Meggenhofner Ehepaar kämpft gegen Kinderhandel in Nepal - und benötigt Spenden
MEGGENHOFEN. Brigitte und Heinz Söllinger sind erneut im Terai im Süden Nepals unterwegs, um sich gegen Kinderhochzeiten und Mädchenhandel sowie für vergessene Leben einzusetzen.

Das Ehepaar bewegt sich durch Gefängnishöfe, Slumgassen und Heime. Die Lage im Gefängnis von Birgunj ist verheerend. „Frauen sitzen mit ihren weinenden Kleinkindern auf dem Schoß am Boden. Einige Mädchen und Buben sind hier geboren, andere kennen nur das Leben hinter Gittern. Die Zellen sind überfüllt, die medizinische Versorgung minimal. Krankheiten verbreiten sich schnell“, sagt Brigitte Söllinger. Wenn Mitarbeiterinnen der von ihr gegründeten ChildVision Nepal den Hof mit Schulheften, Stiften und warmem Essen betreten, ist das ein Lichtstrahl für die jungen Menschen. „Sie dürfen für ein paar Stunden lernen, singen und Kind sein“, bemerkt Söllinger.
Brutalität
Nicht weniger brutal geht es in den Slums rund um Birgunj und an der Grenze zu Indien zu, wo der Mädchenhandel floriert. Schlepper versprechen Familien Arbeit, Bildung und ein besseres Leben für ihre Töchter. Was folgt, ist oft der Weg in Bordelle und Arbeitssklaverei. Kinderheirat ist zwar verboten, bleibt aber Realität. „Bei unserem Aufenthalt wurde die Mutter von vier Töchtern von den Schwiegereltern umgebracht. Jetzt kann ihr Sohn wieder heiraten, bekommt neuerlich Mitgift und vielleicht Söhne. Die Polizei schaut nicht hin und wird für ihr Schweigen bezahlt“, berichtet die Meggenhofnerin.
Chance geben
Die Slumschulen von ChildVision Nepal sind Orte der Hoffnung. Hier bekommen die Kinder Unterricht, Essen, medizinische Betreuung und Schutz. „Jedes Kind hat Fähigkeiten. Wir geben ihnen die Chance, sie zu entdecken“, sagt Söllinger: „Wir sind jedoch mehr denn je auf Spenden angewiesen. Jeder Euro zählt und gibt Hoffnung.“
Nähere Informationen zum Projekt: www.childvisionnepal.com


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