"D'Schmiedin z'Schölmlahn" - ein Michaelnbacher Original erzählt
MICHAELNBACH. Zu den echten Michaelnbacher Urgesteinen gehört Anna Dobetsberger, besser bekannt als „Schmiedin z'Schölmlahn“. Sie ist das letzte der ortsbekannten Schölmlahner Golden Girls. Jeder im Ort kennt sie und sie kennt jeden. Die 90-Jährige erzählt von ihren Erinnerungen.

„Mein Schwiegervater hat die Schmiede 1941 gebaut und 1954 übernahm sie mein Mann. Die Kunden kamen aus der ganzen Umgebung, um ihre Pferde beschlagen und Pflüge, Wägen und Anhänger sowie Werkzeuge reparieren zu lassen. Deshalb kannte ich auch so viele Leute, weil die beiden die Rechnungen immer zu Hause schrieben“, erzählt sie.
Als Anna Dobetsbergers Mann 1976 überraschend an einer Hirnblutung verstarb, übernahm ihr Sohn Georg die Schmiede, der die Firma weiter vergrößerte und modernisierte. „Als Witwe durfte ich mit 44 Jahren dem Seniorenbund beitreten, was mir die Möglichkeit verschaffte, zu verreisen. Mit dem Bus war ich zum Beispiel in Pisa und Paris. Diese Reisen habe ich sehr genossen, sie waren damals meine einzige Möglichkeit, etwas von der Welt zu sehen“, erzählt Dobetsberger.
Über die Schölmlahner Golden Girls – drei Nachbarinnen und Freundinnen aus der Ortschaft Schölmlahn in Michaelnbach – sagt sie : „Die „Gesslin“ und die „Lauberin“ habe ich natürlich schon länger gekannt, aber in der Pension, als wir zu Hause nicht mehr so viel zu tun hatten, begannen wir, uns öfter zu treffen. Jeden Sonntag nach der Kirche setzten wir uns bei einer von uns zu Kaffee und Kuchen zusammen und unterhielten uns über das Neueste in Michaelnbach. Die beiden sind innerhalb kurzer Zeit hintereinander gestorben und ich vermisse sie sehr.“


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