Kleine Monster erobern die Bezirke Grieskirchen und Eferding
GRIESKIRCHEN/EFERDING. Sie verstecken sich in verwinkelten Gassen, in Büros oder auf Bäumen und nehmen auch schon mal auf Parkbänken Platz. Sie sind klein, bunt, sehen niedlich aus und animieren Smartphone-Nutzer zu kilometerlangen Spaziergängen. „Pokémon Go“, der neueste Trend in Sachen Handyspiel mit den kleinen Monstern als Hauptakteure, hat nun auch die Bezirke Grieskirchen und Eferding erobert. Tips hat sich bei Pokémon-Fans umgehört, was sie an der virtuellen Monsterjagd fasziniert.

Bei einem Spaziergang durch die Stadt Grieskirchen fallen sie auf - Menschen, die mit ihrem Smartphone in der Hand und den Blick konzentriert darauf gerichtet, durch die Gassen laufen. Meist ohne auf ihre Umgebung zu achten, drehen sie ihre Runden, das Handy zeigt ihnen schon den Weg - zum nächsten Monster, das schließlich mittels ein paar Berührungen auf das Handydisplay und einem virtuellen Ball „eingefangen“ werden kann. Seit Mitte Juli kann das Spiel auch in Österreich heruntergeladen werden und zog Handynutzer vom ersten Moment an in seinen Bann. Dabei sind Pokémon - der Name steht für „Pocket Monster“ also „kleine Monster – ein neues Phänomen. Bereits in den 1990er Jahren waren Pokémon wie Pikachu und Co. ein Hype, verschwanden dann aber wieder von der Bildfläche um, so scheint es, im 2016er Jahr erneut die Welt zu erobern. Vielen Fans sind die Pokémon noch aus ihrer Kinderheit bekannt, so wie der 25-jährigen Katrin Weissenböck aus Hofkirchen, die sich auch jetzt wieder von den kleinen Monstern verzaubern lässt. „Ich bin mit Pokemon aufgewachsen, es war Kult. Ich spielte es in jungen Jahren schon auf dem Game Boy“. Seit sie das Spiel am Handy installiert hat, habe sie 26 Kilometer zurückgelegt. „Ich spiele Pokémon eher Zuhause oder auf Wiesen und in Wäldern“, erklärt die 25-Jährige, die auch schon mal gerne gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Tochter auf Pokémon-Fang geht. Auch der 32-jährige Jürgen Reitbauer aus St. Agatha hat sich vom Pokémon-Virus infizieren lassen. „Ich habe durch Social-Media von dem Hype um das Spiel erfahren und wollte es ausprobieren. Nachdem man gleich nach ein paar Minuten drei bis vier verschiedene Pokémons fängt, entwickelt sich da gleich ein kleines Suchtgefühl“, erklärt der Agathenser. 21 Kilometer sei er bereits gewandert und trotzte dabei schon mal Wind und Wetter. „Neulich waren wir zu viert in Aschach, weil da zwei Pokéstops in unmittelbarer Nähe sind. Wir haben dann Lockmodule gestartet (“Lockmodule“ locken im Spiel für 30 Minuten mehr Pokémon an, die jeder Spieler fangen kann, Anm.). Nach kurzer Zeit hat es zu regnen begonnen. Nachdem wir die Lockmodule aber noch 20 Minuten hatten, wollten wir nicht weg. Dann sind noch weitere Pokémonspieler dazugekommen und so sind schließlich zehn Leute im Regen gestanden und haben in ihre Handys gestarrt“, erzählt Reitbauer.
Vernetzung via Facebook
Die Pokémon-Gemeinschaft in den Bezirken Grieskirchen und Eferding vernetzt sich bereits über Facebook, motivierte Monsterjäger posten ihre Fangerfolge oder tauschen sich über Neuigkeiten zum Spiel aus. Daniel Peer aus Grieskirchen erstellte beispielsweise die „Pokémon Go“-Seite für Grieskirchen. In Eferding tauscht man sich in der „Pokémon Go Gruppe Eferding“ aus. Mit der Facebook-Seite soll, wie Daniel Peer sagt, eine Gemeinschaft entstehen, wo sich Pokémon-Fans zusammenfinden und austauschen können. Die Seite erreicht teilweise eine Reichweite von 14.000 Nutzern. Auch für den 26-Jährigen weckt das Spiel Kindheitserinnerungen: „Der Großteil jener, die jetzt Pokémon spielen ist zwischen 25 und 28 Jahre alt, also die Generation aus den 90ern, die die Serie und das Spiel noch mitbewegt hat. Aus einer Zeit, wo es noch Game Boys gab“.
Gefahr beim Monsterjagen
Das Eintauchen in die virtuelle Welt bei dem die Umwelt oft komplett ausblendet wird, ist nicht immer ganz ungefährlich. Das musste auch Katrin Weissenböck erfahren. „Manche Nutzer spielen unter dem Fahren und riskieren dadurch ihre Sicherheit und die der anderen. Andere wiederum laufen einfach über die Straße ohne auf den Verkehr zu achten. Ich kam auch schon mal in eine riskante Situation also ein Fahrer vor mir eine Vollbremsung hinlegte und ich das Auto gerade noch zum Stehen bringe konnte ohne aufzufahren. Beim Vorbeifahren sah ich, dass er Pokémon spielte“, erzählt die 25-Jährige. Daniel Peer sieht im Spiel keine Gefahr sondern, im Gegenteil, einen großen, positiven Effekt: „Das Spiel bewegt die Leute dazu sich wieder mehr zu bewegen. Ich denke, die Spieler sind vernünftig und passen auf, dass nichts passiert“.
Tipp der Polizei
Zwar gab es seit dem Start des Pokémon-Spiels in Eferding und Grieskirchen noch keine besonderen Vorkommnisse, dennoch warnt die Polizei ausdrücklich davor, sich beim Pokémonfangen nicht strafbar zu machen oder seine Mitmenschen zu gefährden: „Abzuraten und auch verboten ist das Spiel allemal beim Lenken von Fahrzeugen. Auch als Fußgänger sollte man die gebotene Sorgfalt und Achtsamkeit im Straßenverkehr nicht vernachlässigen. Und auch der Grundsatz der Rücksicht gegenüber anderen Personen sollte gewahrt bleiben. Das Betreten von Privatgrundstücken könnte zu einer zivilrechtlichen Klage führen“, erklärt Christian Stemmer von der Polizeiinspektion Grieskirchen.


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