Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

WAIZENKIRCHEN/ALTSCHWENDT. Die Künstlerin und ehemalige Kunstpädagogin am Gymnasium Dachsberg Maria Gröswagen aus Waizenkirchen hat die Windkraftanlage in Altschwendt als „Ready-made“ zum „Kunstobjekt Windpark A“ ernannt.

Der Windpark in Altschwendt gilt nun als Kunstobjekt. (Foto: Maria Gröwagen)
  1 / 3   Der Windpark in Altschwendt gilt nun als Kunstobjekt. (Foto: Maria Gröwagen)

„Ready-made“ ist ein Kunst-Begriff und bedeutet „Fertigware, fertig gemacht“. Er bezieht sich auf industrielle, serielle Fertigungen oder auch auf Alltags- und Naturgegenstände, welche aus der Perspektive eines Künstlers zu einem Kunstwerk erklärt werden können.

Auf den ersten Blick

Gröswagen, deren Künstlername MAGROE lautet, erzählt, wie sie zum ersten Mal auf den Windpark in Altschwendt gestoßen ist: „Ich durchstreifte vor circa zehn Jahren zum ersten Mal einen Windpark, nämlich den in Altschwendt, und war beeindruckt von den imposanten, majestätischen, technoiden, monotonen Gebilden, angeordnet in einer ländlichen, bewirtschafteten, wunderschönen Landschaft. Es war für mich ein Moment der ästhetischen Anmut eines überwältigenden Skulpturengartens.“ Die Waizenkirchnerin war damals auf dem Weg zu ihrer Großtante ins Altenheim Zell an der Pram. Seither schaute sie gerne von ihrem Wohnort aus auf die sich in weiter Ferne drehenden Windräder: „Die Windenergie erreichte Anfang dieses Jahres, spontan und unerklärlich, auch meine Künstlerseele und manifestierte in mir den Gedanken, die Windkraftanlage zum ,Ready-made‘ zu erklären.“

Windpark wird zum Kunstwerk

Die Anlage in Altschwendt besteht aus fünf Windrädern, drei davon sind in der Ortschaft Rödham und zwei in Steindlberg. Die Künstlerin erklärt: „Es ging mir keineswegs darum, die Windräder in eine künstlerische Arbeit einzubeziehen, sondern ich wollte lediglich auf die Anlage selbst hinweisen, welche als ein in sich abgeschlossenes Objekt ein Zeugnis menschlichen Schaffens zur Nutzung natürlicher Energie für die existenzielle Bedarfsdeckung in einem würdevollen, harmonischen Erscheinungsbild abgibt.“ Dank des Geschäftsführers Anton Haunold konnte Gröswagen diese Idee dann auch realisieren.

„Ready-made-Siegel“

„Es war mir auch wichtig, das ,Ready-made-Siegel‘ der Kunstobjekt-Erklärung so unscheinbar wie möglich zu halten, um das Arrangement der Windräder in der Landschaft optisch nicht zu beeinträchtigen. Es sollte darin nicht als autonomes Werk wie ein Fremdkörper wirken und liegt daher mit einem Durchmesser von kaum einem Meter bündig im Boden vor dem Eingang des Windrades ,Berta‘“, erläutert die Waizenkirchnerin. Der Platz vor der Berta habe sich aus pragmatischer Sicht am besten geeignet.

Der Ursprung des bereits 108-jährigen Kunst-Begriffes „Ready-made“ liegt in der bewusst unästhetischen Antikunstbewegung „Dadaismus“ und beruft sich auf ein Urinal, welches Marcel Duchamp 1917, um die etablierte Gesellschaft zu schockieren, in New York als Kunstobjekt ausstellte. „Dada“ richtete sich gegen die damalige akademische „Salonkunst, welche von denselben reichen Bürgern gesponsert und hofiert wurde, die gleichzeitig das Morden und Schlachten des Ersten Weltkriegs finanzierten. „Nach 108 Jahren, in denen sich mittlerweile auch ,Antikunst‘ als Salonkunst etabliert hat, kann parallel dazu ein ,Ready-made‘ durchaus auch den gestalterischen Aspekt des Einklangs von Funktion und Ästhetik, von Technik und Kunst, auch in Einbezug von Räumlichkeit und Umwelt, aufzeigen“, meint die Künstlerin.

Kunstobjekt Windpark A

„Die Klimaschutzthematik war kein Anstoß zu dieser Aktion, jedoch darf sie schon auch als künstlerischer Beitrag dazu gesehen werden.“ Die Namensgebung für das Kunstobjekt erklärt Gröswagen folgendermaßen: „Windpark A kann für Anfang (der Erste), Altschwendt, Austria, Alle und humoristisch auch für Anton (erstes Windrad und Vorname des Geschäftsführers) stehen.“ Abschließend sagt sie schmunzelnd: „Wer im Windpark nach einem eigenständigen ,Ready-made-Kunstobjekt‘ sucht, wird keines finden, denn er befindet sich ja mittendrin.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Kleintierzuchtverein Neumarkt/Kallham feiert 100-jähriges Bestehen mit Jubiläumsschau

Kleintierzuchtverein Neumarkt/Kallham feiert 100-jähriges Bestehen mit Jubiläumsschau

NEUMARKT/KALLHAM. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Kleintierzuchtvereins E 50 Neumarkt/Kallham findet am Samstag, 7. November 2026, ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Radfahrprüfung in Hofkirchen: Alle Kinder bestehen

Radfahrprüfung in Hofkirchen: Alle Kinder bestehen

HOFKIRCHEN AN DER TRATTNACH. Die Schüler der vierten Klasse der Volksschule Hofkirchen absolvierten ihre Radfahrprüfung unter erschwerten Bedingungen. ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Martini-Bauernmarkt in der Furthmühle Pram

Martini-Bauernmarkt in der Furthmühle Pram

PRAM. Gänse, Enten, Bio-Lammfleisch, Fisch und zahlreiche regionale Lebensmittel gibt es am Samstag, 7. November 2026, von 8.30 bis 10.30 Uhr ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Weihnachtspodcast mit Austrofred in Peuerbach

Weihnachtspodcast mit Austrofred in Peuerbach

PEUERBACH. Günther Lainer und Christoph „Krauli“ Held laden am Samstag, 28. November, zur Live-Aufzeichnung ihres Podcasts „Beim Gast ...

Tips - total regionalPichler Elisa
Martinimarkt in Hofkirchen bietet Handwerk, Kulinarik und Geschenkideen

Martinimarkt in Hofkirchen bietet Handwerk, Kulinarik und Geschenkideen

HOFKIRCHEN AN DER TRATTNACH. Ein abwechslungsreiches Angebot mit zahlreichen Ausstellern und liebevoll gefertigten Produkten erwartet die Besucher ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Bäuerin aus Peuerbach setzt auf Direktvermarktung und wünscht sich mehr Wertschätzung

Bäuerin aus Peuerbach setzt auf Direktvermarktung und wünscht sich mehr Wertschätzung

PEUERBACH. Christina Arminger führt gemeinsam mit ihrem Mann Josef einen Milchviehbetrieb in Peuerbach. Neben der Milchwirtschaft verarbeitet ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Weitere Beiträge