Sie schützen das Gedächtnis der Stadt
GRIESKIRCHEN. Die Vergangenheit der Stadt Grieskirchen liegt in ihren Händen: Walter Zauner und Friedrich Humer betreuen seit circa fünf Jahren die beiden Archive der Stadt. Während Zauner im Erdgeschoss der Landesmusikschule für die Geschichte der Stadtgemeinde in Form von Ordnern, Urkunden und alten Fotos verantwortlich ist, kümmert sich Friedrich Humer um die lange und detailreiche Historie der Pfarre.

2200 Bilder und 50.000 Zetteln aus vergangener Zeit lassen sich bei Walter Zauner finden. „Wir können aus dem Archiv lesen, wie sich die Personen und die Stadt selbst entwickelt haben“, meint Zauner und ergänzt: „Die Geschichte wiederholt sich im Grunde immer wieder.“ Im Pfarr-archiv hat Friedrich Humer das Sagen. Besonders stolz ist er darauf, dass in Grieskirchen das älteste Matrikenbuch der Diözese Linz zu finden ist. Mit dem ersten Eintrag im Jahr 1568 zeichnet das Buch alle Tauf-, Sterbe-, und Hochzeitsfälle auf. „Früher mussten die Pfarren Aufzeichnungen führen, damit man wusste, wie viele Katholiken es in der Gemeinde gibt“, erklärt Humer. Für ihn ist die Archivarbeit besonders spannend, weil es das Gedächtnis der Pfarre und der Stadt ist. Allerdings werden die Archive leicht vergessen. „Wir sind sehr gefragt, wenn es um ein Jubiläum geht“, meint Zauner. Die erste Urkunde, die im Pfarrarchiv aufliegt, ist jene aus dem Jahr 1075. Darin wird Grieskirchen erstmals urkundlich erwähnt. Zuvor war die Pfarre eine Eigenkirche, im Besitz eines Privatherren. Die beiden Archivare lieben ihre Arbeit. „Wir sind Grieskirchner, wir sind neugierig und vieles kennen wir auch noch aus unserer Jugend“, sagt Walter Zauner schmunzelnd.


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