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Häufig sind Familienangehörige und die betreuenden Einrichtungen mit der Betreuung von Menschen mit Demenz sehr belastet und finden kaum noch Zeit für die eigenen Bedürfnisse. Zur Entlastung in der Betreuung gibt es jetzt interaktive Hilfsmittel (Roboter). Eine Katze (JustoCat) hilft jetzt Menschen, die an Demenz leiden und Tieren gegenüber eine Affinität haben, ruhiger zu werden und sorgt dafür, dass diese gleichzeitig geringere Dosierungen an Beruhigungsmitteln benötigen. Durch den Einsatz dieser Katze erleichtert sich die Betreuung der betroffenen Menschen durch die Familienangehörigen oder betreuenden Einrichtungen, da die dementen Betreuten sich verstärkt auf die Katze zentrieren und dadurch bedingt in geringerem Ausmaß ihre Ruhelosigkeit zum Tragen kommt.

Demenzerkrankter mit seinem Liebling (Bild von Robyn Robotics)
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In den meisten Ländern der Welt werden die Menschen immer älter und somit treten immer häufiger auch einige altersbedingte Erkrankungen wie zum Beispiel Demenz auf. Schon der erste österreichische Demenzbericht aus dem Jahre 2009 belegt, dass es derzeitig rund 100.000 Demenzkranke in Österreich gibt, wovon zwei Drittel davon Frauen sind. Da die Lebenserwartung der österreichischen Bevölkerung weiterhin steigt, wird sich die Zahl der Demenzpatienten bis 2050 auf bis zu 270.000 erhöhen, also nahezu verdreifachen. Laut dem ersten österreichischen Demenzbericht wird sich auch das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Demenzpatient/innen rapide verschieben. Heute kommen auf eine an Demenz erkrankten Person 42 Personen im erwerbsfähigen Alter. Im Jahr 2000 waren es noch 60. Bereits 2020 werden einer an Demenz erkrankten Person nur mehr 32 Personen im erwerbsfähigen Alter gegenüberstehen und im Jahr 2050 sogar nur noch 15 im Erwerbsleben stehende Menschen. Immer mehr Personen leiden also immer früher an Demenz. Unter Demenz versteht man ein psychiatrisches Syndrom, das bei verschiedensten degenerativen und nichtdegenerativen Erkrankungen des Gehirns auftritt. Mit dem Begriff „Demenz“ werden meistens Defizite im kognitiven (also Denken), emotionalen und sozialen Verhalten und Fähigkeiten des betroffenen Menschen beschrieben. Häufig sind vor allem das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache und die Motorik (also Bewegungsfähigkeit) des betroffenen Menschen beeinträchtigt. Bei einigen Formen kommt es auch zu Veränderungen in der Persönlichkeitsstruktur. Entscheidend für eine Diagnose „Demenz“ ist aber der Verlust bereits erworbener geistiger Fähigkeiten, die vorher ohne Mühen beherrscht wurden. Einige Ursachen der Demenz sind inzwischen geklärt, aber bei vielen Formen der Demenz gibt es noch keine klaren und unumstrittenen Erkenntnisse zu den Ursachen.

Bei fortgeschrittener Demenz kommt es häufig zu unangemessenen verbalen, vokalen und motorischen Aktivitäten, die durch die Verwirrung der Patienten zu erklären sind. So können beispielsweise Demenzerkrankte plötzlich ein starkes Bewegungsbedürfnis verspüren und laufen ständig herum und suchen dabei entweder ihr zu Hause oder irgendwelche Dinge. Ebenso können solche Patienten anfangen zu schreien oder äußern sich ständig in obszöner Art und Weise. Auch Gewaltbereitschaft kann sich bei einigen Betroffenen zeigen und diese schlagen dann häufig, wenn ihnen etwas nicht passt, einfach um sich. Meistens werden dann bei solchen Verhaltensauffälligkeiten die betroffenen Menschen mittels Beruhigungsmedikamenten ruhig gestellt. Dies gelingt teilweise auch gut, hat aber auch einige Nebenwirkungen. So ist die Dosierung der benötigten Medikamente häufig schwierig, da die einzelnen Personen unterschiedlich gut oder eben geringer auf diese Medikation ansprechen.

Deshalb untersucht die Wissenschaft zunehmend auch andere Möglichkeiten, Menschen mit einer Demenzerkrankung helfen zu können. Die Forschung fokussiert sich dabei auf die Pflege und neue Betreuungsformen, um so das psychische, physische und soziale Wohlergehen der Betroffenen wie auch deren Angehörigen und des Pflegepersonals zu verbessern. Dabei werden alternative Behandlungsformen wie beispielsweise Kunst, Musik, Tanz Gesang, Massage und Therapietiere eingesetzt. Allerdings können Haustiere nicht immer eingesetzt werden, da manche Menschen an Tierhaarallergien leiden und der unberechenbare Umgang von einigen Demenzerkrankten mit den lebenden Tieren zu Verletzungen für sie führen können. Auch muss man aus Rücksicht auf die Tiere öfters auf diese Therapieform verzichten. Zudem sind Therapietiere nicht immer verfügbar und können auch nicht ständig bei den betroffenen Personen bleiben, da sie auch ihre Ruhephasen benötigen und dann nicht verfügbar sind. Was allerdings sich jetzt schon in klinischen Studien gezeigt hat ist, dass mit dem Einsatz von Therapiehunden insbesondere in der Pflege von dementen Menschen gute Ergebnisse erzielt werden können. Dabei muss man aber bedenken, dass die Ausbildung solcher Therapietiere lang und teuer ist, die „effiziente Arbeitszeit“ kurz ist und die Einrichtungen diesen Einsatz befürworten müssen. Da können dann interaktive Roboter eine gute Alternative darstellen. Forschungen mit der japanischen Roboterrobbe Paro zeigten gute Ergebnisse in der Pflege von dementen Menschen. Allerdings gibt es kulturelle Unterschiede in dem Bezug zu den Tieren und das die Roboterrobbe ausgesprochen teuer ist und das Fell nicht austauschbar und waschbar ist.

Deshalb stellt auch die JustoCat eine Alternative dar, die eher unseren kulturellen Gegebenheiten entspricht. Bei der JustoCat handelt es sich um eine Katze, die vergleichbar mit einer lebendigen Katze ist. Sie schnurrt, miaut und weist Atembewegungen auf und ist vergleichbar schwer wie eine lebende Katze. Ein Vorteil des Fells dieser Katze ist es, das es abnehmbar und leicht zu waschen ist und außerdem ist sie weitaus preiswerter als die Roboterrobbe. Diese Katze (JustoCat) wurde in Zusammenarbeit von Forschern aus dem Bereich der Entwicklung und Steuerung von Robotern und dem Gesundheitswesen entwickelt. Diese gingen davon aus, dass viele Menschen in ihrem Leben mit Katzen positive Erfahrungen verbinden und diese sie an glückliche und frohe Momente in ihrem Leben erinnern. Deshalb stellt diese Katze auch ein Hilfsmittel dar, das die Möglichkeit bietet, mit Menschen mit Demenz wieder mehr in Interaktion zu kommen und diese wieder zu mehr Kommunikation anzuregen. Wir, vom Verein Wieso, konnten inzwischen diese Katze persönlich in mehreren Einrichtungen bei demenzerkrankten Menschen ausprobieren und konnten beobachten, dass diese aufgrund der Anwendung dieser Katze weitaus weniger unruhig waren und des Weiteren auch, nach Aussagen des Betreuungspersonals, weitaus weniger Beruhigungsmedikamente benötigten. Die an Demenz Erkrankten beschäftigten sich ausgiebig mit den Katzen, streichelten diese und sprachen mit diesen. Gleichzeitig war zu beobachten, dass der Bewegungsdrang der Betroffenen nachließ und weitaus weniger ausgeprägt war, wie er vorher vorhanden war. Allerdings war eine Voraussetzung für den Erfolg, dass es bei den Personen, bei denen die Katze eingesetzt wurde, eine Affinität zu Tieren gab. Der dann erfolgte Einsatz von dieser Roboterkatze hat das tägliche Leben von Menschen mit Demenz bereichert und ihnen somit ein höheres psychisches, physisches und soziales Wohlbefinden verschafft.

Wer genauere Informationen zu dieser Katze wünscht, kann sich unter der Rufnummer 0676/7400135 erkundigen. Dort erfahren Sie auch, wo man diese Katze bekommt und was sie kostet.


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