Entwicklungshelfer Gabriel Müller will die Welt ein Stück besser machen

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Lisa Hackl Tips Redaktion Lisa Hackl, 27.06.2022 15:08 Uhr

WEIBERN. Gabriel Müller ist seit einigen Wochen zurück von einem zweiwöchigen Aufenthalt in Ghana und in Nigeria. Mit der Organisation „Jugend Eine Welt“ versucht er, die Situation in den Ländern zu verbessern. 

Gabriel Müller wuchs als eines von acht Kindern in Weibern auf und ging nach der Matura mit 19 Jahren zur Gardemusik Wien und arbeitete zuletzt bei einer Organisation, die sich für blinde Menschen in Entwicklungsländern einsetzt. Seit 1,5 Jahren ist er für die Organisation „Jugend Eine Welt – Don Bosco Entwicklungszusammenarbeit“ tätig. In Lagos in Nigeria will die Organisation derzeit ein Straßenkinderprogramm umsetzen. Lagos hat mehr als 20 Millionen Einwohner, 200.000 Jugendliche leben auf der Straße und sind dort Gewalt und Armut ausgesetzt. Die Kinder und Jugendlichen arbeiten oft als Tagelöhner und müssen von ihrem Einkommen noch die Hälfte abgeben, um einen Schlafplatz auf dem Asphalt zu erhalten. Mädchen und junge Frauen geraten oft in Zwangsprostitution. „Es ist eine Frage der Menschenwürde, einen sicheren Schlafplatz zu haben“, erklärt Müller. Man versucht, die Kinder im Zentrum aufzufangen und sie wieder mit ihren Familien in Verbindung zu bringen. Im geplanten Straßenkinderzentrum können minderjährige Kinder leben, in der Tagesbetreuung werden bis zu 300 Kinder versorgt; sie können dort eine Auszeit erhalten und einige Stunden entspannen. Mit Spendengeldern soll in Zukunft ein neues Zentrum aufgebaut werden.

Ein Krankenhaus im Umkreis von 150 Kilometern

In Kulmasa in Ghana wird gemeinsam mit den missionsärztlichen Schwestern ein Krankenhaus mit Fokus auf Mutter-Kind-Betreuung umgesetzt. Der Orden der missionsärztlichen Schwestern, der von der Tiroler Ärztin Anna Dengel gegründet wurde, hilft in der Region vor Ort. Ein Krankenhaus mit einem Schwerpunkt auf Schwangerschaft, Geburt und frühkindlicher Versorgung soll entstehen. Im einzigen Kreißsaal in einem Umkreis von 150 Kilometern warten zwei Betten auf die Mütter, die Versorgung ist allerdings nicht hoch angesehen. „Das ist so, als gäbe es im gesamten Burgenland kein Krankenhaus“, beschreibt Müller, der mit einem Fernsehteam des ORF vor Ort war. Beim geplanten Krankenhaus wurde auch die Regierung ins Boot geholt, sie übernimmt den Betrieb des Krankenhauses, gebaut werden soll es mit Spendengeldern. „Bislang findet die Betreuung im Freien unter Mangobäumen statt, wo drei Missionsschwestern die Frauen versorgen“, schildert Müller.

Etwas verändern

„Wenn man versucht, etwas Gutes zu tun, ist man oft Kritik ausgesetzt“, erklärt Müller. Er habe oft mit Ratschlägen und Kritik zu tun, vor allem von Menschen, die sich sonst nicht engagieren. „Wir können die Welt nicht als Ganzes retten“, erklärt er. Von der Verzweiflung habe niemand was und er wolle lieber das Gute sehen und im Rahmen seiner Möglichkeit helfen“, so der Weiberner. Entwicklungszusammenarbeit habe sich in den letzten zwanzig Jahren verändert. Inzwischen wird Wert auf langfristige Projekte gelegt, die auch mit Hilfe der kommunalen Bevölkerung umgesetzt werden. Personal und Dimensionierung werden inzwischen vorausgeplant und danach umgesetzt.

Eindrücklichstes Erlebnis

In Kulmasa kommen aufgrund von Geburtsschwierigkeiten und Krankheiten viele Kinder mit Beeinträchtigungen zur Welt. Viele Eltern glauben dann an die Besessenheit von Teufel und Dämon. In Kulmasa fand Müller eine junge Frau, die aufgrund ihrer Behinderung seit 20 Jahren in einem Schweinestall wohnen muss. Den Eltern, die sich des Problems bewusst waren, und der Tochter konnte mit Medikamenten und Sozialisation geholfen werden.

Jugend Eine Welt

Jugend Eine Welt geht auf den katholischen Priester Don Bosco zurück, der im 19. Jahrhundert in Turin wirkte und sich um verwahrloste Kinder und Jugendliche kümmerte. Er erfand den Lehrvertrag, um Kindern und Jugendlichen Bildung zu ermöglichen. 150 Jahre später wurde die Organisation gegründet, die sich um bedürftige Kinder auf der ganzen Welt kümmert. Als Organisation ist Don Bosco der größte private Berufsbildner der Welt.

Am schwierigsten zu helfen

In drei Wochen fliegt Müller weiter nach Äthiopien. Im Bürgerkriegsland soll ebenfalls ein Krankenhaus aufgebaut werden. „Am schwierigsten ist es immer, denen zu helfen, die die Hilfe am nötigsten haben“, zitiert Müller ein afrikanisches Sprichwort.

Weitere Informationen und Spendenmöglichkeit: www.jugendeinewelt.at

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