Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

EFERDING/GRIESKIRCHEN. Starke Frauen in der Welt der Wirtschaft – das sind die Bezirksvorsitzenden von „Frauen in der Wirtschaft“ Renate Ozlberger (Eferding) und Helga Schörgendorfer (Grieskichen). Ozlberger ist Geschäftsführerin einer Fleischhauerei und Schörgendorfer leitet ein Yogastudio. Sie lassen Tips hinter die Kulissen blicken und teilen ihre Gedanken zum Weltfrauentag.

Helga Schörgendorfer beginnt ihren Tag mit Yoga. (Foto: Silvia Zellinger)
  1 / 2   Helga Schörgendorfer beginnt ihren Tag mit Yoga. (Foto: Silvia Zellinger)

Tips: Wollten Sie schon immer eine Karriere als Wirtschaftstreibende anstreben? Was war Ihr Berufswunsch als Kind?

Ozlberger: Nach der Hak-Matura wollte ich Germanistik und Sportwissenschaften studieren. Durch die Heirat mit meinem Mann wurde ich zur Fachfrau in Sachen Fleisch. Ich hatte damals nicht vor, selbstständig zu werden, sondern wollte unterrichten.

Schörgendorfer: Angestrebt habe ich es nicht, aber es war naheliegend, da ich in einem großen Betrieb aufgewachsen bin und gerne im Arbeitsalltag mit dabei war. Mein Berufswunsch war nicht genau definiert, es war für mich nur wichtig, dass mein Schaffen mit Menschen und sozialem Charakter zu tun hat.

Tips: Wie können Sie abseits von Beruf und Ihren öffentlichen Funktionen am besten entspannen?

Ozlberger: In der Natur und bei einem guten Buch.

Schörgendorfer: Da zurzeit für Freizeit nur ein kleines Zeitfenster bleibt, bediene ich mich erprobter und mir gut bekannten Techniken aus Yoga und Qigong – vorwiegend Meditation und Körperübungen.

Tips: Was ist Ihr liebstes Hobby?

Ozlberger: Ich mache gerne Sport und bin Mitglied in einer Französischgruppe.

Schörgendorfer: Neben meinem Faible für Yoga liebe ich es, mich weiterzubilden in Philosophie und Traditioneller Chinesischer Medizin.

Tips: Wie sieht ein typischer Tag für Sie aus?

Ozlberger: Ich bin Allrounderin. Einerseits zuständig für Party-Service, andererseits Key-Account Management und natürlich die Geschäftsführung, das heißt Arbeit hinterm Schreibtisch. Meine Arbeitsplätze sind Küche, Büro und Außendienst. Meine operative Arbeit in der Küche fürs Party-Service übergebe ich gerade an meine Schwiegertochter, die diese Arbeit toll erledigt.

Schörgendorfer: Um fünf ist Tagwache mit Meditation und Yogaübungen, dann folgt ein ausgefüllter Arbeitsalltag im Bioladen, im Cafe und im Yogastudio. Nach den abendlichen Yogaeinheiten bin ich etwa um 21 Uhr dann im privaten Entspannungsmodus, um den nächsten Tag vorzubereiten. Ausnahme ist Sonntag, da läutet der Wecker erst um sieben und dieser Arbeitstag ist doch etwas entspannter.

Tips: Wo verbringen Sie am liebsten Ihren Sommerurlaub? – und warum?

Ozlberger: Wir lieben es, im Salzkammergut Urlaub zu machen. Man wird mit sehr guter Qualität verwöhnt und verliert keine Zeit fürs lange Anreisen.

Schörgendorfer: Eindeutig in Italien, weil das ideal für einen Kurzurlaub ist. Ich liebe das Meer und gutes Essen.

Tips: Was können Ihrer Meinung nach Frauen besser als Männer?

Ozlberger: Ich glaube, sie sind empathischer.

Schörgendorfer: Vom geschäftlichen Standpunkt aus: Wir Frauen wissen, dass es ein Irrglaube ist, sich in Führungspositionen genauso verhalten zu müssen, wie ein Mann. Der Wettbewerbsdrang der weiblichen Seite ist meist weniger ausgeprägt und sorgt somit für mehr Ausgeglichenheit, Intuition und Weitsicht. Was uns Frauen hingegen manchmal fehlt, ist Selbstbewusstsein und Spontanität. Mein Appell wäre, dass wir voneinander lernen können.

Tips: Was ist für Sie typisch Frau und typisch Mann?

Ozlberger: Männer trauen sich selber mehr zu als Frauen.

Schörgendorfer: Ich untermale nicht gerne allgemeine Klischees.

Tips: Worauf würden Sie in Ihrem Leben nie verzichten wollen?

Ozlberger: Auf meine Familie!

Schörgendorfer: Auf meine Familie, die trotz meiner hohen Aktivitätsrate immer hinter mir steht.

Tips: Wie sind Sie zu den „Frauen in der Wirtschaft“ gekommen?

Ozlberger: Ich wurde angesprochen und habe mich sofort für die wirklich wichtigen Themen begeistern können.

Schörgendorfer: Grundsätzlich bin ich von ganzem Herzen eine Netzwerkerin und aus diesen Aktivitäten heraus hat mich meine Vorgängerin Ulli Steinmaßl angesprochen und mich mit ins Aktivteam geholt.

Tips: Welche Aufgaben haben Sie als Vorsitzende?

Ozlberger: Die Frauen in der Wirtschaft zu vernetzen, Bedürfnisse an die Politik weiterzutragen.

Schörgendorfer: Im Grunde geht es um wirtschaftliche und soziale Themen. Ich mache gerne darauf aufmerksam, dass viele Frauen im Berufsalltag Mehrfachbelastungen zu tragen haben. Sehr wichtig ist mir auch die Anerkennung und die Gleichstellung der herausragenden wirtschaftlichen Resultate, welche Frauen Tag für Tag leisten.

Tips: Was waren Ihre größten Errungenschaften vor bzw. seit dem Vorsitz?

Ozlberger: Die Zeit während Corona hat uns gezeigt, wie sehr die Frauen in der Wirtschaft vernetzt sind und wie sehr wir uns gegenseitig unterstützt haben.

Schörgendorfer: Dass Frauen meine Position und die des Aktivteams immer mehr nützen, um von den Angeboten der Wirtschaftskammer zu profitieren. Das Netzwerk auch mit dem Organisieren von Veranstaltungen mit gelebter Herzlichkeit zu stärken.

Tips: Was möchten Sie in Ihrer Funktion (noch) erreichen?

Ozlberger: Eines meiner wichtigsten Themen für eine Gleichstellung der Frau ist das gesetzliche Pensionssplitting, was ich während meiner aktiven Zeit noch erleben möchte.

Schörgendorfer: Die Position und Funktion der Frauen zu unterstützen und zu stärken.

Tips: Wie sehen Sie die derzeitige Situation der Frauen in der Wirtschaft?

Ozlberger: Frauen sind am Vormarsch und werden immer sichtbarer. Der Erfolg der Frauen zeigt, dass Eigenschaften wie Offenheit, gegenseitiges Verständnis und miteinander reden genauso wichtig sind, wie völlig sachlich und kontrolliert an ein Thema heranzugehen. Darum bin ich überzeugt, dass Diversität das Geheimnis des Erfolgs eines Unternehmens ist.

Schörgendorfer: Frauen sind meist Mehrfachbelastungen ausgesetzt, die noch immer als selbstverständlich hingenommen werden. Es werden aber mittlerweile immer mehr Frauen vor den Vorhang geholt und wir werden sichtbarer in unserem Tun. Doch noch immer müssen wir für die Gleichstellung in der Wirtschaft mehr oder weniger kämpfen und das sollte sich in naher Zukunft endlich einmal ausgleichen.

Tips: Im Vergleich dazu – was ist Ihre Meinung zur Situation der Frauen in der Gesellschaft?

Ozlberger: Die Erziehung der Kinder ist immer noch überwiegend Frauensache. Als Mutter würde ich mir Rahmenbedingungen wünschen, die es einer Frau freistellen ob und wie lange sie bei den Kindern zuhause bleiben möchte oder ob sie nach der Karenz gleich wieder beruflich tätig wird – OHNE dass das Umfeld negativ/positiv urteilt. Es ist richtig, dass immer noch Männer eher in Führungspositionen eingesetzt werden als Frauen. Es ist aber nicht nur die Schwierigkeit für Frauen Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen, sondern Frauen trauen sich einfach gewisse Positionen nicht zu. Ich bin in einem Aufsichtsrat tätig und dort Vorsitzende des Prüfungsausschusses. Ich werde immer wieder von Frauen angesprochen, dass sie sich so eine Position nicht zutrauen würden! Diese Frage würde sich ein Mann wahrscheinlich nicht stellen.

Tips: Welche Gedanken haben Sie zum Weltfrauentag?

Ozlberger: Es wäre schön, wenn dieser Tag bewirken könnte, dass Frauen in allen Bereichen gleichberechtigt sind. Da denke ich an Einkommen, Pensionssplitting und dadurch eine gesicherte Altersvorsorge usw.

Schörgendorfer: Dass wir Frauen viele mutige Vorgängerinnen hatten, die uns den Weg für unsere Freiheit und Gleichberechtigung geebnet haben. Für alle Frauen, die diesbezüglich noch auf Probleme stoßen, wünsche ich mir mehr Respekt und Unterstützung für ihre Selbstbestimmung und Verwirklichung ihrer Vorhaben und Träume.

Tips: Welche Tipps möchten Sie den Leserinnen mitgeben? / Was ist Ihr Weg zum Erfolg?

Ozlberger: Jede Frau hat Stärken, deren sie sich bewusst sein sollte. Sagen Sie, was Sie KÖNNEN und nicht, was sie nicht können.  Mein Weg zum Erfolg war nicht immer einfach, aber ich habe gelernt, immer einmal mehr aufzustehen als hinzufallen. Nie das Ziel aus den Augen zu verlieren und jeden kleinen Erfolg zu feiern. Sehen sie das Positive und glauben Sie an sich selber!

Schörgendorfer: Nur Mut! Sobald man den Gedanken gefasst hat, einen erfolgreichen Weg zu beginnen, hat man den ersten Schritt schon getan. Man tut gut daran, nicht an Benachteiligungen festzuhalten, sondern die eigenen Stärken hervorzuheben, um sich deren bewusst zu werden und dann daran zu wachsen.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden