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GEBOLTSKIRCHEN. Eine Krippe gehört zu Weihnachten wie ein Christbaum, Wunderkerzen und Packerl. Nicht umsonst verfolgen die Krippenfreunde Geboltskirchen das Motto: „In jedem Haushalt eine Krippe“. Tips hat die Kripperlbauer in ihrem Museum in Geboltskirchen besucht.

Auch alter Baumstamm kann die Basis für einen Krippe sein. (Foto: LangS)
  1 / 6   Auch alter Baumstamm kann die Basis für einen Krippe sein. (Foto: LangS)

Wenn an Heiligabend die Kerzen vom Christbaum und das Licht aus der Krippe im Einklang leuchten und das Jesukind umgeben von Hirten und den Heiligen Drei Königen zwischen Maria und Josef liegt, dann kann man den Weihnachtszauber so richtig spüren. In der Gemeinde Geboltskirchen wirkt dieser Zauber nicht nur zu Weihnachten, sondern 365 Tage lang, denn die Krippenfreunde haben das ganze Jahr über Weihnachten. In ihrem Museum im alten Ölerhaus stehen 40 Krippen – jede von ihnen einzigartig und ein faszinierendes Unikat. Von Krippen, die in Fässern gebaut wurden oder in Wanduhren Platz finden, Krippen, die Baumstämme füllen oder wo Maria und Josef aus Zahnstochern gebaut wurden, finden sich hier wieder. Diorama-Krippen, die den Betrachter durch ihre Perspektive ins Geschehen eintauchen lassen, können ebenso bestaunt werden wie Terrakotta-Kunstwerke oder Kastenkrippen. Klassische Heimatlandkrippen oder im orientalischen Stil kommen am häufigsten vor. Aber auch Fastenkrippen, wo der Leidensweg Jesu dargestellt wird, gibt es. Diese werden zu Ostern aufgestellt, meint Obmann Wolfgang Seiringer. Eine der klassischen Krippen sei laut Seiringer bereits 100 Jahre alt mit handgeschnitzten Figuren.

Wie die Krippe nach Geboltskirchen kam

Seit 1999 werden in Geboltskirchen Krippen gebaut, Josef Ahammer brachte damals das Handwerk von Ebensee in die Hausruckviertler Gemeinde. 2003 gründete man den Verein Krippenfreunde und 2005 erhielt man den Zuschlag in Geboltskirchen, die Oberösterreichische Landeskrippenbauschule zu installieren – eine von fünf Schulen in ganz Österreich.

50 Kripperl in einem Jahr

Es ist die Leidenschaft für das Handwerk, die die Krippenfreunde vereint und vor allem mache die filigrane Arbeit Spaß, „wenn die Leute, die zu uns kommen, mit Leib und Seele dabei sind. Auch viele Junge entdecken das Krippenbauen wieder – das ist auch schön“, sagt Seiringer. Zwei Mal im Jahr findet ein Krippenbaukurs in der Krippenbauschule in der Volksschule Geboltskirchen statt, jährlich werden so circa 50 Krippen gebaut, die jeweils 60 bis 70 Stunden Arbeit verschlingen. Eine von ihnen hat es sogar bis in die deutsche Kirche im Vatikan geschafft – stolze 2,5 Meter lang und einen Meter in der Tiefe misst diese und ist die größte gebaute Krippe der Geboltskirchner.

Was man bei einer Krippe beachten sollte

Wie bei so vielem gibt es auch beim Aufstellen der Krippe zu Hause etwas zu beachten. „Der Josef sollte immer rechts stehen“, erklärt Seiringer und das Jesukind mit Maria und Josef sollten erst an Heiligabend in die Krippe einziehen. Logisch, denn es wird ja auch erst am 24. Dezember geboren. Die Hirten dürfen natürlich schon früher in der Krippe Platz nehmen. „Es gibt auch Krippen, wo ein Wirtshaus dazugebaut wird, um die Herbergssuche von Maria und Josef darzustellen“, sagt Seiringer. Bei solchen Krippen können Maria und Josef schon früher aufgestellt werden.

Krippenweg:
Noch bis 2. Februar kann man bei einem Spaziergang durch Geboltskirchen die verschiedensten Kripperl entdecken.

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