Arbeitssuchende Grieskirchner finden innerhalb von 97 Tagen wieder Job
GRIESKIRCHEN. Eine Stimmungsmache in der Wirtschaft, die zum Großteil gegen die Arbeitnehmer passiere, habe die Arbeiterkammer (AK) mit Präsident Johann Kalliauer dazu veranlasst, jährlich eine Leistungsbilanz des Arbeitsmarkts zu präsentieren.

Man dürfe es sich laut Kalliauer nicht gefallen lassen, dass Arbeitnehmer als unflexibel, als wenig produktiv oder zu teuer dargestellt werden. Das sei eine Beleidigung der Leistung der Arbeitnehmer.
Auch Arbeitnehmer für Erfolg verantwortlich
„Wir halten diese Bilanz neben den Jubelmeldungen der Firmen für notwendig, um zu zeigen, dass die Arbeitnehmer maßgeblich für diesen Erfolg verantwortlich sind“, erklärt Kalliauer bei seinem Besuch in Grieskirchen. Dass sich im Bezirk viel bewegt, wird in der AK-Bilanz dargestellt: 27.711 Menschen waren im Jahresschnitt im Bezirk unselbstständig beschäftigt, davon 15.225 Männer und 12.486 Frauen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Beschäftigung um 1,8 Prozent gestiegen. Knapp ein Drittel der Beschäftigten hat einen Teilzeitjob, 56 Prozent der Frauen und zehn Prozent der Männer. 1.576 Menschen waren im vergangenen Jahr arbeitslos, in Schulung oder auf der Suche nach einer Lehrstelle. Das sind um 4,5 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote liegt bei 4,4 Prozent. Die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit beträgt 97 Tage. Grieskirchen liegt dabei im unteren Durchschnitt. Durch die Distanz zum Zentralraum verdienen die Grieskirchner Arbeitnehmer im Durchschnitt 120 Euro weniger. Am besten steigen die männlichen Angestellten mit 3.271 Euro aus. Arbeiterinnen kommen auf 1.357 Euro. Durchschnittlich verdienen Männer im Bezirk 2.540 Euro und Frauen 1.539 Euro brutto.
Faktor Arbeit entlasten
Kalliauer appelliert auch dahin, den Faktor Arbeit zu entlasten, damit den Arbeitnehmern mehr vom Brutto-Gehalt übrig bleibt. „Was wir aber nicht wollen, ist, dass man die Steuer auf den Faktor Arbeit verringert, den Arbeitnehmern aber gleichzeitig weniger Geld für Pensionen lässt. Das ist ein schlechtes Geschäft“, so Kalliauer. Stattdessen fordert der AK-Präsident, die Vermögenssteuer anzuheben.


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