Leserbrief: Hochwasserschutz in Waizenkirchen
Leserbrief von Josef Gubo aus Waizenkirchen

Im Tips-Bericht zum Hochwasserschutz-Infoabend in Waizenkirchen könnte der Eindruck entstehen, dass es nur Dammgegner, aber keine Hochwasser-Betroffenen gibt oder es diesen egal ist, ob ein Schutz gebaut wird. Neben dem sehr gut organisierten Verein Dammfrei gibt es sehr viele Waizenkirchner, die vom Hochwasser betroffen sind. Es ist tatsächlich schade, dass es aus dieser Gruppe keine Wortmeldungen gab. Andererseits stellt sich nur eine Frage: „Wann können wir mit einem Hochwasserschutz rechnen?“ Es wäre natürlich möglich gewesen zu schildern, was es heißt, wenn die Aschach zentimetertief im Wohnzimmer steht oder welchen Aufwand es finanziell, zeitlich und psychisch braucht, um seine Existenz wieder halbwegs auf das Niveau vor dem Hochwasser zu bringen (ganz schafft man das ohnehin nicht mehr). Bei mir und bei vielen anderen Besuchern ist nicht der Eindruck entstanden, dass die Referenten inkompetent waren. Im Gegenteil: Sie sind weder einer Frage ausgewichen, noch haben sie durch die teils provokanten und angriffigen Fragen und Vorwürfe ihre Sachlichkeit verloren. Für mich war es sehr informativ, dass den geäußerten Vorwürfen, Bedenken und Halbwahrheiten einmal aus berufenem Mund entgegnet wurde, auch wenn das manchem Fragesteller nicht passte. Die im Bericht angesprochenen „Tricksereien“ haben sich für mich nicht als solche dargestellt und die Unterstellung von Herrn Mair, man wolle nicht über alle Möglichkeiten informieren, haben sicher nicht alle so gesehen. Viele hat aber die aggressive Grundstimmung der Wortmeldungen gestört. Dieser Polarisierung sehe ich besorgt entgegen. Den Vorwurf, dass kein Platz für Fragen war, kann ich nicht nachvollziehen. Der Abend hat deutlich länger gedauert als geplant und es kann daran liegen, dass Fragen oft lange Monologe vorausgingen, deren Inhalt man ohnehin aus Postwurfsendungen kennt. Ich kann Bürgermeister Fabian Grüneis mitgeben: es gibt viele Waizenkirchner, die einen Hochwasserschutz händeringend herbeisehnen, auch wenn das nicht dauernd kommuniziert wird. Ich möchte noch an das Flugblatt der Hochwasser-Betroffenen erinnern, das von über 100 Personen unterschrieben, dem Gemeinderat und dem damaligen Landesrat Podgorschek überreicht wurde.


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