VTA Austria: Viel weniger Schadstoffe im Abwasser
ROTTENBACH. Die Kommunalabwasserrichtlinie der Europäischen Union stellt Gemeinden vor große Herausforderungen. Bis 2050 müssen Kläranlagen mindestens 80 Prozent sogenannter Spurenstoffe aus dem Abwasser entfernen. Das Umwelttechnikunternehmen VTA bietet dafür ein kostengünstigeres Verfahren an, das zudem deutlich effektiver sein soll.

Zu den Spurenstoffen zählen Mikroplastik, Medikamentenrückstände sowie Chemikalien aus Kosmetikprodukten und der Industrie. Eine Modernisierung der Kläranlagen würde für die Gemeinden hohe Kosten und für die Bürger höhere Gebühren bedeuten. Eine Möglichkeit wäre die Einführung einer zusätzlichen vierten Reinigungsstufe, etwa durch Aktivkohle- oder Ozonverfahren. Die Filterergebnisse seien jedoch unzureichend, sagt Ulrich Kubinger, Gründer und Eigentümer von VTA Austria. Ozon sowie die gesundheitsschädlichen „Ewigkeitschemikalien“ (PFAS) würden laut Studien lediglich um etwa 12,7 Prozent reduziert. Das von VTA patentierte Verfahren „Nanocarbon“ hingegen erziele Ergebnisse von 90 Prozent und mehr. „Das ist ein haushoher Unterschied“, erklärt Marlen Kubinger, Prokuristin von VTA und Tochter des Firmengründers. Das Verfahren ermögliche die frühzeitige Bindung von Mikroschadstoffen und Krankheitserregern – ganz ohne zusätzliche bauliche Reinigungsstufen. Der Einsatz von Nanocarbon würde beispielsweise in der Kläranlage Wels im Vergleich zu einer vierten Reinigungsstufe jährlich 3,6 Millionen Kilowattstunden Strom einsparen. Das entspreche dem Verbrauch von rund 1.125 Haushalten.
Ein weiteres, bislang unterschätztes Problem betrifft die Belüftung von Kläranlagen: Dabei werden Aerosole freigesetzt – feinste Tröpfchen, die mit Keimen, Bakterien und verschiedenen Schadstoffen belastet sind. Diese stellen sowohl für Mitarbeiter der Kläranlagen als auch für Anrainer ein Gesundheitsrisiko dar. Nanocarbon reduziere diese Keimbelastung um bis zu 99 Prozent.
An dem Verfahren habe VTA fünf Jahre lang geforscht, erklärt Andreas Gabriel, Leiter des VTA Instituts für Gesundheit und Umwelt.
VTA beschäftigt 400 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 100 Millionen Euro. Das Unternehmen betreut weltweit mehr als 2.000 Kläranlagen und sorgt für die Wasseraufbereitung von 300 Millionen Menschen.


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