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GRIESKIRCHEN. In der Stadt Grieskirchen regt sich Widerstand gegen ein geplantes Wohnprojekt mitten in einer Siedlung am Kalvarienberg. In der beliebten Wohngegend sollen zwei dreigeschossige Wohnhäuser mit zusätzlich je einer Penthouse-Wohnung errichtet werden. Von den Anrainern regt sich nun Widerstand. Für sie ist die geplante Größenordnung der Wohnanlage nicht akzeptabel und passe nicht ins Landschaftsbild der Siedlung.

Die vom geplanten Wohnprojekt betroffenen Anrainer äußern ihre Bedenken. Foto: privat
  1 / 2   Die vom geplanten Wohnprojekt betroffenen Anrainer äußern ihre Bedenken. Foto: privat

Ruhig, und doch in Stadtnähe liegt der Kalvarienberg, eine seit den 1960er Jahren gewachsene Siedlung aus Ein- und Zweifamilienhäusern. Nun aber sehen die Bewohner durch ein geplantes Wohnprojekt ihre Ruhe in Gefahr. Auf 2.500 Quadratmetern sind zwei viergeschossige Wohnhäuser mit je sieben Wohnungen geplant. Für diesen Teil der Siedlung existiert kein Bebauungsplan, sondern es gilt dort nur die allgemeine Oberösterreichische Bauordnung.

Unverhältnismäßig

Die Anrainer am Kalvarienberg halten diese dichte Bebauung in Bezug auf die Umgebung für unverhältnismäßig. Auch würden die geplanten Häuser nicht der Gestaltung der Nachbarbebauung entsprechen und würden so nicht in das am Kalvarienberg vorherrschende Orts- und Landschaftsbild passen. „Zusätzlich haben wir schwere Bedenken, dass sich durch diese vielen Wohnungen die Verkehrssituation am gesamten Kalvarienberg nicht nur massiv verschlechtern wird, sondern auch die Gefahr für Unfälle erheblich steigt. Es sind zwar pro Wohnung zwei Parkplätze geplant, aber wie die Realität zeigt, ist bei erwachsenen Kindern je Wohnung mit drei bis vier PKW zu rechnen. Nachdem auf dem Grundstück durch die dichte Bebauung diese Parkflächen nicht vorhanden sind, wird es zu großen Parkplatzproblemen im gesamten Siedlungsgebiet kommen. Noch dazu, wo für Besucher keine Parkplätze vorgesehen sind“, erklärt Jürgen Waldhör in Vertretung der Anrainergemeinschaft.

 

Erhöhtes Unfallrisiko

Eine weitere Gefahr sehen die Bewohner in möglicherweise vermehrtem Verkehrsaufkommen und der Tatsache, dass sieben Parkplatzausfahrten und die Ein- und Ausfahrt der geplanten Tiefgarage auf die Straße führt. „Nachdem die Gehsteige von allen Bewohnern des Kalvarienbergs am Weg in die Stadt, und vor allem auch von den Kindern am Schulweg sowie von vielen aus Gallspach kommenden Wanderern benutzt wird, steigt auch hier das Unfallrisiko“, so Waldhör. Weiters werde sich auch die Lärmbelästigung für die umliegenden Nachbarn erhöhen, meinen die Bewohner. „Wir Anrainer werden daher alle unsere rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um die geplante Wohnanlage in dieser Größenordnung zu verhindern. Wir möchten allerdings auch ganz klar festhalten, dass wir keineswegs die Bebauung des Grundstücks verhindern wollen. Es macht natürlich absolut Sinn, das Grundstück für Wohnzwecke zu nutzen. Allerdings muss das Ganze wie bereits erwähnt doch in einer gewissen Verhältnismäßigkeit zur Umgebung stehen“, erklärt Waldhör.

Derzeit Ermittlungsverfahren

Bürgermeisterin Maria Pachner zeigt Verständnis für die Bedenken der Anrainer. „Ich verstehe natürlich die Ängste und Sorgen der Anrainer. Derzeit steht dort ein verlassenes Häuschen und daneben befindet sich auch ein großes, unbebautes Grundstück, das bis vor einiger Zeit als Spielplatz gedient hat. Das eingereichte Wohnprojekt wurde von unserer Bauabteilung gemeinsam mit einem Vertreter des Bezirksbauamts vorgeprüft und in einigen Bereichen auch noch mit Gutachten untermauert. Die Nachbarn haben im Vorfeld ihre Bedenken geäußert und diese auch bei der Bauverhandlung nochmals zu Protokoll gegeben. Wir befinden uns derzeit noch immer im Ermittlungsverfahren und werden gewisse Bedenken genauer prüfen und danach eine Entscheidung, basierend auf rechtlichen Grundlagen, zu treffen haben“, erklärt die Bürgermeisterin. Die Anrainer haben nun die Möglichkeit, innerhalb von vier Wochen Einspruch beim Landesverwaltungsgericht zu erheben. 


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