„Es geht hier wirklich um Leben und Tod“
SCHLÜSSLBERG. Was man tagtäglich an Müll entlang von Straßen und Gewegen findet, kann einem wirklich auf den Magen schlagen. Im Fall von Markus Eder und seinen Kühen geht es aber um weit mehr als um ein flaues Magengefühl. „Hier geht es um Leben und Tod“, betont der Schlüßlberger Landwirt.

Immer wieder findet er in den Futterresten zerfetzte Dosen und Glasflaschenteile, beides rasiermesserklingenscharf. „Und das ist nur das was ich in den Resten finde. Wer weiß, was die Kühe zuvor schon mit dem Futter verschluckt haben“, so Eder. Kühe sind Fluchttiere. Sie achten nicht darauf was sie fressen, da sie von Natur aus jeden Moment zur Flucht bereit sein müssen. Letztes Jahr ist eine Kuh bereits an den Folgen gestorben. „Bei einer Obduktion wurden Reste einer Dose gefunden, die den Magen aufgeschnitten haben“, so der Landwirt.
Das Gras, das er seinen Kühen in Form von Grassilage füttert, stammt von seinen eigenen Wiesen. Er versucht natürlich Dosen, Flaschen und Co beim Mähen zu erkennen, vom Traktor aus ist das aber sehr schwierig. Manchmal schickt er die Oma mit den Enkelkindern zum Aufklauben vor. Entlang der Eisenbahn sei es besonders schlimm aber auch im Zentrum von Schlüßlberg hat Markus Eder bewusst eine Wiese umgepflügt. In diesem Fall war der Hundekot das Problem, der ist nämlich „extrem gefährlich für ungeborene Kälber.“
Um seine Kühe zu schützen, hat der Landwirt nun Informationsschilder aufgestellt: „Es geht hier nicht nur um Landschaftspflege sondern um aktiven Tierschutz. Wenn sich nur einer nach einer Dose bückt, habe ich etwas erreicht.“


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