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GRIESKIRCHEN. Die anhaltende Dürre bringt die Bauern im Bezirk Grieskirchen massiv unter Druck. Geringere Ernten lassen die Futterreserven schwinden. Auch die Wasserversorgung wird für die zahlreichen tierhaltenden Betriebe zunehmend zum Problem. Die Bezirksbauernkammer fordert langfristige Investitionen.

Martin Dammayr, Isabella Rebhahn und Franz Waldenberger (v. l.) (Foto: Tips)
Martin Dammayr, Isabella Rebhahn und Franz Waldenberger (v. l.) (Foto: Tips)

Die anhaltende Trockenheit stellt die Landwirtschaft im Bezirk vor große Herausforderungen. Viele Betriebe haben heuer deutlich weniger Futter geerntet und müssen bereits auf Wintervorräte zurückgreifen. Gleichzeitig steigt der Wasserbedarf in der Tierhaltung. Bezirksbauernkammerobmann Martin Dammayr warnt vor Folgen für die regionale Lebensmittelversorgung: „Die Auswirkungen der Dürre treffen unsere bäuerlichen Familienbetriebe unmittelbar. Die Ertragseinbußen auf den Äckern und Grünlandflächen sind deutlich sichtbar. Gleichzeitig wird die Versorgung unserer Tiere mit ausreichend Futter und Wasser immer schwieriger.“

Futterreserven schwinden

Besonders betroffen ist das Grünland, wo deutlich geringere Erntemengen eingebracht wurden. Die Futtervorräte sinken, während die Kosten für notwendige Zukäufe steigen. „Viele Betriebe müssen bereits heute auf Reserven zurückgreifen, die eigentlich für den Winter vorgesehen waren. Manche sehen sich gezwungen, Tierbestände zu reduzieren“, erklärt Dammayr.

Im Bezirk werden rund 37.300 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet, davon 27.100 Hektar Ackerland und 10.200 Hektar Grünland.

Wasserversorgung ist Problem

Neben dem Futter wird auch Wasser zunehmend zum Problem. Eine Milchkuh benötigt an heißen Sommertagen bis zu 125 Liter Wasser täglich. Im Bezirk gibt es mehr als 7.700 Milchkühe. Ein Mastschwein braucht rund sechs Liter pro Tag, eine Zuchtsau mit ihren Ferkeln bis zu 40 Liter. „Wasser wird zunehmend zum strategischen Produktionsfaktor. Wer langfristig regionale Lebensmittel erzeugen will, muss auch die Wasserversorgung absichern können“, betont Dammayr. Die Bedeutung der Landwirtschaft zeigen die Zahlen aus dem Jahr 2025: Im Bezirk wurden 33.542 Rinder, 142.690 Schweine und 398.256 Stück Geflügel gehalten. Die Milchanlieferung erreichte mit 57,5 Millionen Kilogramm einen neuen Höchstwert. Insgesamt gab es 1.563 landwirtschaftliche Hauptbetriebe.

Investitionen

Angesichts zunehmender Trockenperioden fordert Dammayr langfristige Maßnahmen. Dazu zählen Investitionen in die Wasserspeicherung, Wasserversorgung und Bewässerung sowie in den Humusaufbau und widerstandsfähige Produktionssysteme. Maßnahmen zur Klimaanpassung werden bereits umgesetzt: 9.012 Hektar werden umweltgerecht bewirtschaftet, auf 6.374 Hektar kommen Erosionsschutzmaßnahmen zum Einsatz. Weitere 4.422 Hektar werden im System „Immergrün“ bewirtschaftet. Dazu kommen 705 Hektar Naturschutzflächen.

Frauen spielen in der Landwirtschaft eine immer bedeutendere Rolle. Im Bezirk werden rund 500 Betriebe von Ehepaaren gemeinsam bewirtschaftet, bei weiteren rund 360 Betrieben ist eine Frau Betriebsführerin. Damit tragen Frauen bei mehr als der Hälfte der Betriebe Führungsverantwortung.

Besonders stark vertreten sind sie in der Direktvermarktung mit rund zwei Dritteln und im Tourismus mit drei Vierteln. Bei Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsangeboten liegt ihr Anteil sogar bei 86 Prozent. „Bei uns ist ganz viel Herz dabei. Ganz wichtig ist uns das Tierwohl“, erklärt Isabella Rebhan, Vorsitzende des Bäuerinnenbeirates.

Dürrehilfe-Paket

Auch Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verweist auf die wirtschaftlichen Folgen des Dürrejahres 2026. Die Bundesregierung hat ein Dürrehilfe-Paket in Höhe von 240 Millionen Euro beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem höhere öffentliche Zuschüsse zur Dürreversicherung ab 2027, befristete Erleichterungen bei Sozialversicherungsbeiträgen sowie Zinszuschüsse für Betriebsmittelkredite. Außerdem sollen Agrarinvestitionskredite gestundet werden. Das Paket könne allerdings nur einen Teil der tatsächlichen wirtschaftlichen Schäden abdecken.


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