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GRIESKIRCHEN/EFERDING. Mit 15. Mai soll ein weiteres Stück Normalität für die Österreicher einkehren. Die Wirtebetriebe dürfen wieder Gäste empfangen. Tips hat sich in der heimischen Gastroszene umgehört – die Freude überwiegt, dennoch sind die Wirte skeptisch und üben Kritik.

  1 / 8   Die Tische im Gastgarten, wie hier im Urtlhof in Peuerbach werden bald wieder besetzt sein. Fotos: privat

Essen gehen, ein Krügerl Bier genießen, sich gemeinsam am Wirtshaustisch über das Leben freuen und die Sorgen vergessen - der gesellige Alltag stand in den vergangenen Wochen durch die Maßnahmen gegen das Corona-Virus still. Mit 15. Mai soll die heimische Gastroszene wiederbelebt werden. Aber kommt die Öffnung für die Wirte rechtzeitig? „Der richtige Zeitpunkt ist immer schwierig – da gibt“s Experten, die uns das schon sagen. Früher wäre für viele immer besser, aber der Zeitpunkt passt sicher“, meint der Grieskirchner Wirtesprecher Fritz Schrank. Er betreibt in Eschenau und Peuerbach das „Schrank“s Gasthaus“. Für ihn ist in Hinblick auf die gesetzten Maßnahmen klar: „Die Gesundheit geht vor. Mir ist es lieber mit den Maßnahmen zu arbeiten, als des Wirtshaus geschlossen zu haben.“

Gäste werden kommen

Die große Ungewissheit bei vielen Wirten sei, ob die Gäste gleich wieder kommen werden, oder sich von der Situation abschrecken lassen. „Es wird langsam vor sich gehen, aber die Gäste werden sicher wieder kommen. Die gute Wirtshaus-Küche und das nette Service vermissen die Gäste schon sehr, so wie die Wirte auch die Gäste vermissen. Wenn heuer die Feste ausfallen, wird sicher der Wirt am Wochenende wieder interessanter werden“, ist sich Schrank sicher.

Umdenken notwendig

Für die Zukunft der Gastronomie-Szene im Bezirk Grieskirchen zeichnet der Wirtesprecher ein differenziertes Bild: „Die Guten werden überleben. Die finanziell Schwachen werden es schwierig haben. Einige werden nicht mehr wollen. Ein Umdenken ist für die Gastronomie und für die Gäste sicher nötig. Die gegenseitige Wertschätzung wird wieder größer werden.“ Informationen über Wirte-Kollegen, die die Corona-Zeit zum Anlass nehmen, ihren Betrieb gar nicht mehr fortzuführen, habe Schrank nicht.

Umfrage unter den heimischen Gastronomen

» Wir freuen uns, dass wir unsere Gäste ab 15.Mai wieder empfangen dürfen. Wir sehen den Maßnahmen aber kritisch entgegen. Aufgrund des Sicherheitsabstandes von ein Meter ist es schwer möglich, alle Tische zu füllen und wirtschaftlich zu arbeiten. Auch bezüglich der Masken des Servicepersonals sind wir skeptisch. Im Sommer im Gastgarten bei 30 Grad ist es für die Servicekräfte unzumutbar einen Mundschutz zu tragen. Das Reservieren sehen wir positiv, da es uns die Planung erleichtert. Die allgemeine Meinung besagt zwar, dass die Mehrheit gern wieder fortgehen und dazu auch ein Wirtshaus aufsuchen möchte, dennoch sind wir uns nicht sicher, ob die Menschen die Sicherheitsbestimmungen und Gegebenheiten die folglich im Gasthaus herrschen werden gut annehmen. Wir hoffen, dass die heurige Gastgartensaison uns einen Teil der Umsätze zurückbringt.«

Franz Peham, Gasthof Urtlhof, Peuerbach

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» Dank vorhandener Liquiditätsreserven und hoffentlich baldiges Eintreffen der Kurzarbeitsunterstützung wird für uns die Öffnung „rechtzeitig“ sein. Die Sicherheitsvorkehrungen werden teilweise schwierig umzusetzen sein und sicherlich für Unstimmigkeiten im Lokal sorgen. Ich bin aber optimistisch und glaube, die Gäste freuen sich wieder auf ein Stück Normalität und kommen wieder.«

Christian Waldbauer, Waldi“s Kult-Café, Bad Schallerbach

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» Die Maßnahmen sind für unsere Branche Gott sei Dank vereinfacht worden, womit wir leben und arbeiten können. Die Vorreservierung finde ich einen kompletten Blödsinn. Was der Mundschutz für Mitarbeiter im Service bringen soll, stellt sich mir auch die Frage. Ich gehe für lange Zeit von cirka 40 bis 50 Prozent des Umsatzes aus, da gerade bei uns die Tatsache von vier Personen pro Tisch uns nicht weiter hilft. Im Moment sehe ich die Zukunft noch nicht sehr positiv. Die Umsatzeinbrüche müssen sicher bis Ende des Jahres verkraftet werden, Mitarbeiter über einen langen Zeitraum vorfinanziert werden und die Umsätze werden sicherlich ausbleiben und damit sind auch Fixkosten schwer zu tätigen.«

Michaela Schatzl, Gasthof Kirchenwirt, Grieskirchen

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» Wenn wir die Öffnung von der menschlichen Seite betrachten ist es 5 vor 12, denn der Kontakt zu unseren Gästen war zu lange unterbrochen. Es fehlen die Gespräche, die Witzeleien, der Austausch untereinander. Die finanzielle Situation war für uns bis jetzt überschaubar - eben ein etwas längerer Urlaub, da ist auch geschlossen. Wir werden die Vorgaben der Regierung mittragen, weil wir so unsere Gäste, Mitarbeiter und uns selbst schützen. Wir haben die Möglichkeit das Platzangebot zu erweitern und so trifft uns die Einschränkung mit vier Personen an einem Tisch nicht wirklich. Ich denke die Leute wollen wieder in der gewohnten Weise Zusammenkommen. Wir schauen mit fröhlichen Gedanken in die Zukunft und freuen uns auf unsere Arbeit im Wirtshaus.«

Hubert und Karin Sallaberger, s“Wirtshaus St. Thomas

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» Wir haben schon vor der Notbremse durch die Regierung geschlossen und hatten in den letzten Wochen das Gefühl, dass sich ältere Personen nicht sicher fühlten. Wir hätten also nicht früher aufsperren können. Die Unsicherheit der Menschen ist nach wie vor spürbar. Wir werden mit Plexiglas-Visieren im Gastgarten arbeiten, weil der Mundschutz unerträglich heiß wird und wir wollen, dass die Gäste auch das Lächeln des Kellners sehen können. Ansonsten sind wir froh, dass wir eine große Terrasse besitzen, auf der die Gäste sitzen können. Es wird eine Zeit dauern, bis sich alles eingependelt hat. Man merkt aber, der Drang der Gäste ist da. Wir mussten zwar alle Hochzeiten, Taufen und andere Festlichkeiten absagen, die Gäste bleiben uns aber treu und verschieben ihre Termine nach hinten. Man merkt den Zusammenhalt der Gesellschaft.«

Monika Dornetshuber, Hoamat, Haibach

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» Es ist für uns mehr oder weniger egal ob jetzt geöffnet, weil die Gäste sowieso ausbleiben. Wir sind neben dem Donauradweg und haben hauptsächlich Gäste aus dem Ausland, die im Moment sowieso nicht kommen. Die gesetzten Maßnahmen sind für uns eine mittelschwere Katastrophe, wir arbeiten im Sommer hauptsächlich im Gastgarten und 30 Grad mit Mund-Nasen-Schutz, das will ich mir noch gar nicht vorstellen. Solange die Grenzen nicht offen sind, werden bei uns viele Gäste ausbleiben. Viele Radfahrer auf dem Donauradweg gehören auch zur Risikogruppe, bei der es noch nicht sicher ist, ob sie sich zum Urlaub machen ins Ausland trauen. Wir dürfen aber trotzdem nicht den Kopf in den Sand stecken. Niemand von uns hat sich Corona ausgesucht. «

Verena Steininger, Gasthof Sonne, Aschach

Regeln für die Gastronomie:

Öffnungzeiten von 6 bis 23 Uhr

Pro Tisch: vier Erwachsene plus Kinder

Zu anderen Gästen muss mindestens ein Meter Abstand sein

Keine freie Platzwahl

Reservierung sollten im Vorfeld getätigt werden.

Mitarbeiter müssen Mund-Nasenschutz tragen, Gäste nicht


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