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GROSS GERUNGS. Wasser, Natron, ein paar Tropfen ätherisches Öl - fertig ist das Naturdeo. Ob die intensive Nutzung von aluminiumhaltigen Deodorants das Risiko von Brustkrebs erhöht, wird bis heute kontrovers diskutiert. Vorsicht ist sicherlich ratsam. Mit solchen natürlichen Deos ist man jedenfalls auf der sicheren Seite.

Gerade frisch zubereitet: Deospray und Deocreme.
  1 / 4   Gerade frisch zubereitet: Deospray und Deocreme.

„Es ist sicher kein Problem, wenn man bei einem wichtigen Termin mal ein solches Deo (Anm.: mit Aluminiumsalzen) verwendet, viel problematischer ist die intensive Nutzung bereits in jungen Jahren“, gibt Andrea Steinbrunner, Inhaberin der Germser Seifenmanufaktur, zu bedenken. Die Vermutung, dass Aluminium etwas mit Brustkrebs zu tun haben könne, stützt sich auf die Beobachtung, dass Tumore der Brust nun häufiger außen, also unter den Achselhöhlen, sitzen. Dort, wo eben die aluminiumhaltigen Antitranspirantien ihre Verwendung finden, erläutert Steinbrunner. Auch mit Alzheimer wird Aluminium immer wieder in Verbindung gebracht. Der kausale Zusammenhang ist laut Forschung noch nicht geklärt, die Faktenlage nicht eindeutig.

Dennoch empfiehlt das Österreichische Gesundheitsministerium seit 2014, nach Möglichkeit auf aluminiumhaltige Deos zu verzichten. Dies gelte vor allem für die Anwendung bei frisch rasierten Hautstellen, da bereits durch winzige Verletzungen, deutlich mehr Aluminium eindringen kann. 

„Ein Deo muss nicht 48 oder gar 96 Stunden wirken, meistens wäscht man sich sowieso dazwischen.“ (Andrea Steinbrunner)

Ein oft gehörter Ratschlag: Am Abend rasieren, damit sich die Haut bis zur Deonutzung morgens wieder regeneriert hat. Im besten Falle aber schützt man seine Gesundheit und auch die Umwelt, indem man natürliche Deos verwendet. Mit dieser Materie ist Andrea Steinbrunner vertraut, die sich in ihrer Germser Seifenmanufaktur schon seit geraumer Zeit mit der Herstellung von Pflanzenölkosmetik aus regionalen Zutaten beschäftigt.

Deospray: Einfach und natürlich

„Das einfachste Deo ist eigentlich Wasser mit Natron oder Wasser mit Apfelessig gemischt“, verrät Andrea Steinbrunner. Dazu das Wasser immer vorher abkochen, abkühlen lassen und mit handelsüblichem Natron (1 bis 2 Gramm auf 100 Milliliter) mischen. Es wäre zudem ratsam, ein wenig Wasser durch Weingeist oder Wodka zu ersetzen - denn Alkohol konserviert, wirkt antibakteriell und bewirkt eine schnellere Verdunstung auf der Haut. Am Ende sorgen ein paar Tropfen eines ätherischen Öls, etwa Zitrone, Limette, oder der schweißhemmende Salbei für den guten Duft. Das Ganze in eine Sprühflasche (kann auch eine leere Parfumflasche sein) füllen - fertig. Nicht vergessen: vor jeder Anwendung schütteln, damit sich Wasser und Öle verbinden. „Ein solcher Deospray ist meiner Meinung nach das Hygienischte, da man bei der Verwendung keinen Hautkontakt hat“, so Steinbrunner.

Natürliches Deo auf fester Basis

In monatlichen Workshops gibt sie ihr Wissen rund um Pflanzenölkosmetik weiter, so werden auf die vielfache Nachfrage auch Deoroller oder Deosticks hergestellt. Dabei bedient man sich der festen Sachen, wie Kakaobutter, Sheabutter oder Kokosöl (50 Gramm) - das schaffe ein bakterienhemmendes Milieu, erklärt Steinbrunner, die gerade ein solches zusammenrührt.

Dazu lässt sie die Fette leicht schmelzen. Vermischt wiederum fein gemahlenes Natron (1 Esslöffel) mit ein wenig Stärke (1 Esslöffel), das binde und nehme das fettige Gefühl auf der Haut - und gibt nach Belieben ätherische Öle hinzu. Dieses Mal ist es ein Mix aus Zitrone und Zirbe.

Für eine Deocreme das Natron am besten fein mörsern, sonst fühle sich das auf der Haut noch relativ grobkörnig an, gibt Steinbrunner den Tipp. Abgefüllt in kleine Döschen, Roller oder in Sticks ist eine weitere Variante eines wohlriechenden natürlichen Deos fertig.

„Nicht für dumm verkaufen“

Andrea Steinbrunner rät beim Kauf kosmetischer Produkte grundsätzlich zur Wachsamkeit. So seien namhafte Marken nicht gleichbedeutend mit qualitativen, gesunden Inhaltsstoffen, wie sie aus eigener Erfahrung weiß.

„Kosmetik ist leider sehr konzernfreudig, seid kritisch und schaltet euren Hausverstand ein“, mahnt sie, die immer zuerst das Kleingedruckte liest. Denn die gesundheitlichen Folgeschäden kommen erst, gibt sie zu bedenken.

Warum die meisten internationalen Unternehmen auf die chemische Basis, darunter auf synthetische Duftstoffe, zurückgreifen, liegt auf der Hand: „Sie sind billiger, länger haltbar und man kann sichergehen, dass man immer dieselbe Qualität erhält, im Gegensatz zu den natürlichen ätherischen Ölen. Glücklicherweise gibt es mittlerweile aber gute etablierte Naturkosmetik-Labels, denen man vertrauen kann“, meint Steinbrunner abschließend.

Rezept: Naturdeo zum Sprühen

  • 100 ml abgekochtes Wasser (Tipp: 10-30 ml des Wassers durch Weingeist oder durch 20-50 ml Wodka ersetzen - bessere Konservierung!)
  • 1 bis 2 g Natron
  • 15-20 Tropfen ätherische Öle (ideal sind: Zitrone, Limette Salbei, Lavendel, Zypresse)

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