revival und den Rolling Stones. Der Anklang bei den Besuchern war so groß, dass aus einer Eintagsfliege eine nicht geplante 17-jährige Bandgeschichte entstand. „The Ruby Tubes“ sind die Röhren der Gitarrenverstärker, wovon sich der Bandname ableitet.
Urgesteine der Rockmusik
Die vierköpfige Band spielt gitarrenlastige Songs aus den 60er-und 70er-Jahren. Der musikalische Schwerpunkt liegt bei zwei Urgesteinen der Rockmusik. Zum einen sind es Creedence Clearwater Revival, die mit ihrem erdigen Sound (einem Mix aus Country und Rock´n´Roll) unzählige Welthits (Proud Mary) in dieser Zeit landeten und zum anderen sind es die Songs der wohl dienstältesten Band, den Rolling Stones. Garniert wird das Programm noch mit Klassikern von Bob Dylan, Ray Davies, Tom Petty und anderen. An ein Ereignis der Bandgeschichte erinnern sich „The Ruby Tubes“ noch besonders. Schlagzeuger Ernst Lugmayr schildert diesen Auftritt, wo schlussendlich nicht mehr die Musiker selbst sondern der Wettergott den Ton angab: „Unvergessen bleibt ein Auftritt bei einem Straßenfest in Grieskirchen vor vielen Jahren. Es sollte ein schöner Abend werden, doch ein verheerendes Unwetter machte uns einen gehörigen Strich durch die Rechnung“, erzählt Lugmayr. „Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen. Nachmittags noch Sonnenschein, heiß, nicht eine Wolke am blauen Himmel. Der Wetterbericht sprach nur von ein paar Tropfen Niederschlag am Abend. Die Bühne mit Blick zum Roßmarkt 1 war bereits aufgebaut, eine Bar, viele Stehtische mit Kerzerl darauf, alles war auf der dafür gesperrten Straße für diesen Sommerabend gerichtet und vorbereitet. Geradezu kitschig starteten wir bei Sonnenuntergang mit „Start Me Up“ von den Stones unser musikalisches Programm.
Wettergott spielte mit
Die schwarze Wolke am Himmel war für uns dabei nicht zu sehen, jedoch das laute Grollen war nicht zu überhören. Nun machte sich darauffolgend auch der Wind spürbar und klatschte die Bühnenplane laut auf die metallenen Verstrebungen. Die Gäste suchten sich darauf Unterschlupf bei den Eingängen oder den Überdachungen der Geschäfte, bei der Musikschule oder beim Eingang der heutigen Tips-Redaktion. Wir spielten in Blues-Brothers-Manier vor der menschenleeren Straße bis es um 22 Uhr endgültig zum Showdown kam. Der Himmel öffnete alle Schleusen und ein Wolkenbruch ging nieder, als wäre der Jüngste Tag gekommen. Das Prasseln des Regens auf den Bühnenplanen war lauter als die Musik selbst. Die Deckenplane, gefüllt mit einer Unmenge Regenwasser, drückte sich bedenklich weit auf uns herab, wie eine übergroße Beule, die jeden Moment zu platzen drohte. Ich erinnere mich noch genau als Besucher damals vergnügt im Rhythmus zu „I can“t get no satisfaction“ auf der Straße tanzten, klitschnass und barfuß. Sie hoben die Hände zum Himmel, sangen den sich immer wiederholenden Refrain des Liedes mit und freuten sich offensichtlich über das Unwetter und Musik, die noch immer aus den Boxen dröhnte. Woodstock im Miniformat, wenn man so will, bis vom Techniker aus Sicherheitsgründen endgültig der Stecker gezogen wurde.“
Musik aus einer bewegenden Zeit
Beim Konzert im Grieskirchner Bahnhofbuffet dürfen sich die Besucher vor allem auf gute Musik aus einer bewegenden Zeit, den 60er- und 70er-Jahren, freuen, die von den Musikern möglichst authentisch vorgetragen wird. Zusammen einen guten Song zu erlernen und zu erarbeiten, um ihn dann vor Publikum live spielen zu können, ist die große Leidenschaft der Band. „Findet er dort auch Gefallen, dann haben wir eigentlich schon alles erreicht“, sagt Lugmayr.


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