Umwidmung im Gemeinderat abgelehnt: Verwunderung bei Unternehmer

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Lisa Hackl Tips Redaktion Lisa Hackl, 12.04.2022 13:24 Uhr

HAAG. In der Debatte um die Flächenumwidmung an der Umfahrungsstraße in Haag gibt es eine Entscheidung. Mit Ausnahme der ÖVP stimmen alle Fraktionen im Gemeinderat gegen die Umwidmung. 

Bei der Diskussion ging es um die Umwidmung eines Areals in der Nähe des Haager Sportplatzes. Ein Sportartikelhersteller wollte dort eine Lagerhalle, einen Verkaufsraum und ein Fahrradgeschäft bauen, der Entwurf wurde erstmals im Jänner 2021 dem Gemeinderat präsentiert (Tips berichtete).

Eine Initiative unter dem Titel „Aus Liebe zu Haag“ formierte sich in den darauffolgenden Monaten, um gegen das Projekt zu demonstrieren. In einer Petition sollte auf den zunehmenden Flächenverbau aufmerksam gemacht werden. Die besagte Fläche befindet sich nicht im Flächenwidmungskonzept der Gemeinde, die Bevölkerung sei zudem nicht ausreichend informiert worden. Gemeinsam mit der Petition wurde mehr Transparenz in der Gemeinde gefordert. Der Grüngürtel solle auch Lebensqualität im Ort erhalten, so die Initiatoren.

Zu wenig konkret

Mit der Abstimmung im Gemeinderat ist die Debatte nun vom Tisch. Mit 9:10 Stimmen wurde das Projekt abgelehnt. Grünen- Gemeinderat Franz Pilz zeigt sich zufrieden. Für ihn war das vorgeschlagene Projekt mit zu viel Flächenverbau verbunden „Die positiven Seiten, die uns präsentiert wurden, waren zu wenig konkret“, so Pilz. Die ökologischen Gesichtspunkte sind für Pilz zu wenig. Er wünscht sich, dass die betroffene Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt wird und in der Gemeinde das Flächenwidmungskonzept überdacht wird.

Einzementierte Standpunkte

Überrascht vom Ausgang der Abstimmung zeigt sich Vizebürgermeister Stefan Lemberger (ÖVP). In der Diskussion wurden nur noch einzementierte Standpunkte gehört, mit der Ablehnung des Projekts habe man sich gegen Empfehlungen von Ortsplaner und Entwicklungsausschuss gestellt, die das Projekt unterstützt hätten. Für Lemberger ist das Projekt an diesem Standpunkt abgehakt, die Infrastruktur-Probleme auf der Fläche in Form der zu engen Sportplatzstraßenzufahrt und Schlammabsetzung vom Sportplatz bleiben. „Da könnten ja die Ablehner mit guten Ideen kommen“, erklärt Lemberger.

Pufferzone gefordert

„Wenn man in diesem Bereich anfängt zu bauen, wird später keine Ruhe mehr“, befürchtet SPÖ-Gemeindevorstand Joachim Greiner. Seine Fraktion will den Grüngürtel als Pufferzone zwischen der Ortsumfahrung und dem Ortsgebiet Haag erhalten. Der Ausgang der Abstimmung habe ihn verwundert, die Fläche könne aber seiner Ansicht nach bleiben, wie sie ist.

Nicht vom Tisch zu wischen

Die Bedenken bezüglich des Projekts sind aus Sicht der FPÖ-Fraktion nicht vom Tisch zu wischen, erklärt Fraktionsobfrau Christine Mayrhuber. Im derzeit gültigen örtlichen Entwicklungskonzept sind die von der beabsichtigten Umwidmung betroffenen Grundstücke nicht als Erweiterungsflächen für eine betriebliche Nutzung vorgesehen, erklärt die Gemeinderätin. Man sehe sich daher einer nachhaltigen Bodenversiegelung verpflichtet.

Unternehmer erstaunt

Der betroffene Sportartikelhändler wandte sich an Tips. Er sei erstaunt, dass das Projekt im Gemeinderat abgelehnt wurde. Bei der Präsentation im Jänner habe er den Gemeinderat als interessiert und positiv dem Projekt gegenüber eingestellt wahrgenommen. Auf die nicht-öffentliche Präsentation des Projekts habe er gedrängt, um auch seine Mitarbeiter zu schützen. In dem neuen Standort hätte das Lager des Unternehmens Platz gefunden, zusätzlich wären mehrere Firmensitze vor Ort zusammengelegt worden. Optisch wäre das Projekt ins Landschaftsbild eingepasst worden, ein Fitnessstudio für die Mitarbeiter wäre ebenso vor Ort gewesen wie ein Pumptrack für Fahrräder, den auch die Allgemeinheit hätte benutzen dürfen. Beim Bau hätte man auf Energieautarkie, Photovoltaikflächen und einen Fuhrpark mit Elek­troautos gesetzt. „Bei Planungen muss man sich danach richten, wer den Grund verkauft“, erklärt der Unternehmer. Haag liegt für ihn als idealer Standpunkt neben der Autobahn; auch Arbeitsplätze in Verwaltung und Lager wären entstanden. In den kommenden Monaten will sich das Unternehmen weitere Standorte in der Nähe ansehen.<

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