Geschäftsführer von SMW in Hofkirchen an der Trattnach werkt unermüdlich am Kauf des Flughafens Linz
HOFKIRCHEN/LINZ. Zahlreiche intensive Gespräche führt Manfred Zorn, um seine Pläne zu verwirklichen, der Stadt Linz ihre Anteile am Flughafen Linz-Hörsching abzukaufen. Seitens der Stadt hält man sich zum Angebot sehr bedeckt.
Der Flughafen gehört je zur Hälfte der Stadt Linz und dem Land Oberösterreich und befindet sich seit Längerem in wirtschaftlichen Turbulenzen.
Die 50 Prozent der Stadt will Zorn gemeinsam mit einem Konsortium erwerben. Er ist einer von zwei Geschäftsführern und zur Hälfte Eigentümer der Firma SMW Metallverarbeitung in Hofkirchen. Das Konsortium bietet einen Kaufpreis von zumindest einer Million Euro. Der endgültige Kaufpreis hängt von einem Gutachten eines Wirtschaftsprüfers ab.
Gutachten bezahlen
„Dazu habe ich mit der Firma Ernst & Young Gespräche geführt, die dieses Gutachten erstellen würde. Ansonsten kann die Stadt Linz die Anteile gar nicht veräußern. Das Regulativ sieht vor, dass es im zweiten Schritt eine Beurteilung über den Wert des Flughafens geben muss, weil es sonst womöglich eine Bevorteilung eines Investors oder dieser privaten Initiative wäre, und das ist nicht das Ziel. Darum braucht es einen Wert, der von einer der großen Wirtschaftsprüfungskanzleien bestimmt wird“, sagt Zorn. Er hat der Stadt angeboten, die Kosten dafür persönlich zu übernehmen.
Zusätzlich will das Konsortium drei Millionen Euro im Rahmen einer Kapitalerhöhung in die Flughafen Linz GesmbH einbringen. Das soll der nachhaltigen Stärkung der Eigenkapitalbasis sowie der zukünftigen strategischen Entwicklung des Flughafens dienen. Zorns Ziel ist, dass 100 Unternehmen beziehungsweise Personen aus Wirtschaft und Tourismus dem Konsortium angehören und sich mit jeweils einem Prozent an der neuen GmbH um 40.000 Euro beteiligen. Rund zwei Drittel der Zusagen hat Zorn bereits. „Das Wichtigste für mich ist jetzt, dass Tourismusbetriebe mitmachen. Da habe ich ein paar Quellen. Es braucht eine ganz breite Unterstützung für den Flughafen, damit wir wieder auf Augenhöhe mit Graz kommen. Wir haben keine einzige Verbindung mehr zu einer internationalen Drehscheibe“, beklagt Zorn.
Gleichberechtigte Partner
Alle Beteiligungspartner sollen gleichberechtigt sein und eine Geschäftsführung für die neue GmbH wählen. Zorn selbst will weder im Management des Flughafens tätig werden noch eine operative Funktion übernehmen.
Engagierte Personen aus dem Kreis der Beteiligungspartner sollen in klar definierten Themenkreisen mitwirken.
Im Linienflugbereich sind die Entwicklung und der Ausbau von drei Linienverbindungen das Ziel. Im Charterflugsegment will Zorn die Stärkung touristischer und saisonaler Flugangebote, auch für Herbst und Winter. Zudem soll der Flughafen als leistungsfähiger Logistik- und Frachtstandort ausgebaut werden. Rund um den Flughafen sollen Unternehmen und Dienstleister angesiedelt werden. Darüber hinaus sollen attraktive und wirtschaftlich tragfähige Gastronomiekonzepte entstehen.
Keine Auskünfte von Stadt
Seitens der Stadt Linz werden zum Kaufangebot derzeit keine Auskünfte erteilt. „Aus verhandlungstaktischen Gründen können aktuell keine näheren Details zu laufenden Gesprächen oder etwaigen Angeboten bekanntgegeben werden“, heißt es.
Das Land hat ein Vorkaufsrecht. Wirtschafts-Landesrat und Flughafen-Linz-Aufsichtsratsvorsitzender Markus Achleitner (ÖVP) erklärt: „Das Kaufangebot richtet sich an die Stadt Linz als Hälfte-Eigentümer des Flughafens Linz und muss von dieser bewertet werden. Das Land Oberösterreich bekennt sich klar zum Flughafen als unverzichtbarer Logistik- und Infrastruktureinrichtung für Oberösterreich. Zudem hat der Flughafen eine große volkswirtschaftliche Bedeutung für unser Bundesland, wie auch kürzlich durch eine volkswirtschaftliche Studie von Universitätsprofessor Teodoro D. Cocca von der Johannes Kepler Universität Linz untermauert worden ist.“
Umtriebiger Unternehmer
Zorn wurde 1967 geboren. Er absolvierte eine Lehrausbildung zum Werkzeugmacher und legte anschließend die Meisterprüfung ab. Im Jahr 1999 gründete er sein erstes Unternehmen. „Jetzt bin ich Geschäftsführer von fünf Unternehmen und mache mit meinen Firmen einen Umsatz von 80 Millionen Euro“, betont Zorn. Bei SMW in Hofkirchen sind 140 Personen beschäftigt.
Hauptgeschäftsfeld ist die Eisenbahnindustrie. Es ist das einzige Unternehmen in Österreich und eines von nur vier in Europa, das Lokomotivräder und Eisenbahnräder für Hochgeschwindigkeitszüge herstellen kann. Das Unternehmen wird oft als Metall-Alleskönner bezeichnet.
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