Bezirksjägermeister Adolf Haberfellner: „Ich wünsche mir, dass der Wolf kommt“
GRIESKIRCHEN. Adolf Haberfellner aus Grieskirchen wurde Anfang März zum neuen Bezirksjägermeister gewählt. Im Tips-Interview spricht der 53-jährige über das Wort Tod, das schlechte Image der Jägerschaft, warum er sich den Wolf „wünscht“ und das Wunderschöne an der Jägerei.

Tips: Warum wurden Sie Jäger?
Adolf Haberfellner: Ich bin der erste Jäger in der Familie. Ich bin also erblich nicht vorbelastet. Der damalige Jagdleiter Robert Zweimüller gab mir 1992 den Anstoß und dann bin ich da hineingewachsen.
Tips: Was ist die Aufgabe der Jäger und warum ist die Arbeit eines Jägers wichtig?
Haberfellner: Wir sind die Nahversorger in Punkto Umwelt, trotzdem verbinden viele den Jäger nur mit dem Schuss. Wir sind aber Landschaftsgestalter und -erhalter. Und wir haben die Blühflächen schon lange am Schirm und nicht erst seit dem Thema Biene. Über das Wildbret bringen wir die Ernte ein und unterstützen mit unseren Maßnahmen die Landwirtschaft.
Tips: Woher kommt das schlechte Image der Jäger?
Haberfellner: Wie in jeder Gruppe gibt es auch bei den Jägern einige, die einen schwarzen Punkt haben. Das muss man zugeben. Auch ist es so, dass das Wort Tod in der heutigen Gesellschaft nicht mehr vorkommt und wenn doch, dann wird es eins zu eins mit dem Jäger in Verbindung gebracht. Oft herrscht auch der Irrglaube, dass man Rehe nicht füttern muss, da sie in der Natur genug Nahrungsmittel finden. Das stimmt schon, aber dann müsste man dem Reh auch alle Flächen zur Verfügung stellen und es darf keine Absperrungen geben.
Tips: Manche Haustierbesitzer sehen im Jäger eine Gefahr für Katze und Co. Ist diese Angst berechtigt?
Haberfellner: Es wird zum Problem, wenn sich das Haustier außerhalb des Gartenzauns aufhält. Denn es hat im Gen, dass es selbst jagen und selbst Vögel, kleinere Hasen oder Mäuse fangen will. Wenn ich Haustierbesitzer darauf aufmerksam mache, höre ich oft: „Ihr wollt es ja nur erschießen“. Wir wollen aber überhaupt kein Haustier erschießen. Wenn kein Verstoß vorliegt, wird keine Katze erschossen. Ein Verstoß liegt vor, wenn Haustiere freilebende Wildtiere fangen. Wird dies vom Jäger entdeckt, wird der Katzenbesitzer auch im ersten Schritt darauf aufmerksam gemacht.
Tips: Was ist für Sie das Schöne an der Jägerei?
Haberfellner: Es ist ein Ausgleich gegenüber dem Alltag. Man sieht wie früh morgens das Leben beginnt, wenn die Vögel anfangen zu singen, ein Reh aus dem Wald spaziert und sich den Tau vom Rücken schüttelt - es ist wie Universum, nur live.
Tips: Welche Veränderungen wird es mit Ihnen als neuer Bezirksjägermeister geben?
Haberfellner: Ich werde das Rad nicht neu erfinden aber da ich selber Landwirt bin, möchte ich darauf aufmerksam machen, dass wir das Jagdgebiet gepachtet haben und die Rechte der Grundbesitzer korrekt beachten und auf eine gute Zusammenarbeit Wert legen.
Tips: Wer bestimmt, wie viel Wild jedes Jahr geschossen wird?
Haberfellner: Nach Begehungen wird ein Abschussplan erstellt. Dieser besteht aus einem Drittel Trophäenträger, also Rehböcke, und zwei Drittel weibliche Rehe und Kitze. Der Abschussplan wird nach den vorhandenen Verbissspuren an den Bäumen festgelegt. Auch wenn der Waldzustand sehr gut ist und es keine Verbissspuren gibt, muss eine gewisse Anzahl Wild entnommen werden. Im Bezirk erfüllen wir den vorgegebenen Abschussplan zu 100 Prozent.
Tips: Der Wolf könnte sich auch bald im Hausruckviertel ansiedeln. Im Mühlviertel wurden bereits einige Tiere gesichtet. Wie stehen Sie zum Thema Wolf?
Haberfellner: Ich wünsche mir, dass der Wolf kommt, und dass er möglichst nahe bei den Siedlungsgebieten vorbei geht. Dann erledigt sich dieses Thema von selbst. Der Wolf passt nicht in unseren Lebensraum. Wir sind eine Zivilgesellschaft und solche Beutegreifer brauchen Natur pur und keine Menschen.
Tips: Sieht man als Jäger im Wolf einen Konkurrenten?
Haberfellner: Wenn sich der Wolf ansiedelt, wird das Wild verschreckt und es siedelt ab. Die Jäger können dann den Abschussplan nicht mehr erfüllen und es hagelt eine Strafanzeige bei der Bezirkshauptmannschaft. Wenn man den Wolf haben will, muss man alles überdenken. Ich will ihn nicht.


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26.03.2019 22:34
Gratulation zu so einem Bezirksjägermeister
Bezirksjägermeister Haberfellner spricht mir aus dem Herzen. Realitätsnah, erfrischend natürlich und selbstbewusst. 100% Zustimmung
23.03.2019
Wiederspruch nach einem Satz
Herr Adolf Haberfellner widerpricht sich einen Satz später ;Ich wünsche mir, dass der Wolf kommt. und gleich sagt er: Ich will ihn nicht. Alles nur bla bla bla. Wenn die Jäger nicht alles abschießen würden wäre noch genug für den Wolf. Dann wäre die Schafsherde auch ein bischen größer!
30.07.2019 01:11
Womper bitte überdenke deine Aussage!
Herr Haberfellner widerspricht sich ganz und gar nicht, er sagt er würde sich wünschen, dass der Wolf kommt, damit die Bevölkerung von alleine sieht, dass sie ihn dann nicht brauchen und wollen.
Bitte genauer lesen!