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Waizenkirchner Autorin Marlene Gölz liest aus Debütroman "Himmelfahrt" in Grieskirchen

Helmuth Wimmer, 27.03.2026 16:13

WAIZENKIRCHEN/GRIESKIRCHEN. Mit ihrem ersten Roman „Himmelfahrt“ hat sich Marlene Gölz aus Waizenkirchen einen lang gehegten Traum erfüllt.

Der Debütroman von Gölz führt in die Vergangenheit. (Foto: Reinhard Winkler)
Der Debütroman von Gölz führt in die Vergangenheit. (Foto: Reinhard Winkler)

Am Mittwoch, 8. April, um 19 Uhr hält sie eine Lesung in der Bibliothek Grieskirchen.

Bis zur Veröffentlichung eines Romans ist es ein langer Weg, wie Gölz erklärt: „Hat man einen Verlag gefunden und das Buch erscheint, ist das natürlich aufregend. Auch weil man davor allein damit war und im Stillen gearbeitet hat.“

Fragen der Gegenwart

Ihr Debütroman führt zurück in die Vergangenheit und mitten hinein in die Fragen der Gegenwart. Im Zentrum steht eine Protagonistin, die anlässlich des Begräbnisses ihrer besten Freundin in ihren Heimatort zurückkehrt.

Dort wird sie nicht nur mit Erinnerungen an ihre Jugend konfrontiert – geprägt von kulturellen Bezugspunkten wie „Dirty Dancing“ und der Musik der 1990er-Jahre –, sondern auch mit den Unsicherheiten ihres aktuellen Lebens. „Es geht darum, sich Fragen zu stellen, denen man lange ausgewichen ist“, sagt Gölz. Besonders am Herzen liegen ihr Themen wie der Gegensatz zwischen Stadt und Land sowie die Frage, wie gut Menschen einander wirklich kennen.

Vor allem aber wollte sie die „nervöse Stimmung der Gegenwart“ einfangen und einfühlsam das Leben durchschnittlicher und doch einzigartiger Frauen zeichnen.

Die Zeit schreibt mit

Dass äußere Ereignisse in literarische Texte hineinwirken, wurde ihr während des Schreibens besonders bewusst: „Überrascht hat mich die Erkenntnis, wie sehr die Zeit mitschreibt. Auch wenn gewisse Themen – wie ein Krieg, der plötzlich vor der Haustür ausbricht – nicht konkret benannt werden, sind sie im Text. Herausfordernd war mittendrin das Gefühl, in einem selbst erschaffenen Labyrinth gefangen zu sein, und damit die Frage: Wie komme ich da wieder raus?“

Ihr Roman ist nicht autobiografisch, dennoch fließen persönliche Erfahrungen und Eindrücke ein. „Ich nehme, was ich kenne“, sagt sie. Ihre eigene Rückkehr in den Heimatort sei ein wichtiger Impuls für das Schreiben gewesen.

Die Autorin ist 1978 in Linz geboren. Heute lebt sie wieder in Waizenkirchen, wo sie auch aufgewachsen ist. Nach Jahren in der Stadt sei die Rückkehr nach 18 Jahren bewusst erfolgt. „Es geht immer um die Leute“, zitiert sie eine Freundin – und genau diese seien es, die sie geprägt hätten und weiterhin inspirieren. Im Gegensatz zur Stadt falle am Land der Schutz der Anonymität weg. „Aber man tut gut daran, sich nicht allzu sehr um den Blick von außen zu kümmern. Sonst kann man nicht schreiben, es würde zu gefällig und letztlich auch langweilig“, sagt Gölz.

Freie Schriftstellerin

Als freie Schriftstellerin ist sie auch auf Förderungen angewiesen. „Es gibt keine Garantien auf ein Einkommen“, erklärt die Autorin. Daher arbeitet sie unter anderem freiberuflich im StifterHaus in Linz.

Einen klassischen Schreiballtag gibt es für die dreifache Mutter kaum. Wenn sie Zeit findet, nutzt sie diese konsequent – bevorzugt am Vormittag und am liebsten am Küchentisch. „Man darf nicht auf ideale Bedingungen warten“, sagt sie. „Sonst schreibt man keine Zeile.“

Gölz arbeitet bereits an einem neuen Roman und schreibt dazwischen auch kürzere Texte.


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