Für Pfarrer Hans Padinger sind Berge und das Reisen ein Segen
PEUERBACH. Hans Padinger ist seit mehr als einem Vierteljahrhundert Pfarrer in der Stadtgemeinde Peuerbach. Im Gespräch mit Tips erzählt der Geistliche, wie er in die Sternenstadt kam, was er gerne in der Freizeit macht und warum eine Woche ohne Wirtshaus bei ihm eine Seltenheit ist.

Ursprünglich aus der Gemeinde Pöndorf (Bezirk Vöcklabruck) verschlug es Hans Padinger im Jahr 1994 nach Peuerbach. Es war seine erste Priesterstelle, die er antrat und wo er auch bis heute blieb. Und mit den Peuerbachern habe er viele positive Erfahrungen gemacht, meint er. Doch wie sieht eigentlich ein typischer Tag im Leben eines Priesters aus? „Jeder Tag ist anders, das ist typisch“, sagt Padinger. Der Vormittag ist den Kanzleizeiten gewidmet, zu denen man erreichbar ist. Montag ist immer frei und Mittwoch ist Koordinationstag mit den Mitarbeitern und die Nachmittage sind geprägt von „dem, was gerade ansteht“. Das sind Hochzeiten, Taufen oder Begräbnisse.
Keine Woche ohne Wirtshaus
Mit der Arbeit des Pfarrers, die ja diverse Festlichkeiten umfasst, verbunden ist auch immer der Besuch im Gasthaus. Dieser ist im vergangenen Jahr coronabedingt etwas spärlicher ausgefallen, aber sonst gab es in den letzten 25 Jahren keine Woche ohne Wirtshausbesuch. Neben einem Gläschen Wein oder Bier am Abend gibt es für Padinger ein Standard-Getränk, das sich die meisten Wirte bereits gemerkt haben. Mineral-Zitrone steht beim Pfarrer meistens am Tisch. Gibt es eine Lieblingsspeise? „Ich bin bekannt dafür, dass ich alles esse“, meint der Pfarrer. Das komme noch aus Internatszeiten, wo man damit zufrieden war, was man bekam, meint Padinger. „Eine Riesenfreude habe ich mit einem guten Gulasch“, meint der Priester.
Von Berg bis Fußballstadion
Doch was macht der Herr Pfarrer, wenn er nicht gerade vom Altar predigt, Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet, Eheversprechen abnimmt oder Babys in die katholische Kirche aufnimmt? Das Wandern und in den Bergen Höhenluft schnuppern, ist die liebste Beschäftigung des 60-Jährigen. Am liebsten bewandert Padinger das Tote Gebirge. Nur mit Kompass und Biwak ausgerüstet hatte Padinger das Massiv bereits mehrmals überquert. Eine Bergwoche im Jahr ist für den Pfarrer ein fixer Bestandteil. Neben den Bergen gehört auch das Reisen zu den Leidenschaften von Padinger. 20 Mal zog es ihn dabei schon nach Frankreich, zu diesem Land habe er eine besondere Beziehung, weil er Anfang der 80er Jahre dort studiert hatte. Eine leichte „Verrücktheit“ ,wie der Seelsorger es nennt, hat er auch mit dem Fußball. So hatte er gemeinsam mit der Katholischen Frauenbewegung die Fußball-Europameisterschaft der Damen in Rotterdam besucht und dabei ein Riesentransparent mit allen Unterschriften der Nationalspielerinnen abgestaubt. Er drückt auch besonders dem Männer-Nationalteam die Daumen. Seine liebste Mannschaft in der österreichischen Bundesliga ist der LASK.
Wenn der Pfarrer zum Sänger wird
Musikalisch ist Padinger quer durch den Gemüsegarten unterwegs. Am liebsten hört er Die Seer, Herbert Grönemayr oder Ludwig Hirsch. In eine andere Rolle schlüpft der Seelsorger gerne auch beim Pfarrball und steht bei der Mitternachtseinlage auf der Bühne. „Bei humorvollen Einlagen, da bin ich gerne dabei“, meint Padinger und erinnert sich dabei gerne an seinen Auftritt als Peter Alexander-Imitation. „Das war zwar etwas schwierig mit Bart, aber da kann man nichts machen“, sagt der Pfarrer schmunzelnd.
Meilensteine
Mit Hilfe ganz vieler Menschen konnte das 900.000 Euro-Projekt, die Kirchensanierung, abgeschlossen werden. Auch der Online-Gottesdienst findet in Zeiten von Corona großen Anklang. Zu Spitzenzeiten verbuchte man 800 Zugriffe pro Gottesdienst. In seinem Beruf macht ihm die Begegnung mit so vielen Menschen besondere Freude. Dass man die Freude der Menschen bei vielen Ereignissen wie Hochzeiten oder Taufen auch teilen kann, macht Padinger glücklich. „Das Schönste am Pfarrer sein ist, dass man mit den Tränen und dem Lachen der Menschen auf vielfältige Weise verbunden ist“.


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