Honig als Hobby: Jungimker Leonhard ist Herr über 100.000 Honigbienen
BAD SCHALLERBACH. Leonhard Kassewalder hat ein ungewöhnliches Hobby. Der 14-jährige Schüler aus Bad Schallerbach züchtet Bienen und produziert zuhause Honig. Er ist einer der jüngsten Imker im Bezirk Grieskirchen.

In den drei Bienenstöcken inmitten des Gartens der Kassewalders summt es gewaltig. Seit drei Jahren ist der Jugendliche aus Bad Schallerbach schon als Imker im Einsatz. Angefangen hat Leonhard im Alter von elf Jahren mit zwei Bienenvölkern. Nun beherbergt er pro Bienenstock rund 30.000 der fleißigen Insekten. Trotz des regen Treibens gönnt der Schüler seinen Bienen so viel Ruhe wie möglich und schaut nur einmal in der Woche nach dem Rechten, um sie nicht unnötig zu stressen. Leonhard trägt beim Hantieren mit den Kästen keine typische Imkerkleidung. Ruhig und behutsam greift der junge Bienenzüchter in die Box und holt eines der gut besetzten Bretter heraus, auf dem die Bienen ihre Waben bauen. Die emsigen Bestäuber akzeptieren das Hantieren ohne jede Aggression, sind sehr sanftmütig und lassen sich sogar problemlos berühren. Angst hat der Schüler beim Imkern nicht. Tatsächlich ist er dieses Jahr erst viermal gestochen worden. „Eine Biene hat mich direkt über dem Auge erwischt. Das kommt aber nur ganz selten vor und gehört manchmal einfach dazu“, erzählt Leonhard.
Unterstützung durch die Familie und den Imkerverein
„Wir freuen uns besonders darüber, dass sich junge Menschen wie Leonhard für die Bienenzucht interessieren und möchten uns hiermit natürlich auch bei den Ortsgruppen bedanken, die das Handwerk der Imkerei weitergeben, damit es nicht verloren geht“, zeigt sich Andrea Götzendorfer, Geschäftsführerin vom oberösterreichischen Bienenzuchtverband in Linz, erfreut über das Engagement von Leonhard. Die Bienen können zwar relativ selbstständig leben, doch sind die richtigen Rahmenbedingungen für das Imkern unerlässlich. Dafür braucht es Kenntnisse über die Schwarmbildung oder auch über die gefürchteten Varroa-Milben. Unterstützung bekommt er dabei vom örtlichen Imkerverein, bei dem er Mitglied ist. Die Vereinsstammtische besucht er gerne. „Leonhard ist ein sehr aktiver junger Mann und wir freuen uns, dass wir ihn unterstützen können“, erzählt Josef Greinöcker, Obmann des Imkervereins Wallern/Bad Schallerbach/St. Marienkirchen.
Spielekonsole oder eigenes Bienenvolk
Bienen faszinieren Leonhard schon seit seiner frühen Kindheit. „Meine beiden Großväter waren Imker. So richtig interessieren tun mich Bienen schon seit der Volksschule“, erzählt der Schüler. Dort gab es einmal einen Vortrag eines Imkers, der ihm das Arbeiten mit den Bienen schmackhaft machte. Mutter Gertrude ist stolz auf ihren Sohn. „Ich hab ihn damals vor Weihnachten gefragt, ob er lieber eine Spielekonsole oder einen Bienenstock als Geschenk möchte“, erzählt sie. Gertrude hat ihren Sohn von Anfang an bei seinem Vorhaben unterstützt und seither durch ihn auch viel über die fleißigen Insekten gelernt.
Honig aus der Region
Auch, wenn die Bienen es dem Schüler angetan haben – der Honig hat es weniger. „Ich muss ihn im Alltag nicht unbedingt haben“, sagt Leonhard. Das findet er aber auch gut so, denn am Ende bleibt so mehr für den Verkauf des eigens produzierten Honigs. „Wenn es nach mir geht, würde ich sofort vergrößern“, erzählt Leonhard. Das muss er aber erst noch mit Mutter Gertrude ausdiskutieren.
Zuspruch aus der Politik
Oberösterreich bestreitet heuer den ersten Rang, wenn es um den Honigbienenbestand in Österreich geht. Das freut auch Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger, denn die Insekten sind unerlässliche Helfer im Agrarwesen. „Bienen sind nicht nur wichtige Bestäubungshelfer für unsere Landwirtschaft, sie erhalten auch unser Ökosystem im Gleichgewicht. Es liegt deshalb in unserer Verantwortung, sie zu schützen. Ein großes Dankeschön gilt der wachsenden Schar der Imkerinnen und Imker, die durch ihren täglichen Einsatz für gesunde Bienenvölker sorgen und damit einen großen Dienst für die Gemeinschaft erbringen“, sagt Hiegelsberger. Wer selbst gerne Bienen züchten möchte, kann sich bei den örtlichen Imkervereinen oder beim Bienenzuchtverband in Linz informieren.<


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