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SCHLÜSSLBERG/PEUERBACH/GRIESKIRCHEN. So zuversichtlich wie sich manche Kulturbetriebe zu Beginn der Corona-Krise noch gezeigt haben, so düster zeichnet sich das Bild heute. Keine Veranstaltungen bis Ende Juni, keine Groß-Events bis Ende August - das ist der aktuelle Stand und dies stürzt vor allem die Kulturbetriebe in eine große Krise.

Die Stühle auf den Bühnen und im Publikum bleiben leer. Foto: AnaNS/shutterstock.com
  1 / 4   Die Stühle auf den Bühnen und im Publikum bleiben leer. Foto: AnaNS/shutterstock.com

Normalerweise finden jährlich mehr als 50 Veranstaltungen auf dem Schlüßlberger Kulturbetrieb der Hofbühne Tegernbach statt. „Das Betretungsverbot trifft uns vor allem in veranstaltungsstarken Monaten wie März, April, Mai , Juni – da findet an die Hälfte vom Jahresprogramm statt“, erzählt Hemma Scheicher von der Hofbühne. Was noch dazu finanziell sehr schlimm sei: Alleine im Mai und im Juni wären in der Hofbühne sieben Hochzeiten geplant gewesen, die nicht stattfinden dürfen. „Unsere Hoffnungen liegen nun sehr daran, dass Veranstaltungen und Hochzeiten ab Juli erlaubt werden“, so Scheicher.

Tickets behalten Gültigkeit und können Kulturbetrieben helfen

Was den Kulturbetrieben laut Scheicher gar nicht helfe sei, dass vielerorts nur publiziert werde, dass man Ticketgelder zurückfordern könne. Es ist oft nicht ersichtlich, dass Veranstalter Besuchern das Recht geben, dass die Tickets bis zum Ersatztermin gültig bleiben. „Was uns auch gar nicht hilft ist, dass plötzlich das Epidemie Gesetz von 1950 nicht mehr gelten soll, nach dem wir im Falle höherer Gewalt die Anzahlungen/Stornogebühren behalten hätten dürfen. Unser Schaden wäre in dem Fall nur 50 bis 70 Prozent. Mit dem neuen Corona Gesetze beträgt er 100 Prozent. Es ist absolut absurd und unsozial und hoffentlich noch nicht ausdiskutiert“. In der Corona-Krise verfolgen die Kultureinrichtungen nun eine große Bitte: Menschen sollen Ticket-Preise nicht zurückfordern. „Wir möchten Besucher innig darum bitten unsere, zur Zeit als eine der am stärksten betroffenen Branche, für ihre Weiterexistenz zu unterstützen, indem sie kein Geld für erworbene Tickets zurückfordern, wenn sie sich das für sich persönlich leisten können. Wir bemühen uns mit allen Agenturen und Künstlern rund um die Uhr um Ersatztermine“, sagt Scheicher.

Kultur ist Lebenselixier

In Peuerbach wächst seit Jahren eine rege Kulturszene. Das Veranstaltungszentrum Melodium ist im Jahreskreis Schauplatz zahlreicher Events von Konzerten bis Kabaretts, von Märkten bis Bällen. Für Norbert Hebertinger Direktor der Landesmusikschule und verantwortlich für viele Kulturprojekte ist Kultur der „Humus der Seele“. Daher würden viele Menschen allen Alters in dieser Zeit ein wichtiges Lebenselixier vermissen. „Besonders denke ich hier an unsere Musikschüler und dem Publikum unserer Veranstaltungen“, so Hebertinger.

Der Krankheit sensibel begegnen

Das Melodium in Peuerbach sei wirtschaftlich gut aufgestellt. Es wurde immer darauf geachtet, was will man, was kann man sich leisten. Deshalb gäbe es hier auch keine Löcher zu stopfen. „Dass in einem Leben ohne Kultur etwas fehlt, merkt man jetzt schon. Aber jetzt heißt es vorerst: gesund bleiben und die Schutzmaßnahmen einhalten. Ich denke positiv: alles wird gut, wen wir sensibel dieser Krankheit begegnen“, so Hebertinger.

Keine Landlwochen

Kurt Tischlinger, Organisator der Veranstaltungsreihe Landlwochen nimmt zur Kenntnis, dass diese heuer nicht stattfinden können. Die 10.000 bereits gedruckten Folder mit mehr als 50 Veranstaltungen sind umsonst. Dennoch: „Wir blicken optimistisch in die Zukunft und planen die Landlwochen 2021“, meint Tischlinger.

Stornierungen seit März

Mit dem Kulturbereich ist auch die Veranstaltungstechnik eng verbunden. Clemens Grabmayr betreibt in Grieskirchen das Unternehmen CG Veranstaltungstechnik. Mit der Verkündigung, dass Veranstaltungen beschränkt und schlussendlich verboten wurden, brach das Geschäft ein. „Seit diesem Zeitpunkt war jedes eingehende Telefonat eine Stornierung von einem eigentlich voll ausgebuchten Veranstaltungskalender“, schildert Grabmayr. Für ihn bedeute dies seitdem Null-Euro Umsatz. „Man kann schon von einem sehr großen Schaden sprechen, den man nicht mehr aufholen kann, denn wir haben nur 365 Tage im Jahr“, ist sich Grabmayr sicher.

Erste Weihnachtsfeier-Absagen

Was Grabmayr auch bemerkt, ist, dass es bereits erste Stornierungen von Firmen für Weihnachtsfeiern gibt. Es sei laut Grabmayr gefährlich, dass wenn eine Veranstaltung heuer nicht mehr stattfindet, die Motivation verloren geht, diese überhaupt noch einmal zu organisieren. So könnten Veranstaltungen ganz von der Bildfläche verschwinden. Das persönliche Resümee des Veranstaltungstechnikers sieht so aus: „Man kann ein ganzes Jahr im Kopf streichen und nächstes Jahr wieder weitermachen“.


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