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MEGGENHOFEN. Wer den Hof von Rosa und Alois Pötzlberger besucht, merkt schnell: Hier schlägt das Herz für Tiere. Zwischen Kranichen, Pfauen, Enten, Gänsen, Wachteln und anderen gefiederten Tieren stehen großzügige Volieren, in denen farbenprächtige Aras und Kakadus zu Hause sind. Zudem hält das Ehepaar unter anderem Steinböcke.

Rosa und Alois Pötzlberger (Foto: Tips)
Rosa und Alois Pötzlberger (Foto: Tips)

Die Papageienzucht ist vor allem für Rosa Pötzlberger längst mehr als ein Hobby – sie ist zur Leidenschaft geworden.

„Ich wollte immer schon Papageien haben“, erzählt Rosa Pötzlberger. Bereits als Kind hatte sie Wellensittiche. Alois Pötzlberger hatte auf dem Hof früher Volieren für Fasane. Als diese nicht mehr genutzt wurden, reifte der Plan, seiner Frau den Traum von Papageien zu erfüllen. Als Überraschung zum Geburtstag baute Alois Pötzlberger seiner Frau ein 25 Quadratmeter großes Papageienhaus mit Volieren. Unterstützung holte sich das Ehepaar bei erfahrenen Züchtern aus der Region, von denen es viel über Haltung und Pflege lernte.

Geschlechtsreif mit fünf Jahren

Heute leben auf dem Hof unter anderem Gelbbrustaras, Scharlacharas sowie verschiedene Kakaduarten. Besonders stolz sind Rosa und Alois Pötzlberger auf ihre Aras. Noch haben diese zwar keinen Nachwuchs, doch Geduld gehört bei der Papageienzucht dazu. Erst mit etwa fünf Jahren werden die Tiere geschlechtsreif.

„Papageien sind kein Spielzeug“, betont Alois Pötzlberger. Wer sich einen solchen Vogel anschafft, müsse sich der Verantwortung bewusst sein. Die Tiere benötigen nicht nur viel Platz, sondern auch eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Obst, Beeren und – je nach Art – speziellen Futtermischungen. Auch frische Äste zum Benagen gehören zur täglichen Beschäftigung.

Aras sind sehr laut. Ihre Schreie erreichen eine Lautstärke von mehr als 100 Dezibel. Mit ihrer enormen Schnabelkraft zerstören sie problemlos Möbel, Türen, Fensterrahmen, elektrische Leitungen und sogar Putz.

Aras stellen hohe Ansprüche

Aras stellen hohe Ansprüche an ihre Halter. Sollten einmal Jungtiere schlüpfen, müssen diese bereits wenige Tage nach dem Schlupf von Hand aufgezogen werden. Der Grund: Manche Männchen reagieren während der Brutzeit äußerst territorial und können den eigenen Nachwuchs gefährden. Die Aufzucht mit speziellem Handaufzuchtfutter erfordert viel Erfahrung und Zeit.

Ein besonderes Anliegen der Pötzlbergers ist die artgerechte Haltung. Ihre Volieren übertreffen die gesetzlichen Mindestmaße von sechs Metern Länge, zwei Metern Breite und zwei Metern Höhe deutlich. Die größte Anlage für die Aras misst rund 14 Meter in der Länge, sieben Meter in der Breite und vier Meter in der Höhe. „Papageien brauchen Bewegung und Beschäftigung. Eine Haltung in der Wohnung sehen wir sehr kritisch“, sagt Alois Pötzlberger.

Sehr soziale Tiere

Ebenso wichtig sei die Sozialstruktur. Papageien dürften niemals einzeln gehalten werden. Als hochsoziale Tiere brauchen sie einen Partner, um ihr natürliches Verhalten ausleben zu können. „Ein einzelner Papagei leidet. Das ist für uns Tierquälerei“, ist Alois Pötzlberger überzeugt.

Obwohl manche Papageien viele Tausend Euro wert sein können, spielt der wirtschaftliche Aspekt für die Familie keine Rolle. „Wir machen das aus Freude an den Tieren“, sagt Rosa Pötzlberger. Sollte es künftig Nachwuchs geben, ist noch nicht sicher, ob dieser verkauft wird – eher nicht. Viel eher könne sich Rosa Pötzlberger vorstellen, Tiere mit anderen seriösen Züchtern zu tauschen.

Gemüt der Tiere

Immer wieder erlebt das Ehepaar auch Vorurteile und Neid. Kontrollen durch Behörden hätten jedoch bestätigt, dass die Haltung den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Für Alois Pötzlberger zählt ohnehin etwas anderes: „Man muss sich das Gemüt der Tiere anschauen. Wenn sie gesund sind, sich beschäftigen, miteinander harmonieren und genügend Platz haben, dann merkt man, dass es ihnen gut geht.“

Schönste Beschäftigung

Die Versorgung der Tiere nimmt mehrere Stunden täglich in Anspruch. Gehege reinigen, Futter vorbereiten, Äste erneuern und die Tiere beobachten gehören zum Alltag. Auch im Winter wird für das Wohl der Papageien gesorgt. Die Schutzräume sind beheizt, gleichzeitig dürfen die Vögel – angepasst an die Temperaturen – auch in der kalten Jahreszeit ins Freie.

Für Rosa und Alois Pötzlberger ist die Arbeit mit ihren Tieren trotz des großen Aufwands die schönste Beschäftigung. „Ohne Tiere könnten wir uns unser Leben gar nicht vorstellen“, sagt Alois Pötzlberger. Vielen ist er noch als Wirt des Gastrobetriebs „Ois zum Lois“ bekannt, den er neben seinem Hof 2001 eröffnete, bis 2018 betrieb und seitdem verpachtet hat.


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