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Leserbrief zum Artikel „Grieskirchner Wirt fordert Politik zum raschen Handeln auf“ in der Ausgabe vom 15. April

Leserbriefe können gerne an s.lang@tips.at gesendet werden. Foto: Minerva Studio/shutterstock.com
Leserbriefe können gerne an s.lang@tips.at gesendet werden. Foto: Minerva Studio/shutterstock.com

Acht bis zehn Wochen Zwangsschließungen im Einzelhandel, der Gastro und bei den Dienstleistern war/ist für viele Unternehmer eine große Herausforderung, auch wenn man die resultierenden Folgen noch bedenkt. Aber was würde jeder dieser Unternehmer dazu sagen, wenn die Zwangsschließungen acht bis zehn Monate dauern würden? Wie viele würden so eine Zeitdauer wirtschaftlich überleben? Schausteller sind gerade in der Situation - nach heutigem Stand zehn Monate ohne Umsatz - und dann steht bei den meisten die saisonale Winterpause vor der Tür - ohne dafür vorsorgen zu können und bisher ohne konkrete Hilfszusage der Regierung. Und da maßt sich der Herr Altendorfer tatsächlich an, zu verlangen, die Abhaltung von Freiluftveranstaltungen bitte noch länger zu untersagen, nur um selber mehr zu verdienen!? Der Herr Altendorfer wäre vermutlich ganz als Erster auf der Titanic im Rettungsboot gesessen. Dieser unkollegiale Egoismus ist ihm bei der Übernahme einiger seiner Betriebe sicherlich zu Gute gekommen, aber ich für meinen Teil kann auf solche Äusserungen von ihm zukünftig gerne verzichten. Ich bin Chef des grössten österreichischen Schaustellerunternehmens mit 96 Jahren Firmentradition mit Sitz in Wels. Ich bin unter den 40 weltweit grössten mobilen Schaustellerunternehmen, habe 96 Jahre positiv bilanziert, Steuern gezahlt und bin noch nie in Konkurs gegangen. Also schöne Grüsse und „baldige Genesung“ an den Herrn A.Als Schausteller hilft mir und meinen österreichweit 380 Kollegen, nicht, dass ich meine laufenden Kredite gesetzlich drei Monate lang stunden lassen kann. Vielleicht gibt es dann 2021 zwar wieder Volksfeste, jedoch keine Fahrgeschäfte mehr. Ich kann leider keine online Karussell-Fahrten anbieten. Schon ein Bruchteil der kolportierten AUA Millionen würde hier den österreichweit rund 400 Firmen das Überleben sichern. Und welche Branche bringt den Leuten in diesen schweren Zeiten, mehr die Möglichkeit für ein paar Stunden die Alltagssorgen zu vergessen, als unsere? Wäre schade wenn viele dieser Familienbetriebe, die unsere bodenständige Kultur der Volksfeste verkörpern, reihenweise in den Konkurs geschickt werden.

von Ludwig Rieger, Wels

Senden Sie Ihren Leserbrief an: s.lang@tips.at oder per Post an Tips, zH. Sabrina Lang, Roßmarkt 5, 4710 Grieskirchen


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