Geburtenstation Grieskirchen: Mit Herz und Erfahrung für das Wohl von Müttern und Neugeborenen
GRIESKIRCHEN. Hebammen begleiten Frauen während Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett und fördern so die Gesundheit von Mutter und Kind. Anlässlich des Internationalen Hebammentages am 5. Mai, an dem ihre Tätigkeit gewürdigt wird, möchte Hebamme Judith Weber vom Klinikum Grieskirchen den Blick bewusst einmal in eine andere Richtung lenken.

„Diesmal drehen wir den Spieß um und ich sage anlässlich des Internationalen Hebammentages einfach einmal Danke – für die Möglichkeit, Familien während der Geburt so zu begleiten, wie wir uns das großteils vorstellen“, betont Weber.
Im Klinikum Grieskirchen finden werdende Eltern eine ruhige und familiäre Umgebung für die Geburt ihres Kindes. Die vergleichsweise kleine Geburtshilfestation mit zwölf Betten hebt sich bewusst von großen, anonymen Einrichtungen ab. Hier stehen Zeit, Nähe und persönliche Betreuung im Mittelpunkt.
Intensive Betreuung
Die überschaubare Struktur ermöglicht häufig eine intensive Eins-zu-eins-Betreuung. Für Weber ist das ein entscheidender Vorteil: „Diese Art der Betreuung ist jene, die allen Frauen zukommen sollte.“ Darin sieht sie großes Potenzial – sowohl für die Sicherheit von Mutter und Kind als auch für das Geburtserlebnis selbst. „Wir können die wachsende Familie so begleiten, wie sie es braucht, und behalten den Überblick über den Geburtsverlauf“, sagt Weber.
Dass sich diese individuelle Begleitung positiv auswirkt, erlebt das Team täglich. „Zu wissen, dass sich die Frauen hier wohlfühlen, sich – so gut es die Umstände zulassen – entspannen können und ihr Kind, geschützt und getragen von vielen Endorphinen, erwarten, gibt Kraft und Energie und lässt so manchen anstrengenden Nachtdienst schneller vergehen, als man denkt“, schildert die Hebamme.
Ein besonderes Angebot der Station ist das sogenannte Bondingzimmer. Dieses steht frischgebackenen Familien ohne Zusatzkosten zur Verfügung und bietet Raum für ungestörte erste Stunden. Ankommen, kennenlernen und als Familie zusammenwachsen – begleitet von erfahrenem Pflegepersonal, das diese sensible Phase achtsam unterstützt.
Das Team ist eng eingespielt. „Unser Hebammenteam ist über viele Jahre gewachsen – erfahren, routiniert und mit ganzem Herzen bei der Sache“, sagt Weber. Diese Vertrautheit schaffe Geborgenheit genau dann, wenn sie am dringendsten benötigt wird. Ziel sei es, Frauen dabei zu unterstützen, der Kraft ihres Körpers zu vertrauen – sanft, respektvoll und in ihrem Tempo. Gleichzeitig ist die medizinische Versorgung jederzeit gewährleistet. „Ob Schmerzerleichterung oder Kaiserschnitt – Ärztinnen und Ärzte sowie Hebammen sind rund um die Uhr für Mutter und Kind da“, sagt Weber.
Das Grieskirchner Krankenhaus versteht sich als familiärer Ort für werdende Eltern. Nicht Größe, sondern Qualität, Zeit und persönliche Zuwendung stehen im Vordergrund. Im Klinikum Wels-Grieskirchen kamen im vergangenen Jahr 2.347 Kinder zur Welt, davon 472 am Standort Grieskirchen.
Ausbildung zur Hebamme
Die Ausbildung zur Hebamme erfolgt an Fachhochschulen, in Oberösterreich an der FH Gesundheitsberufe OÖ am Standort Linz. Sie dauert sechs Semester, wird in Vollzeit angeboten und mit einem Bachelor abgeschlossen. Anschließend kann ein Masterlehrgang absolviert werden. Der Lehrgang besteht aus einer theoretischen Ausbildung sowie einem umfangreichen Praxisteil, der rund die Hälfte der gesamten Ausbildung ausmacht. Voraussetzung für den Beginn ist die Hochschulreife (Matura oder gleichwertiger Abschluss). Die Einsatzbereiche für Hebammen sind vielfältig: Sie arbeiten in öffentlichen und privaten Krankenhäusern, in Geburtsvorbereitungseinrichtungen, Hebammenzentren, Geburtshäusern sowie in Arztpraxen.


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