Freundschaft auf zwei Rädern: Rotkreuz-Sanitäter aus dem Bezirk Grieskirchen verbindet Hard Enduro
PÖTTING/ROTTENBACH. Der Internationale Tag der Freundschaft wird am Donnerstag, 30. Juli, gefeiert. Dass Freundschaften an ungewöhnlichen Orten entstehen können, zeigt die Geschichte von Felix Atzmüller aus Rottenbach und Tobias Sammereyer aus Pötting.

Die beiden Rotkreuz-Sanitäter lernten sich im Rettungsdienst kennen und sind heute nicht nur ein eingespieltes Team im Einsatz, sondern auch privat enge Freunde. Ihre gemeinsame Leidenschaft: Hard Enduro.
Begonnen hat alles vor rund drei Jahren mit einem spontanen Gefallen. Atzmüller, damals Zivildiener beim Roten Kreuz, sprang kurzfristig für eine Kollegin ein. So absolvierte er seinen ersten gemeinsamen Dienst mit Sammereyer. „Obwohl wir uns noch nicht kannten, hatten wir in dieser Nacht recht fordernde Einsätze und haben schnell bewiesen, dass wir gut miteinander arbeiten können“, erinnert sich Atzmüller.
Aus dem ersten gemeinsamen Dienst entwickelte sich eine enge Freundschaft. Die beiden wurden zu einem eingespielten Team, das sich blind aufeinander verlassen kann. Dieses Vertrauen beschränkt sich längst nicht mehr auf den Rettungswagen.
Wenn Atzmüller und Sammereyer nicht in Uniform unterwegs sind, tauschen sie Stethoskop und Blutdruckmanschette gegen Helm und Motorrad. Ihre gemeinsame Leidenschaft ist Hard Enduro – eine anspruchsvolle Form des Motorradfahrens, bei der es über steile Hänge, rutschige Baumstämme und durch tiefe Schlammlöcher geht.
Zum gemeinsamen Hobby kamen die beiden eher zufällig. „Felix sprach auf der Dienststelle über Enduros, als ich spontan mit meiner ankam, weil mein Auto streikte“, erzählt Sammereyer. Wenig später kaufte sich auch der 24-jährige Pöttinger sein erstes Motorrad.
„Nach den ersten Ausfahrten bei mir zu Hause wurde schnell klar, dass das unser gemeinsames Hobby wird“, erzählt der 32-jährige Atzmüller.
Vertrauen im Einsatz und im Gelände
Dabei verbindet die Freunde nicht nur die Begeisterung für den Sport, sondern auch eine gemeinsame Einstellung: gegenseitige Unterstützung und blindes Vertrauen.
„Das Spannende ist der Kontrast“, erklärt Sammereyer. „Im Rettungswagen muss alles steril, kontrolliert und nach Protokoll ablaufen. Beim Hard Enduro im Wald sind wir dreckig, verschwitzt und gehen an unsere Grenzen. Aber das Mindset ist dasselbe: Wir passen aufeinander auf und brauchen nur wenige Worte, um auch in stressigen Situationen fokussiert zu agieren.“
Dass dieses Vertrauen nicht nur schöne Worte sind, beweist ein Vorfall bei einer gemeinsamen Ausfahrt. Atzmüller stürzte an einer steilen Waldauffahrt und rammte sich dabei den Lenker in den Bauch. Noch bevor er seinen Helm abnehmen konnte, war sein Freund zur Stelle. „Tobias stand schon neben mir, hat mich mitten im Wald professionell erstversorgt und mir im selben Atemzug einen Vortrag über meine miserable Technik gehalten“, erzählt Atzmüller.
Für die beiden zeigt sich darin auch, was das Ehrenamt beim Roten Kreuz ausmacht. „Wer sich beim Roten Kreuz engagiert, tut nicht nur der Gesellschaft etwas Gutes. Man findet bei uns auch Freunde fürs Leben“, betont Sammereyer, der seit 2025 auch als Ortsstellenleiter in Grieskirchen tätig ist.
Wer sich beim Roten Kreuz engagieren möchte, ist jederzeit willkommen – im Rettungsdienst ebenso wie beim Jugendrotkreuz oder in den sozialen Diensten. Informationen gibt es im Bezirksbüro unter 07248 62243 sowie direkt bei der Ortsstelle. Der nächste Rettungssanitäter-Lehrgang startet am Montag, 22. September.


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