Heiligenberger Priester hält gefährliche Gottesdienste

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Pfarrer Hans Humer und die christliche Gemeinde brauchen Unterstützung. (Foto: Hans Humer)
Pfarrer Hans Humer und die christliche Gemeinde brauchen Unterstützung. (Foto: Hans Humer)
Tanja Auer Tanja Auer, Tips Redaktion, 25.07.2021 11:38 Uhr

HEILIGENBERG. Seit 22 Jahren lebt und arbeitet der gebürtige Heiligenberger Hans Humer, Priester der Diözese Linz, als Missionar in Tansania (Ostafrika). In seiner Pfarre hat ein Sturm das Kirchendach nahezu zur Hälfte abgedeckt. Um nicht noch länger Messen unter gefährdenden Bedingungen halten zu müssen, ist Humer auf der Suche nach Unterstützung.

Schon als Kind hatte Hans Humer Interesse an fremden Kulturen und Sprachen. Der Heiligenberger, der lieber Priester statt Tischler werden wollte, erinnert sich gerne an seine Beweggründe zurück. „Ich spürte von früher Jugend an die Berufung, Jesus konkreter nachfolgen zu wollen.“ Das Fundament für das Interesse am Glauben wurde bei Humer in der Familie und in der Nachbarschaft, aber auch durch Priester oder Seelsorger in der Heimatpfarre sowie den Nachbarspfarren gelegt. „Ich wollte den Menschen in ihren unterschiedlichen Lebenssituationen wie Freud, Leid, Schmerz und Trauer nahe sein und Mithilfe des Glaubens stets neue Hoffnung, Freude, Liebe, Geduld, Ausdauer oder auch Einheit vermitteln“, erzählt der 59-Jährige.

Ostafrika als Chance

In der Abschlussarbeit seines Theologiestudiums schrieb er über Ökologie und die Bemühungen um die Einheit aller getrennten Christen in Ostafrika: „Nach Fertigstellung und Abschluss des Studiums wollte ich dann all das, worüber ich hier geschrieben und geforscht hatte, mit eigenen Augen sehen und erleben.“ Der Priester schätzt den Glauben, die Offenheit und das Entgegenkommen der Menschen in Tansania. Als Seelsorger kennt er aber auch ihre Nöte und Ängste. Fern der Heimat ist er für sie als Priester und Lebensbegleiter da – vor allem bei den Messen. Sie sind die Fixpunkte für die Glaubenstreffen. Der Messenablauf ist grundsätzlich derselbe, doch gibt es große Unterschiede bei den Feierformen und beim Chorgesang. Beinahe jede Messe wird von einem eigenen Chor gesungen und die Kinder dort tanzen. „Es wird hier viel Wert und Betonung auf Bewegung und Lebendigkeit im Gefühlsausdruck gelegt. Diese Feiern sind daher weniger kopflastig und mehr gefühlsbetont“, so Humer über den Ablauf.

Gefährliche Gottesdienste

Letztes Jahr wechselte Humer in eine neue Pfarre: Nyaishozi Parish. Ob hier auch zukünftig getanzt und gesungen wird, steht jedoch in den Sternen. In einer Außenstation der Pfarre, in Bujara, hat ein schwerer Sturm das Kirchendach abgedeckt und die Giebelmauer zum Einsturz gebracht. Derzeit schaut man bei der Messe direkt in den Himmel – und das nicht auf eine theologisch reizvolle Weise. „Als ich dort das erste Mal die Messe feierte und erlebte, dass das Feiern unter dem Rest des Daches eine große Gefahr ist – Teile könnten jederzeit nach unten fallen und jemanden verletzen –, entschied ich mich, um Unterstützung für den möglichst baldigen Wiederaufbau anzusuchen“, erzählt der Missionar. Die Menschen vor Ort sind zwar sehr gewillt, ihren Beitrag durch Eigenleistungen zu erbringen, doch können sie das Projekt finanziell nicht alleine stemmen. Neben der dringenden Renovierung der Kirche in Bujara möchte „Father Hans“ auch zwei größere Lagerräume bauen, um dort diverse Baumaterialien lagern zu können, die im Land oftmals über lange Zeit hinweg nicht lieferbar sind. Für diese beiden Bauvorhaben, für die rund 13.000 Euro benötigt werden, ist der Heiligenberger für jede Hilfe aus der Heimat sehr dankbar.

Spendenmöglichkeit:

Missionsstelle der Diözese Linz

Kennwort: Humer Tansania

IBAN: AT71 5400 0000 0038 3117

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