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Verein entwickelt mit Unterstützung von Leader eine kostenlose Software für Energiegemeinschaften

Yannik Bogensperger, 13.09.2022 13:41

WAIZENKIRCHEN/BAD SCHALLERBACH/LINZ. Seit Ende 2021 können in Österreich Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEGs) gegründet werden. Weil die Administration dieser Gemeinschaften eine große Herausforderung darstellt, haben drei Mitgründer der Energiegemeinschaften Waizenkirchen, Bad Schallerbach und Linz den Verein zur Förderung von Erneuerbaren Energiegemeinschaften (VFEEG) mit Sitz in der Leader-Region Mostlandl Hausruck geschaffen. Die Kosten für das Projekt übernimmt die Leader-Region.

Forster Sieglinde (l.) und Harald Geissler haben ihr Haus im Zuge der Energiegemeinschaft mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. (Foto: Fogei)

Erneuerbare Energiegemeinschaften (EEGs) ermöglichen es, zum Beispiel Strom aus Sonnenenergie direkt vom Erzeuger zum Abnehmer zu übertragen, ohne die Hochspannungsnetze zu belasten. In Vereinen, Genossenschaften oder anderen Gesellschaften organisiert, können nun Privatpersonen, Firmen oder Institutionen ihre erneuerbar erzeugte Energie teilen, ohne dafür einen Energieversorger für die Abwicklung zu benötigen. Zusätzlich soll diese gemeinwohlorientierte Idee den Anreiz steigern, Photovoltaik-Anlagen über den Eigenbedarf hinaus zu dimensionieren und damit beispielsweise Energie für die Nachbarn zu liefern.

Administration als große Herausforderung

Im Zuge der Gründung solcher EEGs in Waizenkirchen und Bad Schallerbach erwies sich die gemeinschaftsinterne Administration als eine der größten Herausforderungen, wozu vor allem die Abrechnung der ausgetauschten Energie zwischen den Mitgliedern gehört. Für Stefan Unterhuber, Mitgründer der EEG Bad Schallerbach, war in einem frühen Stadium der Gründung bereits klar, dass der Schlüssel zu einer schlanken Verwaltung in der Entwicklung einer Softwarelösung liegt, die unabhängig von der Struktur der EEGs möglichst kostenfrei und einfach zur Verfügung stehen soll.

Harald Geissler, Obmann der EEG VIERE aus Waizenkirchen sagt dazu: “Für nicht auf Gewinn ausgerichtete und gemeinwohlorientierte EEGs ist es schwierig, externe Dienstleister für die Abwicklung und Abrechnung zu bezahlen. Eine frei zugängliche digitale Lösung ist daher unabdingbar.”

Kostenfreie Software entwickeln

Gemeinsam mit Helwin Prohaska, Vorstand des Vereins Energiewende Linz, gründeten die drei den Verein zur Förderung von Erneuerbaren Energiegemeinschaften (VFEEG) mit Sitz in der Leader-Region Mostlandl Hausruck. Der VFEEG will genau diesen Ansatz weiter verfolgen und eine Software entwickeln, die auf Open-Source-Basis allen EEG-Betreibern kostenfrei zur Verfügung stehen soll.

Die Kosten für das Projekt werden durch die Kooperation von drei Leader-Regionen übernommen. Beteiligt sind vorerst die Leader-Regionen „Mostlandl Hausruck“, „Mitten im Innviertel“ und voraussichtlich „Traunsteinregion“. Die regionale Energieversorgungsstruktur sowie der Klimaschutz sind wichtige Themen in den Leader-Regionen, weshalb eine Finanzierung des Projektes in Kooperation ausgearbeitet wurde.

Testbetrieb startet im Herbst

Geht es nach den Initiatoren, wird mit dem Testbetrieb im Herbst 2022 begonnen, so dass mit Anfang 2023 die Basisversion für alle EEGs österreichweit bereitsteht.


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