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SCHLÜSSLBERG. In Schlüßlberg ist schon wieder eine politische Diskussion entbrannt. Dieses Mal um einen Campingplatz, den ein ÖVP-Gemeinderat auf einem im Brandhof erworbenem Grundstück installieren möchte. Gegen dieses Vorhaben sammelte ein Anrainer und SPÖ-Gemeinderat Unterschriften. VP und Grüne vermuten dabei ein parteitaktisches Spiel.

Grund-Besitzer Walter Wimmer (l.) und seine Frau Bettina Wimmer auf jenem Grundstück, wo ein Campingplatz errichtet werden soll. (Foto: privat)

Walter Wimmer (ÖVP-Gemeinderat) hat einen Grund unweit der Eurotherme – zirka 100 Meter – im Brandhof gekauft und möchte dort einen Campingplatz eröffnen. ÖVP und Grüne haben nun gemeinsam einen Umwidmungsantrag beschlossen (SPÖ und FPÖ stimmten dagegen), den derzeit das Land prüft. „Ich bin guter Hoffnung, dass der Antrag positiv bewertet wird“, erklärt Wimmer auf Tips-Anfrage. Denn es handle sich um keine wertvolle Fläche im Sinne einer landwirtschaftlichen Nutzfläche, die damit verschwendet werde.

Nähe zur Therme als Anreiz

Doch warum möchte der Gemeinderat ausgerechnet in Schlüßlberg einen Campingplatz errichten? Er sieht darin eine Aufwertung für die Region aus gastwirtschaftlicher Sicht. Denn: Umliegende Gasthäuser und Jausenstationen könnten laut Wimmer davon profitieren.

Und: Die Eurotherme in Bad Schallerbach ist aufgrund der geringen Entfernung von 100 Metern fußläufig gut erreichbar, betont der Grundstücksbesitzer, der zudem einen Elektroradverleih mitanbieten möchte. Immerhin komme man mit diesen Rädern bis zu 100 Kilometer weit. Ein weiterer Aspekt ist für Wimmer die Übernachtungsmöglichkeit eines Angehörigen, der eine in Kur befindliche Person besuchen möchte.

SP-Ortschef ist dagegen

Bürgermeister Klaus Höllerl (SPÖ) hat sich gegen dieses Projekt ausgesprochen, weil sich neben dem besagten Grundstück eine Wohnsiedlung befinde.

„Es gibt Befürchtungen der Anrainer, die nicht vom Tisch zu wischen sind, dass Konflikte entstehen“, erklärt Höllerl im Tips-Gespräch. Dabei gehe es vor allem um eine erhöhte Lautstärke und verstärktes Verkehrsaufkommen. Den Standort-Vorteil mit der Nähe zum Kurpark sieht jedoch auch der Ortschef gegeben. „Für Leute, die aufgrund der finanziellen Situation nicht ins Hotel gehen wollen, wäre das sicher eine Möglichkeit.“ Aber er sei trotzdem nicht begeistert davon.

Unterschriftenaktion der Anrainer

Anrainer haben Unterschriften gegen den geplanten Campingplatz gesammelt. Diese wurden den im Gemeinderat vertretenen Fraktionen übergeben, haben VP und Grüne jedoch nicht davon abgehalten, einen Umwidmungsantrag zu beschließen. Diese Unterschriften seien ernst zu nehmen, betont der Bürgermeister.

„Gegen die Bürger ausgesprochen“

„Die Anliegen der Anrainer wurden offenbar nicht wahrgenommen. Umso trauriger ist es, dass die Fraktionen der ÖVP und Grünen sich gegen die Bürger Schlüßlbergs ausgesprochen und grünes Licht für das Projekt gegeben haben“, erklärt SPÖ-Gemeinderat Tobias Wösenböck, der eine Unterschriftenaktion gegen den Campingplatz initiierte.

„Politischer Hintergrund“

Georg Hötzmannseder, Gemeinderat der Grünen, begründet die Zustimmung damit, dass der Ortsplaner keine Probleme bei der Umwidmung gesehen und das Projekt „positiv beschieden“ habe. „Die Unterschriftenaktion hat einen politischen Hintergrund“, sagt Hötzmannseder.

Auch Wimmer stellt die Frage, ob es sich bei der Unterschriftenaktion um „ein parteitaktisches Spiel handle, da die Unterschriftenaktion von einem roten Gemeinderat ausgegangen“ sei, sagt der VP-Gemeinderat.

„Bedenken aufgenommen“

Den Vorwurf, man würde die Anrainer-Bedenken nicht ernst nehmen, wischt Walter Wimmer vom Tisch: „Wir haben mit den Anrainern im Vorhinein gesprochen und ihre Bedenken aufgenommen.“

Auch die Campingordnung habe man dementsprechend erstellt, betont Wimmer und ergänzt: „Ich bin seit Jahrzehnten Camper und weiß, wie es bei geordneten Campingplätzen abläuft. In der Regel ist das eine ruhige Angelegenheit, weil die Leute zum Entspannen hinkommen.“

Maximal 15 Stellplätze

Außerdem gehe es hier um eine kleine Anlage mit maximal 15 Stellplätzen, wo keine Freizeitangebote wie ein Schwimmbad geplant seien. Aber: „Einen Campingleiter braucht es“, das ist für Wimmer klar. Auch sein Sohn, der daneben eine Wohnung habe, werde einen Blick darauf werfen, versichert der VP-Politiker.


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