ST. AGATHA. Die Landwirte Lea und Roland Lamberg übernehmen den bisherigen Unimarkt in St. Agatha als selbstständige Franchisenehmer. Der Nahversorger wird am 2. März als „Nah und Frisch Lamberg“ wiedereröffnet.

Der Nahversorger in St. Agatha wurde bereits von 2002 bis 2023 von einem Franchisenehmer als Nah und Frisch geführt. Als dieser in Pension ging, wurde der Laden zu einer Unimarkt-Eigenfiliale. Da die Unimarkt-Kette angekündigt hat, sich von sämtlichen Filialen in Österreich trennen zu wollen, suchen zahlreiche Gemeinden gemeinsam mit Unigruppe-Geschäftsführer Andreas Haider nach neuen Lösungen für die Nahversorgung. Eine Übernahme durch Spar oder Rewe war in St. Agatha nicht möglich, deshalb ging die Gemeinde auf die Suche nach einem Franchisenehmer.
Landwirtepaar rettet Nahversorger
Lea und Roland Lamberg aus St. Agatha arbeiten bereits als Direktvermarkter ab Hof und führen nun das Lebensmittelgeschäft gemeinsam mit dem bisherigen Team unter der Leitung von Anita Prenninger weiter. „Günther Baschinger hat uns gefragt, ob wir uns vorstellen können, den Markt zu übernehmen. Zuerst haben wir geglaubt, dass wir das arbeitstechnisch nicht schaffen, aber mit der Zeit hat uns die Idee immer mehr interessiert“, erklärt Lea Lamberg. Um sich von den großen Lebensmittelkonzernen abzuheben, werden sie sich auf den Verkauf regionaler Produkte konzentrieren. „Das ist praktisch, weil wir dort auch unsere Ab-Hof-Produkte anbieten können“, sagt Lamberg. Zudem soll das Geschäft zu einem Treffpunkt werden, indem das Mittagsangebot für Schüler und Arbeiter ausgebaut wird. Auch die Schulausspeisung wird zukünftig vom Lebensmittelmarkt beliefert und auch die Vereine werden dazu angehalten, ihre Einkäufe vor Ort zu erledigen. Das Geschäft wird als Hybridmarkt weitergeführt, in dem auch außerhalb der regulären Geschäftszeiten ohne Personal ausgewählte Lebensmittel erworben werden können. „Immer wieder rufen Leute zu unpassenden Zeiten bei uns wegen unserer Ab-Hof-Produkte an. Die können wir dann einfach zum Nah und Frisch schicken“, meint Lamberg.
„Fahr nicht fort, kauf im Ort“
Der Landtagsabgeordnete und Obmann der WKO Grieskirchen aus St. Agatha Günther Baschinger hat sich in seiner Funktion als Investor des Nahversorgungszentrums in der Gemeinde für den Erhalt des Lebensmittelgeschäfts eingesetzt: „In den vergangenen Wochen hat man die Verunsicherung der Bevölkerung gespürt, deshalb sind wir froh, dass die Zukunft des Nahversorgers in St. Agatha nun wieder gesichert ist. Die Gefahr, das Lebensmittelgeschäft im Ort zu verlieren, hat auch für mehr Bewusstseinsbildung unter dem Motto 'Fahr nicht fort, kauf im Ort' gesorgt. Die Lambergs sind motiviert und haben gute Ideen, deshalb gehen wir optimistisch an dieses Projekt heran.“


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